Altenholz : Ein Kindergarten auf dem Bauernhof

Ziegenbock Anton ist einer der tierischen Bewohner des Zwergenhofs am Postkamp, um die sich die Kinder kümmern können. Foto: Meise
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Ziegenbock Anton ist einer der tierischen Bewohner des Zwergenhofs am Postkamp, um die sich die Kinder kümmern können. Foto: Meise

Groß werden auf dem Heuboden: Der erste Bauernhof-Kindergarten der Region öffnet in Altenholz seine Tore. 16 Kinder sollen dort Landluft schnuppern.

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14. Juli 2011, 12:41 Uhr

Altenholz | Kinder möchten kleine Forscher sein, die Welt im wahren Wortsinn begreifen und nach Herzenslust toben. All das können sie ab 1. August auf dem Zwergenhof Thomsen, dem ersten Bauernhof-Kindergarten in der Region.
Landleben liegt in der Luft. Eine Mischung aus Heu, Blumen, Kräutern und Tieren. Hier am Postkamp 14 lebt Silke Thomsen mit ihrem Mann Jürgen und ihren Kindern Jette und Frederik. Es ist der Hof ihres Schwiegervaters, der sich vor sieben Jahren zur Ruhe setzte.
"Ich wollte immer etwas Erdiges, Handfestes machen"
Keiner der beiden Söhne wollte den Betrieb fortführen, so dass die landwirtschaftliche Nutzung des Hofes ein Ende fand. "Ich fand es aber zu schade, das alles ungenutzt zu lassen", sagt Silke Thomsen. Aufgewachsen in Schleswig hatte die gelernte Bürokauffrau schon lange vom Leben auf einem Bauernhof geträumt. "Und ich wollte immer etwas Erdiges, Handfestes machen", erzählt die 37-Jährige weiter.
Als sich die Gelegenheit bot, machte sie eine Weiterbildung zur Bauernhofpädagogin - ein Angebot des Landwirtschaftsministeriums. In dem Zusammenhang lernte sie einen Bauernhofkindergarten kennen und hegte fortan den Wunsch, selbst so eine Einrichtung am Postkamp aufzubauen. Es blieb aber zunächst bei Kindergeburtstagen, Jahreszeitenkursen und Ferienaktionen, die Silke Thomsen so manche Anregung gaben. So wurde etwa der Bestand an Minischweinen, Quessant-Zwergschafen, Zwerghühnern und -ziegen, Shetlandponys und Hinterwälder-Rindern um Gänse und Enten erweitert, weil ein Mädchen fand, dass der Zwergenhof ohne das Federvieh kein richtiger Bauernhof wäre.
"Es ist schön, Kindern zeigen zu können, dass alles einen Kreislauf hat"
Durch das Studium der Naturspielpädagogik an der Fachhochschule Kiel fand Thomsens Wunsch nach einem Kindergarten neue Nahrung und wurde Anfang dieses Jahres konkret. Gemeinde und Kreis haben grünes Licht gegeben, so dass in wenigen Tagen 16 Kinder zwischen drei und sechs Jahren täglich von 8 bis 14 Uhr Landluft schnuppern können. Neben der Fütterung der Tiere, ihrer Pflege und misten steht die Erkundung der Wildkräuter auf der angrenzenden Wiese ebenso auf dem Programm wie das Wandern auf dem Abenteuerpfad am Feldrand. Auch das Pflanzen und Ernten im "Kindergarten" gehört zum Alltag auf dem Zwergenhof. Das Essen wird gemeinsam zubereitet - die Umweltlotterie Bingo hat dem Trägerverein des Bauernhofkindergartens für den Einbau einer Küche in den Schutzraum 10.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Die Kinder können außerdem das Baumhaus im Knick für sich erobern, in der Tobescheune ins Heu springen oder an Seilen klettern und im Schutzraum basteln. Neben Silke Thomsen werden Erzieherin und Naturspielpädagogin Roswitha Halbig und der sozialpädagogische Assistent Guy Griffiss die Kinder betreuen. Er wird mit den Mädchen und Jungen englisch sprechen. "Eine Zugabe, die sich zufällig ergeben hat", sagt Silke Thomsen. Sie freut sich, dass ihre lange gehegte Idee nun am 1. August Wirklichkeit wird: „Es ist schön, einem kleinen Kreis von Kindern zeigen zu können, dass alles einen Kreislauf hat."
(sum, shz)

Interessenten für den Bauernhofkindergarten klicken ins Internet auf www.zwergenhof-thomsen.de oder ruft an unter Tel. 04349/91 45 66. Es sind noch wenige Plätze frei.

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