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Eckernförder Zeitung

16. August 2017 | 20:02 Uhr

Kurios : Ein Kater lässt das Mopsen nicht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Findus stibitzt frisch gewaschene Wäschestücke aus der Nachbarschaft

Lindau | Mit seiner Vorliebe für frisch gewaschene Wäschestücke, die er aus den Gärten in der Nachbarschaft stibitzt hat, machte Kater Findus im Sommer 2013 Schlagzeilen. Seiner Familie auf diese Art Dankbarkeit zu zeigen – das erwärmte nicht nur die Herzen der Menschen im Dorf. Der beliebte Räuber geht bis heute auf Diebestour und hat in der kleinen Marie eine Begleiterin gefunden.

Socken, Unterhosen, Handtücher, Tischdeckchen, Putzlappen, T-Shirts – die Beute von Findus füllte rasch einen ganzen Karton. Familienvater Markus Gertz informierte damals die Nachbarschaft – und vorsorglich die Polizei. Doch kaum jemand schien Teile seiner Wäsche zu vermissen, und wie Findus die frisch duftende Wäsche ergattert, hatte auch niemand gesehen. Das änderte sich auch nicht, als er nicht mehr nur nachts auf Beutezug ging, sondern auch am helllichten Tage durchs Dorf zog und dabei viele tolle Sachen fand, berichtet Markus Gertz. Dabei entwickelte er eine Vorliebe für Handschuhe. Aus der Gärtnerei im Dorf nahm er einen mit, und als die Erschließungsarbeiten im Neubaugebiet begannen, kamen jede Nacht zwischen drei und fünf paar Arbeitshandschuhe dazu, sagt Markus Gertz. Dazu noch Mützen, Caps und diverse dicke Arbeitssocken. „Eines Morgens stand ein völlig entnervter Bauarbeiter vor unserer Tür und sagte, dass die Baustelle stillgelegt wird, falls der Räuber weiterhin sein Unwesen treibt“, erinnert sich der Revensdorfer. Findus war in aller Munde, und die meisten Menschen nahmen sein Treiben mit Humor. Ein Unbekannter legte jedoch sein Luftgewehr auf ihn an und traf ihn in den Hinterlauf. „Findus schleppte sich schwer getroffen nach Hause. Er hatte eine tiefe Schusswunde“, erzählt Gertz, der wie Ehefrau Angelique und die Kinder Hannes (11) und Paul (7) seinen Tierärzten unendlich dankbar ist, dass ihr Liebling wieder auf die Beine kam.

Doch nach dieser Erfahrung war erst einmal Schluss mit den Streifzügen – Findus war ängstlich. Als dann der Gasthof im Ort wieder seine Türen öffnete, kehrten seine Lebensgeister zurück. „Scheinbar mag er genauso gerne Gyros wie manch anderer“, sagt Gertz mit einem Lachen. Findus wurde quasi Stammgast und bekam im Saal sogar ein Schlafplätzchen hinter der Bühne. Auch hier zeigte der Kater seine Dankbarkeit und schleppte Kuscheltiere, Putzlappen und sogar ein Tischdeckchen an. Im Gegenzug entwendete er dann aber auch bei vollem Haus ein Handtuch von der Damentoilette. In der kleinen Marie hat er eine Spielgefährtin gefunden. Die Katzendame verlor durch eine Infektion ein Auge, doch das hinderte sie nicht, bei Findus in die Lehre zu gehen. Gertz: „Es ist ein Bild für die Götter, wenn die beiden gemeinsam vom Grundstück schleichen.“

Bis heute bleibt es Findus’ Geheimnis, wie er an seine ausgefallenen Beutestücke kommt. Wie aus dem nichts taucht er auf. War er eben noch nicht einmal in der Nähe, so ist er im nächsten Moment plötzlich da. Mit Beginn der warmen Jahreszeit zieren die ersten Wäschestücke morgens wieder den Eingangsbereich seines Hauses, darunter auch immer wieder Arbeitshandschuhe. „Mal sehen was er uns diesen Sommer so alles anschleppt“, sagt Markus Gertz. Der erste Umzugskarton ist bereits voll mit „Fundsachen“.

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erstellt am 16.Apr.2015 | 06:02 Uhr

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