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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 17:48 Uhr

Nach dem sturm : Ein Kampf an allen Fronten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Tief „Christian“ ist weg und doch noch überall zu spüren: Umgestürzte Bäume liegen herum, die Dachdeckereien und Stadtgärtnerei sind im Dauereinsatz . Es gibt bereits Lieferprobleme bei Dachpfannen.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 05:38 Uhr

Einsam zieht Andreas Kaiser auf der Tartanbahn der Grund- und Gemeinschaftsschule Nord seine Kreise. Aber statt einfachem Jogging, übt er sich im Hürdenlauf – auch auf dem Sportplatz am Pferdemarkt hat Orkan „Christian“ ganze Arbeit geleistet: Mehrere entwurzelte Bäume versperren die Laufbahn, einer hat das Eisengeländer durchschlagen. Überall verteilt liegen kleine und große Äste herum. Nach Einschätzung von Hausmeister Erwin Gussinat wird das noch eine Weile so bleiben. „Hier besteht kein Risiko für Personen. Wir haben den Sportunterricht eingeschränkt. Da gibt es gerade wichtigere Baustellen.“

Wo diese wichtigen Baustellen sind, das versuchen derzeit Sylvia Bendt von der Stadtgärtnerei und Michael Packschies – Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt – im Dauereinsatz herauszufinden. Den dritten Tag in Folge sind sie mit der Bestandsaufnahme der Baumschäden im Stadtgebiet beschäftigt. Immer noch entdecken sie neue Risikostellen, an denen sich etwa Äste in den Bäumen verfangen haben. „Die Prioritätenliste bei den Aufräumarbeiten ändert sich dementsprechend ständig“, erklärte Packschies gegenüber der EZ. „Öffentliche Bereiche, Schulen, Kindergärten stehen natürlich vorne an.“ Privatleute, bei denen etwa noch Bäume auf Zäunen oder Garagen liegen, bittet Packschies deshalb um Verständnis. Wie viele Bäume dem Sturm zum Opfer gefallen sind, könne er nach wie vor nicht einschätzen. Es seien jedoch vor allem gesunde, belaubte Bäume. „Diese boten eine besonders große Angriffsfläche für den Wind.“

Eine erste Zwischenbilanz zogen die Eckernförder Dachdeckereien. Rund 500 Aufträge hat die Firma Huber in den vergangenen Tagen aus dem gesamten Altkreis erhalten – zumeist waren es kleinere Reparaturen. „Wir mussten bereits Dachpfannen nachbestellen, aber der Großhändler konnte heute nicht liefern“, berichtete Heinz Huber gestern.

Die Nachfrage war einfach zu hoch. Weitere 700 Einzelschäden meldete die Firma Hass. Den größten Schaden gab es dabei in Holzdorf. Hier waren rund 70 Quadratmeter des Daches eines Bauernhauses abgedeckt. Bisher konnten die insgesamt 21 Mitarbeiter etwa die Hälfte der Aufträge abarbeiten. „Wir kämpfen an allen Fronten“, sagte der angestellte Dachdeckermeister Andreas Flügge und bittet ebenfalls um Geduld. Meist würden die Schäden zunächst mit vorhandenem Deckmaterial provisorisch behoben. „Die Gebäude müssen vor Regen geschützt werden. Die Farbe der Dachpfanne ist dabei erstmal egal.“ Bis alles endgültig fertig ist, werde es rund ein Dreivierteljahr dauern, schätzt der Experte.

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