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Konzert in St Jürgen : Ein Kaleidoskop der Orgelmusik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kantorin Julia Uhlenwinkel sorgt für besonderes Hörerlebnis

Heiter und mit österlichem Nachklang: Am Sonntag gab Gettorfs Kirchenmusikerin Julia Uhlenwinkel vor etwa 70 Zuhörern ihr erstes Orgelkonzert in St. Jürgen. Tags zuvor hatte sie das Konzert bereits in der Stiftskirche Bassum gespielt. „Ich freue mich, dass doch so viele gekommen sind“, kündigte Pastorin Christa Loose-Stolten sie an. „Frau Uhlenwinkel wird uns unterschiedliche Musikwerke auf unserer schönen Marcussen-Orgel zu Gehör bringen. Wir sind gespannt und freuen uns darauf.“

Mit wahrlich heiteren Stücken brachte Julia Uhlenwinkel die Klangfarben der schönen, alten Marcussen-Orgel von 1866 zur Geltung. Sie hatte Stücke von Dieterich Buxtehude, Samuel Scheidt, Johann Sebastian Bach, seinem berühmtesten Sohn Carl Philipp Emanuel Bach und Andrea Luchesi für den österlichen Nachklang sowie Anklänge von Jazz, Blues und Swing von Andreas Willscher und gefällige, eingängige Motive von Louis James Alfred Lefébure-Wély für die Freunde des Moderneren ausgesucht. Die Leute lauschten. Einige hatten andächtig die Finger auf die Lippen gelegt, andere klatschten zwischendurch auch schon mal spontan Beifall. Besonders bei der Sherlock Holmes Suite des zeitgenössischen Hamburger Kirchenmusikers und Komponisten Andreas Willscher vermochte Julia Uhlenwinkel durch Rhythmus, Spannung, Tempo und Witz beim Zuhörer ein gutes Gefühl, fast so etwas wie Euphorie, zu erzeugen. Da war er, der trübe, neblige Tag mit unaufhörlich feinem Sprühregen, die sanfte Violine, die einen dahinschweben ließ auf sanften Tonwellen bis ins Traumland. Und John Hamish Watsons Rag brachte alle in allerbeste Stimmung. Es wurde mit den Fingern geschnippt, der groovende Rhythmus mitgewippt. Die Zuhörer wollten am Ende gar nicht aufhören zu applaudieren. Als Zugabe muss nochmal der John Hamish Watsons Rag her. „Super, besonders der Sherlock Holmes“, meinten Kirsten Welz und Andreas Hinzmann aus Gettorf. „Sie hat die Stimmung so transportiert, wie man sich das vorgestellt hat.“ Auch Gettorfs Ehrenbürger Hans-Christian Sacht zeigte sich angetan. „Das Konzert mochte ich durchweg sehr gern hören“, sagte er. „Ich bin be-geistert, wie viele unterschiedliche Töne unsere alte Orgel hat. Die Organistin kann gut damit umgehen.“ Ebenfalls positiv fiel das Urteil des Fachpublikums aus. „Ein interessantes Programm, auf jeden Fall“, meinte Musiker Christoph Mohr aus Gettorf. „Vieles, was ich noch nicht kannte, interessant registriert. Der Sherlock Holmes war toll.“ Ein ganz anderes Konzert, würdigte Claus Hein, ehemals Diakon und Organist in Gettorf, den Vortrag. „Sehr bunt.“ Die Orgel klinge sehr schön, die Zungenstimmen klar mit guter Durchlässigkeit und Ansprache. „Es hat mir gefallen. Es war ein richtiges Kaleidoskop.“ Auch Julia Uhlenwinkel war zufrieden mit der Resonanz. „Ich freue mich“, sagte sie. „Sogar Mädchen und Jungs aus meinen Kin-der- und Jugendchören waren da.“ Aber natürlich freue sie sich über jeden, der kommt. „Für ein reines Orgelkonzert ist das doch schon gut. Ich bin fröhlich.“

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