Premiere in Loose : Ein Irrgarten aus Intrigen und Notlügen

Die Snutensnackers Loose haben die Premiere ihres neuen Stückes „Leev nah Stünnenplan“ gefeiert: Ein Taxifahrer lebt mit zwei Frauen zusammen - nur die Frauen wissen nichts davon.

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26. Januar 2015, 06:18 Uhr

Loose | loose Besonderer Auftakt der Theatersaison in Loose mit einem einsamen Koffer auf der Bühne. Burkhard Römer von den Snutensnackers lüftete das Geheimnis und begrüßte die Medienreferentin Anja Kowalik und den Jugendreferenten Lennart Hamann vom Landesverband des Amateurtheaters Schleswig-Holstein.  Der Landesverband, dem die Snutensnackers Loose seit 24 Jahren angehören, feiert dieses Jahr seinen 50. Geburtstag mit einer besonderen Aktion: Der große, alte Koffer begibt sich, stets von Mitgliedern des Verbandspräsidiums begleitet, auf eine Reise kreuz und quer durch das Land zu einzelnen Bühnen und sammelt Requisiten. Diese Sammlung wird im Anschluss für einen wohltätigen Zweck gespendet. Als Empfänger sind die Klinikclowns  vorgesehen, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz kleinen und großen Patienten auch in schweren Zeiten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Mit einer humorvollen Erzählung einer Fantasie-Geschichte aus dem Buch von Petra Blume „Een Buddel för Anna“,  legte Burkhard Römer „een Buddel“ in den Koffer:… „So heff ik nu de groote Ehr, de letzte Buddel ’Neuaschofsheimer blauer Tannenkopf’ von 1735 im geschätzten Wert von 100000 Euro to stiften. Un dorto giv ik ju noch en Buddel von mien Huswin ’Vine de Pays de Herrault’, denn dat is wenigstens wat Reelles.“  Seit 2009 spenden die Snutensnackers für verschiedene soziale Projekte.

Vörschnackerin Edda Rennwald eröffnete den Premiereabend  „Leev na Stünnenplan“: ein Irrgarten zwischenmenschlicher Beziehungen, gespickt mit viel, viel Humor, Turbulenzen und immer wieder neuen Höhepunkten, und das alles im Charme der plattdeutschen Sprache – schöner kann Theater nicht sein.  Lobeshymnen und immer wieder Zwischenapplaus, kamen aus den Zuschauerreihen des vollbesetzten Saales der Bürgerbegegnungsstätte Loose.

Mit dem Zweiakter „Leev nah Stünnenplan“ zeigte das Ensemble unter der Leitung von Winfried Langusch sein schauspielerisches Talent. Die turbulente Komödie aus der Feder von Ray Cooney, ins Plattdeutsche übersetzt von Kay Kruppa, hatte es in sich:  Frech und voller Harmonie lebt der Taxifahrer Klaus Bruns (Manfred Peters) nach einem festen Stundenplan mit zwei Ehefrauen. So tändelt er von Kiel-Kronshagen nach Kiel-Schönkirchen und beglückt seine beiden „Schnuckelchen“ Martina, gespielt von Sieglinde Andersen, und Beate (Nicole Pawel). Er ist mit seinem Leben rundum zufrieden: „Is all’ns blot’s een Fraag vun n’ gode Stünnenplan un de Potenz“, bis eines Tages ein Unfall alles durcheinander bringt. Seine besorgten Ehefrauen informieren unabhängig voneinander die Polizei. Nun beginnt eine turbulente Komödie, immer weiter verstrickt sich der wortgewandte Taxifahrer in ein Lügengespinst. Er versucht, die ermittelnden Polizeibeamten mit Hilfe seines Freunds und Nachbarn Ralf Gärtner  (Fynn-Niklas Peters) in die Irre zu führen, damit sein Doppelleben nicht auffliegt. In seinem Stundenplan sind die Abkürzungen sein Fahrplan, KTB steht für Knuddeltag mit Beate, SNBFMM für Späte Nacht mit Beate, früher Morgen mit Martina, KZM Katze zum Tierarzt.

Ein Lügengebäude ohne festes Fundament, in dem sich immer wieder neu erfundene Personen  einfinden, lässt kein Auge trocken. Mit fantastischen Ausreden rettet sich der Taxifahrer immer wieder für kurze Zeit. Und so stehen seine harmlosen Ehefrauen bald als Nonne und Transvestit da.

 Ehefrau Martina  überzeugt in ihrer Rolle mit kräftigen hysterischen Anfällen. Die ermittelnden Kommissare  Teuber (Christian Haber) und Pawlik (Winfried Langusch) sind schließlich dem Wahnsinn nahe, als sich Klaus Bruns und Ralf Gärtner als homosexuelles Paar outen. Für sie scheint es keinen Ausweg zu geben, soviel  ist sicher:  Die Wahrheit kommt auf den Tisch.

Den Zuschauern Mariechen und Dieter Bauer, Annelotte und Dieter Wolf aus Rieseby, Margit und Werner Wigger aus Eckernförde sowie Martha und Helmuth Bödorn aus Borby standen die Lachtränen im Gesicht: „Einfach klasse, verrückt und so voller Humor. Manche Dinge kann man auf Plattdeutsch einfach herzlicher sagen. Ein ganz, ganz toller Theaterabend. Großes Kompliment an die Spieler.“  Christel Fries

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