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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 16:49 Uhr

Harfen-Matinee : Ein himmlisch leichtes Konzert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Schwerelos“ – das Benefiz-Konzert des Rotary Clubs Eckernförde zeigte die herrliche Leichtigkeit des Instruments mit 47 Saiten.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 05:25 Uhr

Eckernförde | Eine Konzert-Matinee am Sonntag um 11 Uhr im Carls auf der Carlshöhe: Das konnte sich hören und sehen lassen. Im „Jahr der Harfe“ stand dieses wunderbare Instrument im Fokus des Programms. Acht junge Harfenistinnen, sie alle Lübecker Studentinnen der Harfen-Professorin Gesine Dreyer, waren mit ihren Instrumenten nach Eckernförde gekommen. Sie wollten in dieser Matinee, einem Gemeinschaftsprojekt des Rotary Çlubs Eckernförde und der Musikhochschule Lübeck über die Veranstaltung hinaus noch etwas Gutes tun. Der Erlös aus dem Benefiz-Konzert der Rotarier wird für den Instrumentalunterricht in zweiten Klassen an Eckernförder Schulen verwendet. Somit unterstützen die gut 280 Besucher mit ihren Eintrittsgeldern den „IsiS-Instrumentalunterricht in Schulen.“

Zum nun schon 2. Benefiz-Konzert der Eckernförder Rotarier begrüßte Präsidentin Charlotte Trede die Gäste, die Musiker, und sie dankte Professorin Dreyer für die gute Zusammenarbeit mit der Lübecker Musikhochschule. Ihr Dank ging ebenso an Familie Greifenberg, die Saal und Bühne kostenfrei überlassen hatten, gleichzeitig an Hellmut Cramer, der sich umsichtig um die gesamte Organisation dieses beachtlichen Ereignisses gekümmert habe.

Unter der verbindlichen Moderation der Lübecker Professorin nahm dann ein Musikerlebnis seinen Lauf, das wohl bei den faszinierten Gästen der Konzert-Matinee noch lange nachklingen wird. Junge Harfenistinnen spielten an ihren kostbaren Instrumenten – mit und ohne Noten – Musikstücke von Benjamin Britten, Nino Rota, Carlos Salzedo und in Programmabänderung von Ekaterina Adolvovna Walter-Kühne. Es folgten Solostücke, in denen die begabten, jugendlichen Harfenistinnen ganz allein mit Komposition, Publikum, Instrument die Wirklichkeit verändern, das „normale“ Leben ausschließen, in eine ganz andere Welt entführen konnten.

Ob Jara Elena Egen eine Suite von Britten spielte oder Eva Schomerus Sarabande und Toccata von Nino Rota – der Zauber ihres Könnens, der Klang ihrer Instrumente betörte. Ein Klang so leicht und unbeschwert, dass das Konzert nicht von ungefähr den Titel „Schwerelos“ trug. So viele Saiten hat das schwere Instrument, so feine Hände und flinke Finger können ihm – nach gewiss schweren Lernprozessen – so federleichte Musik entlocken, dass man als Zuhörer ebenfalls aller Schwere enthoben, sich bereitwillig auf die Zauberkunst dieser überirdischen Klänge einließ.

Die Bandbreite zwischen filigranem „Spitzengeriesel“ aus den hoch gestimmten Saiten und dem breiten, satten Tongrund in den mittleren und tiefen Lagen, stimmte jede Minute ein auf konzentriertes Hören. Dazu stellten sich emotionale Bilder ein. Fontänen von klingenden Tönen steigen auf, ein unerschöpfliches Wasserspiel in einem Park – perlende Tropfen im hellen Gegenlicht

Ravel und Debussy entdeckten die Harfe neu, so Gesine Dreyer, nachdem dieses Instrument für lange Zeit anderem Platz gemacht hatte, zum Beispiel Beethovens Klavierkompositionen. Die Russin Walter-Kühne hingegen komponierte 1925 Harfenmusik in Anlehnung an Tschaikowski, und Julia von Grebner interpretierte sie hinreißend, ließ Folkloristisches mit Walzeranklang zu. Auch bei einem Stück von Carlos Salzedo (Interpretin Lara Meyer-Struthoff) zeigte sich, „was man mit einer Harfe alles machen kann – mit zwei Pedalen ist ein schneller Wechsel der Tonarten möglich“(Dreyer). Einen schnellen Wechsel gab es zum Schluss auch – trotz Umbau – zu einem Septett. Unter der Leitung von Lübecker Professoren hatten Musikstudenten während einer Arbeitswoche in Rendsburg Musik von Maurice Ravel einstudiert. Mit seinem „Introduction et Allegro“ fand die Matinee einen strahlenden Abschluss. Swantje Wittenhagen (Harfe), Moritz Schulte (Flöte), Jade Lehmann (Klarinette), Giacomo Schmidt (Violine), Johanna Oldenburg (Violine), Maurice Appelt (Viola) und Johanna Beyer (Cello) gaben ihr Bestes und bekamen herzlichen Applaus von einem völlig begeisterten Publikum. Ein insgesamt wunderbarer und ganz unbeschwerter Musikgenuss.

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