Nostalgie pur : Ein Herz für alte Schmuckstücke

Erregte Aufmerksamkeit: ein Ford A Roadster Baujahr 1931.
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Erregte Aufmerksamkeit: ein Ford A Roadster Baujahr 1931.

Nostalgie auf Rädern – 250 Fahrzeuge beim Oldtimertag im Gettorfer Tierpark / Egon Müller als Moderator

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04. Mai 2015, 06:26 Uhr

Auf Hochglanz polierte Karossen blitzen in der Sonne: Jaguar E-Type, Alfa Romeo Giulietta, Mercedes Pagode, Opel Manta, Ford Granada. Um die 250 Old- und Youngtimer, dazu Oldtimer-Trecker und alte Feuerwehrfahrzeuge lockten am Freitag wieder hunderte Besucher zum siebten Oldtimertag in den Gettorfer Tierpark. Tierparkmitinhaberin Monika Prall war vollauf zufrieden. „Vor allem, weil das Wetter mitspielt“, sagte sie. „Und es sind ja wieder tolle Autos dabei.“

Egon Müller aus der Nähe von Kiel, ehemaliger Motorrad Speed-und Langbahnweltmeister, inzwischen 66, moderierte die Veranstaltung. Er spazierte mit seinem Mikro umher, schnappte sich die Eigentümer außergewöhnlicher automobiler Schönheiten und befragte sie zur Geschichte, Restaurierung und persönlichen Beziehung zum Fahrzeug. Jan Detlefsen aus Sörupholz etwa erwarb seinen Dodge Brothers T Baujahr 1928, ein wahres Schmuckstück, 1968 in Australien, fuhr damit 200 Meilen nach Melbourne, schiffte nach Italien ein und kam von dort über die Alpen durch Liechtenstein und Österreich nach Schleswig-Holstein. „Um die 2500 Kilometer ohne Zwischenfall“, erzählte der Maschinenbauer. An dem Fahrzeug hat er alles selber gemacht, außer am Motor. Es ist der einzige in Europa. Und sein Wert? „Keine Ahnung“, meinte Jan Detlefsen. „Wer so etwas kauft, ist ein Liebhaber.“ Spektakulär kam der Hot Rod, ein Ford Model A Baujahr 1930 aus Texas mit Cadillac-Motor von 1946 von Alexander Bückle aus Kiel daher. „Der erste Achtzylinder-Motor mit hängenden Ventilen“, erklärte er. „Das war eine bahnbrechende Geschichte damals.“ Uralte Teile, die er aufgepimpt hat. Alexander Bückle lebt die 50er Jahre. „Autos, Musik und Lebenseinstellung“, verriet er. „Da gehört sowas dazu.“

Kein richtiger Oldtimer, aber mit schönen Formen, präsentierte sich das Verona Cabriolet, Baujahr 1991, von Thomas Turowski aus Gettorf. Er fährt ihn seit fast zehn Jahren. „Dass die damals in Deutschland gebaut wurden, das weiß kaum keiner“, erzählte er. „Es gibt nur 28 Stück davon.“ Er holt ein altes Penthouse-Magazin von 1988 hinten aus dem Auto, darin ein Foto von so einem Fahrzeug. Da haben sie damals Werbung für dieses Cabriolet gemacht. Bei schönem Wetter fährt er damit auch zur Arbeit. Er hat festgestellt: „Egal wie mies der Arbeitstag war, man fährt mit einem Grinsen nach Hause.“ Viele der Besucher kommen jedes Jahr zum Oldtimertag nach Gettorf. So wie Wolfgang Klenk aus Heikendorf. „Ich bin schon zum vierten Mal hier“, meinte der. Einen Oldtimer hat er nicht dabei. Er ist mit seiner alten Familienkutsche, einem Volvo 240 Kombi, Baujahr 1985, gekommen. „Es ist immer sehr schön hier“, findet er. „Die Leute sind nett und Egon Müller verbreitet eine ganz besondere Atmosphäre. Man spürt den Benzingeruch.“

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