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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 00:16 Uhr

Mauseum : Ein Heim für 3500 Mäuse

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Mauseum von Gynter Mödder und Ehefrau Renate zieht gerade von Bergheim bei Köln nach Eckernförde. 3500 Exponate werden ab Herbst im Hinterhaus der Alten Post zu sehen sein.

Eckernförde | Mit Kitsch fing alles an: Als der Nuklearmediziner und Radiologe Gynter Mödder mit seiner Frau Renate Mödder-Reese im Sommer 1975 bei einem Kongress in Florenz war, wurde er erschlagen von der kulturellen Vielfalt der italienischen Stadt. Sozusagen als Gegenprogramm machte er sich auf die Suche nach etwas Belanglosem und fand in einem Souvenirladen eine Mausskulptur aus Glas. Auch auf dem Rest der Reise fand er Kitsch in Mausform – der Grundstock des späteren „Mauseums“ mit 3500 Exponaten.

Jetzt ist das Ehepaar mit seinen Mäusen von Bergheim bei Köln nach Eckernförde gezogen: Im Hinterhaus der Alten Post in der Kieler Straße richtet es zurzeit ein 200 Quadratmeter großes Atelier ein – das „Mauseum“ ist in Eckernförde angekommen.

Schon seit Jahren suchen die Mödders, die mittlerweile ihren ersten Wohnsitz in Eckernförde haben, eine Unterkunft für ihre Mäuse in der Fördestadt. Zunächst war eine Ausstellung in der Alten Bauschule (heute BSIC) im Gespräch, dann in der Willers-Jessen-Schule, doch keine der Varianten hatte Erfolg. Jetzt hat Alte-Post-Besitzer Günter Haß den beiden die Räumlichkeiten vermietet.

Darin befinden sich zurzeit noch dutzendweise Kartons, erst ein kleiner Teil der Ausstellung steht. Dabei handelt es sich um Mäuse in allen Variationen aus Ländern rund um den Globus. Da sind die Porzellanmäuse aus El Salvador und die Holzschnitzerei aus Argentinien, der handgeknüpfte Teppich aus Nepal und die Schaufensterfiguren aus Freiburg – insgesamt 3500 Exponate. Viele davon haben die Mödders selbst gesammelt oder auch geschaffen, andere haben sie geschenkt bekommen – ihre Leidenschaft ist mittlerweile bekannt. Nicht zuletzt ist die gebürtige Eckernförderin Renate Mödder-Reese die „bedeutendste Flugmausmalerin nördlich des Südpols“, wie ihr Mann sagt.

Kunst ist dabei und Kitsch. Dabei stellt Gynter Mödder die Frage: Was ist Kunst? Und was ist Kitsch? Er versteht seine „Antisammlung“, wie er sie nennt als Persiflage auf normale Museen. „Wir lassen uns viel zu viel vorschreiben, was einen Wert zu haben hat und was nicht. In üblichen Sammlungen geht man danach, was einen Wert auf dem Kunstmarkt hat. Hier legen wir selbst fest, was von unermesslichen Wert ist.“ Und das kann auch die kleine Kinderzeichnung sein, hinter der aber eine herzzerreißende Geschichte steckt. Und das macht das Mauseum aus: Zu jedem Exponat kann Gynter Mödder eine Geschichte erzählen, die die „Antisammlung“ sehr lebendig macht.

Noch hat das Ehepaar viel zu tun: 45 Kubikmeter Mäuse aus einem 12,5-Tonnen-Laster müssen aufgebaut werden. Erst im Herbst wird das neue Zuhause des Mauseums wohl besuchsfertig sein. Und dann wird es nur auf Anfrage geöffnet haben. Für Erwachsene wird der Eintritt frei sein, nur Kinder müssen bezahlen: mit einem selbst gemalten Bild oder einem anderen Werk.

 

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erstellt am 23.Apr.2015 | 06:09 Uhr

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