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treffen der kulturen : Ein Hauch Tansania in Strande

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vortrag über Schulleben in Tansania / Strander Grundschüler stellen viele Fragen / Weiterer Vortrag in Eckernförder am Freitag

Es prallten Welten aufeinander und die Neugierde war groß – auf beiden Seiten. Die Schüler der Strander Grundschule hatten unendlich viele Fragen an Hannelore Pischke, die mit drei Lehrern einer Schule aus Tansania zu Besuch in der betreuten Grundschule war. Pischke gründete 2011 einen gemeinnützigen Verein, der unter anderem die Karambacha Schule in Tansania unterstützt, wo Aina Koshuma, Chedi Beghetna und Hassan Seshambi unterrichten.

Zunächst nahmen die tansanischen Lehrer an einer Unterrichtsstunde teil. Anschließend gab es einen bebilderten Vortrag, in dem Schülern und Lehrern das Schulleben in Tansania vorgestellt wurde. So saßen die Kinder mit offenen Mündern und konnten es teilweise kaum glauben. „Wir leben hier in einem sehr reichen Land“, erklärte Pischke den Kindern. Die Kinder in Tansania würden teilweise eineinhalb Stunden zu Fuß zur Schule gehen. „In Afrika ist es morgens um halb sieben noch dunkel, so, wie bei uns im Winter, und es gibt keine Straßenlaternen, also ist der Schulweg sehr gefährlich“, erklärt Pischke. Warum die Eltern ihre Kinder nicht zur Schule bringen, wollte eine Schülerin wissen? Weil sie dafür keine Zeit hätten, denn die Väter gehen morgens in die Stadt, um Geld zu verdienen und die Frauen arbeiten auf dem Feld. Auch haben die Kinder keine Schulranzen und nur wenige Schulbücher.

Wäre es nach den Schülern gegangen, dann hätten sie Hannelore Pischke noch ewig weiter mit Fragen löchern können, doch es war Zeit für die große Pause und anschließend musste der Unterricht weitergehen.

Auf Schulleiterin Cornelia Theel wartete derweil im Lehrerzimmer noch ein ganz besonderes Dankeschön. Mit einem Lied und einer afrikanischen Stoffrobe bedankten sich Aina Koshuma, Chedi Beghetna und Hassan R. Seshambi bei der Schulleiterin. „Wir müssen uns bedanken, dass ihr bei uns wart“, entgegnete Theel. Es sei so wichtig für die Kinder, andere Kulturen kennenzulernen.

Aber nicht nur für die Schüler und Lehrer der Grundschule war dies ein besonderes Erlebnis. Für Aina Koshuma, Chedi Beghetna und Schulleiter Hassan R. Sehambo von der Karambacha Schule in Tansania, ist es die erste große Reise überhaupt. „Man muss verstehen, dass das für die drei hier sehr aufregend ist, denn selbst innerhalb Tansanias sind sie bisher nicht gereist“, erklärte Pischke. Untergebracht werden die Lehrer bei Vereinsmitgliedern. Mit Aina verbindet Pischke eine enge Freundschaft. „Ich bin so froh, sie an meiner Seite zu haben, ich genieße ihre Fröhlichkeit sehr“, erklärte sie. Sie sei ihr heißer Draht nach Tansania und ihre Übersetzerin. Ihr Kisuaheli sei noch nicht so brillant. Jedes Jahr reist Pischke für vier Wochen nach Tansania und lebt dann auch bei ihrer Freundin.

Bis zum 22. Juni bleiben sie noch in Eckernförde und besuchen verschiedene Einrichtungen in der Region. Am Freitag, 16. Juni, besuchen sie das Familienzentrum im Saxtorfer Weg in Eckernförde, wo sie über ihr Lehrerleben berichten.

Infos zum Verein: www. die-schule-in-afrika.de

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erstellt am 12.Jun.2017 | 06:06 Uhr

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