zur Navigation springen

Handicap-Tage in Damp : Ein Handicap muss nicht behindern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Handicap-Tage in Damp haben aufgezeigt, welche Hilfsmittel das Leben mit einer Behinderung vereinfachen und bereichern können.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 05:26 Uhr

Damp | „Wir wollen aufzeigen, was auch mit körperlichen Beeinträchtigungen noch möglich ist.“ So fasste Dr. Maike Marckwordt von den Helios-Kliniken die Zielsetzung der Handicap-Tage am vergangenen Wochenende zusammen. Insgesamt hatten die Helios-Kliniken mit prominenter Unterstützung 53 Angebote vorbereitet. Diese richteten sich an Menschen mit Behinderungen, aber auch an deren Familien und Besucher, die sich für das Thema interessierten. „Der Fokus liegt auf nichtklinischen Aspekten“, erklärte Marckwordt. So zeigte der legendäre Fußballtrainer Jupp Heynckes den Besuchern die richtige Schusstechnik beim Torwandschießen.

Auch der querschnittsgelähmte Golfer Jens Masphul legte seinen Fokus auf den Sport. Er hatte extra zwei modifizierte Rollstühle mitgebracht, in denen sich der Spieler mit Hilfe eines Motors aufrichten konnte, um den richtigen Schwung für den Abschlag zu bekommen. „Man darf nie die Hoffnung aufgeben“, sagte Masphul zu Julia Arnold. Für die 14-Jährige war es das erste Mal, dass sie sich dem Golfsport widmete. „Es hat viel Spaß gemacht“, sagte sie. Während jedes Abschlags lächelte sie und hörte sich die Tipps des Profis an. „Der Fokus auf die Behinderung verschwindet bei den Spielern mit der Zeit“, erklärte dieser. „Spätestens dann, wenn man sie das erste Mal vom Platz fegt.“ Das Golfen sei eine spielerische Therapie. „Es ist anstrengend, aber fördert die Koordination“, erklärt Masphul.

Nicht einmal Jupp Heynckes konnte sich dem Treiben entziehen. Nach kurzer Zeit stand er mit Golfschläger bewaffnet neben Masphul und holte sich Tipps für den richtigen Abschlag. Kurz darauf schrieb der Meistertrainer aber schon wieder Autogramme und gab selber Hinweise für die richtige Schusshaltung beim Freistoß. Darmstadt-Fan Matti (6) hatte diese Hinweise jedoch kaum nötig. Sauber versenkte er einen Ball nach dem anderen. „Ich finde, die Veranstaltung ist eine ganz tolle Idee“, sagte Heynckes. Die vielschichtigen Angebote vom Schwimmen bis hin zum Torwandschießen beeindruckten ihn.

Viel Mut bewies Elena Pommer. Die 22-Jährige meldete sich freiwillig für das Bodypainting. Dabei werden Kunstwerke auf die Haut gemalt, und das Modell bewegt sich danach als menschliche Leinwand durch die Menschenmenge. „Als nächstes werden wir eine Rollstuhlfahrerin anmalen“, sagte der Künstler Jörg Düsterwald.

Verschiedene Fortbewegungsarten wurden ebenfalls vorgestellt. Dabei konnten Tandemfahrräder ausprobiert werden, aber auch verschiedene Roller. Der Flicker F5 zum Beispiel muss mit Hüftbewegungen betrieben werden.

Ein Hingucker waren die Assistenzhunde. Die Tiere sind je nach Bedürfnis des Kunden speziell ausgebildet. „Es gibt Hunde, die ihren Besitzer abschirmen und welche, die im Haushalt helfen“, erklärte Kati Zimmermann. Die Tiere geben den Menschen Sicherheit. Es ist immer jemand an ihrer Seite, der in schwierigen Situationen hilft. „Für die Menschen ist dies der erste Schritt zurück in einen normalen Alltag“. Diesen Schritt wagte Christian Hansow vor zwei Jahren. Er hatte sich einen Halswirbel gebrochen und ist seither querschnittsgelähmt. Schließlich entschied er sich für ein Exoskelett. Dieses stützt den Träger und ermöglicht ein aufrechtes Gehen für Querschnittsgelähmte. Das Exoskelett habe ihm sehr geholfen. „Es tut unglaublich gut sich zu bewegen. Nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele“.


zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen