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Sanierung : Ein gutes (Klär-)Werk für die Ostsee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Eckernförder Klärwerk wird zurzeit für 5,6 Millionen Euro saniert und ausgebaut.

Eckernförde | Das Klärwerk in der Straße Am Ort wird zurzeit saniert und ausgebaut. Die ältesten Teile stammen noch aus den 50er- und 60er-Jahren und sind immer wieder reparaturanfällig. Zudem steht demnächst eine Herabsetzung der durch die Klärung zu erreichenden Stickstoffwerte an. Die Bauarbeiten gehen gut voran, die Mitarbeiter der Firma Konrad Leymann aus Sulingen bei Bremen nutzen das derzeit trockene Herbstwetter voll aus.

Zurzeit kommen im Eckernförder Klärwerk täglich 5000 Kubikmeter Abwasser an und werden gereinigt, bevor sie in die Ostsee fließen. Dennoch muss die Ostsee weiter vor Überdüngung durch beispielsweise hohe Stickstoffwerte geschützt werden. Deshalb wurde bereits 2011 beschlossen, das Klärwerk umfangreich umzubauen und zu sanieren.

Der erste Bauabschnitt ist in vollem Gange: Zwei neue, große Rund-Nachklärbecken werden zurzeit errichtet, noch in diesem Jahr werden die Wände dafür hochgezogen. Damit können dann 3200 Kubikmeter Ab- und Regenwasser aufgenommen werden, was insbesondere bei stärkeren Regengüssen erforderlich wird. Der im schon teilweise gereinigten Wasser immer noch enthaltene Schlamm setzt sich im Nachklärbecken am Boden ab. Damit übernimmt ein Nachklärbecken die Aufgabe einer optimalen Trennung von Schlamm und Feststoffen vom gereinigten Wasser. Die alten Nachklärbecken mit einem Fassungsvermögen von 2200 Kubikmetern werden im Laufe der nächsten Jahre abgerissen, der Platz wird später für die Errichtung eines Sozialgebäudes für die Mitarbeiter genutzt.

Für das kommende Jahr ist die Errichtung des Verteiler- und Schlammpumpenwerkes geplant, ein Jahr später erfolgt der Abriss der beiden alten kleinen Rundbecken und der Bau eines neuen Belebungsbeckens. Dort erfolgt der Stickstoffabbau. Momentan wird der Stickstoffgehalt des geklärten Wassers bei 18 mg/l gemessen. Die zulässigen Grenzwerte werden damit zwar eingehalten, doch wie gesagt sollen diese Werte demnächst abgesenkt werden. Durch die neue Anlage kann ein Stickstoffwert von 10 mg/l erreicht werden, was der Ostsee zugute kommt.

Wieder ein Jahr später wird mit der Erweiterung der Filtration der dritte Bauabschnitt eingeleitet, das heißt, dort wird das Wasser durch Sandfilter und zusätzliche Tuchfilter geleitet, die letzte Schwebstoffe herausfiltern. Besonders stolz ist Dirk Petersen, der im Bauamt für die Baumaßnahme zuständig ist, auf eine Neuerung: „Unser Klärwerk erhält 2018 mit einer UV-Desinfektion eine Besonderheit: UV-Leuchtröhren werden ins Gerinne eingehängt und töten letzte Bakterien ab. Damit erhält die Ostsee an unserer Küste eine noch bessere Badewasserqualität, was für Eckernförde als Ostseebad und Ferienort eine nicht unerhebliche Rolle spielt.“

Insgesamt liegen die bewilligten Kosten für die Baumaßnahme bei 5,6 Millionen Euro. Hinzu kommen noch etwa 900  000 Euro für die Errichtung des bereits erwähnten Sozialgebäudes mit Besprechungsraum und einem sogenannten Schwarz-Weiß- Bereich. „In dieser Art Schleuse“, so Petersen, „werden die Mitarbeiter im Weiß-Bereich ihre Privatkleidung komplett ablegen und im streng getrennten Schwarz-Bereich ihre Arbeitskleidung anziehen und umgekehrt.“ Damit werden hohe hygienische und gesundheitsrelevante Standards eingehalten. Das neue Klärwerk wird dann den Anforderungen einer zeitgemäßen Abwasserbehandlung entsprechen und einen Schutz der Ostsee vor weiterer Überdüngung darstellen.

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