Gut Friedrichshof : Ein gutes Jahr für den Spargel

Mit rund 17 Tonnen Ertrag rechnet Spargelbauer Richard Hoene in diesem Jahr.
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Mit rund 17 Tonnen Ertrag rechnet Spargelbauer Richard Hoene in diesem Jahr.

Richard Hoene rechnet mit 17 Tonnen Ertrag bis zum Saisonende Mitte Juni / Spargelfest am 31. Mai

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20. Mai 2015, 06:00 Uhr

Altenholz | Die Fahnen an der K  19 kündigen es an: Die Spargelzeit auf Gut Friedrichshof ist in vollem Gange. Sieben Tage in der Woche bringen Richard Hoene und sein Team das auf Feldern in Neuwittenbek gezogene Edelgemüse im Hofladen an die Kunden. Gut vier Wochen noch. Rund 17 Tonnen Spargel werden bis dahin geerntet worden sein.

„Das ist ein erstaunlich guter Ertrag“, erklärt Hoene, der seit nunmehr 20 Jahren als einziger in der Region Spargel anbaut. Und der ist gefragt. Im März gibt es das beliebte Gemüse bereits in den Supermärkten zu kaufen – importiert aus dem europäischen Ausland oder von Feldern in Deutschland, die von der Nachbarschaft zu einer Biogasanlage profitieren und mittels Heizschlangen, Folien und Tunneln beinahe unter Gewächshausklima liegen. Das wäre nichts für Hoene. „Eine kurze, heftige Spargelzeit ist mir lieber als eine in die Länge gezogene“, sagt der Altenholzer. Die Kunden wissen das und warten in jedem Jahr geduldig, bis der Verkauf auf Gut Friedrichshof beginnt. Turbulente Wochen liegen dann vor dem Verkaufsteam im Hofladen. Insbesondere an den Wochenenden und vor Feiertagen ist der Andrang groß, die Schälmaschine steht an diesen Tagen nicht mehr still. „90 Prozent der Kunden lassen schälen, die Gastronomie sowieso“, sagt Hoene weiter, der unter anderem die Forstbaumschule in Kiel, die Küche des Landeshauses, den Ratskeller in Eckernförde und das Restaurant Treibgut in Kiekut beliefert.

Obwohl die Spargelsaison auch Stress für die Mitarbeiter bedeutet, möchte keiner von ihnen die Wochen missen. Ingo Vogel nahm sich extra Urlaub, um zur Ernte auf Gut Friedrichshof mit anzupacken, als er noch im Aufklärungsgeschwader bei der Bundeswehr war. „Es hat solchen Spaß gemacht“, sagt der Felmer, der seit 1999 zum festen Mitarbeiterstab des landwirtschaftlichen Betriebs gehört. Und das sei bis heute so – sowohl unter den Kollegen, als auch mit den Kunden, meint Vogel, der selbst gern Spargel isst und sich immer wieder neue Variationen ausdenkt wie zum Beispiel in Blätterteig oder in Curry gebraten. Auch Kollegin Corinna Schröder mag täglich Spargel auf ihrem Teller haben, obwohl sie ihn als Aushilfe im Hofladen kiloweise verkauft. „Das ist gar kein Problem“, gesteht die Schinkelerin mit einem Lachen und fügt hinzu: „Ich bin nicht der Typ, der Spargel einfriert.“

Nicht nur die sechs Kräfte im Laden schwärmen von der guten Stimmung auf dem Hof, auch die sieben Erntehelfer, die zum Großteil seit vielen Jahren für die Spargelernte auf Gut Friedrichshof einziehen, unterstreichen das, fühlen sich wie in einer Familie. „Ich freue mich, dass das so ist“, sagt der Chef, der schon jetzt mit einem Satz von 9,50 Euro pro Stunde über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.

Nicht mehr wegzudenken vom Hof ist das Spargelfest, das wieder am Sonntag, 31. Mai, gefeiert wird. Neben frischem Spargel, Spargelpizza in verschiedenen Kombinationen und Suppe erwartet die Besucher ein buntes Programm, das unter anderem Kutschfahrten, Ponyreiten, Bogenschießen, Quadfahren, Hubschrauberrundflüge, Motorsägenschnitzereien, eine Kunstausstellung, Musik und so manches mehr zu bieten hat. Die Tombola bietet mit jedem Los einen Gewinn – der Erlös ist für das Ronald-McDonald-Haus in Kiel bestimmt. Den Auftakt für das Spargelfest bildet wieder der Gottesdienst mit Pastor Dirk Große um 10 Uhr. Weil nur 200 Parkplätze zur Verfügung stehen, empfiehlt Hoene, den Weg zum Hof am besten mit dem Rad oder zu Fuß vorbei an den leuchten gelben Rapsfeldern zurückzulegen.

> www.gut-friedrichshof.de

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