zur Navigation springen

Schleswig-Holstein Musik Festival : Ein guter Ausklang für den Konzertsommer auf Gut Altenhof

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Geiger Daniel Hope und der Pianist Sebastian Knauer beenden Festival-Reihe im Kuhhaus für dieses Jahr

Altenhof | Der Sommer neigt sich seinem Ende zu, und auch die diesjährige Altenhof-Saison des Schleswig-Holsteinischen Musik Festivals (SHMF) fand am Donnerstag mit einem letzten Konzert ihren Abschluss. Als Künstler waren der Geiger Daniel Hope und der Pianist Sebastian Knauer in die Konzertscheune am Gut gekommen. Sie hatten ihr Programm unter das Motto „Hommage à Joseph Joachim“ gestellt.

Joseph Joachim war zu seiner Zeit ein begnadeter Geiger (1831 – 1907). Als er 1853 Beethovens bis dahin nicht sehr hoch geachtetes Violinkonzert mit großem Erfolg gespielt hatte, flog ihm Clara Schuhmanns ganze Sympathie zu: „dass ich nie solch Violinspiel gehört…“ Es entstehen tiefe Musikerfreundschaften zwischen dem Hause Schumann, Joseph Joachim und dem damals 20-jährigen Komponisten Johannes Brahms aus Hamburg. Die große gegenseitige Wertschätzung hatte gemeinsames Musizieren und Komponieren zur Folge.

Hope und Knauer spielten Kompositionen aus dieser beseelten Zeit: zu Beginn das Scherzo c-Moll von Johannes Brahms aus der „F.A.E“-Sonate, komponiert für Joachim und dessen Lebensmotto „Frei Aber Einsam“. Clara Schumanns Romanze in Des-Dur folgte – zart, fein und hoch emotional. Brahms’ „Regenliedsonate“ nach Texten von Klaus Groth wurde mit so viel innerer Anteilnahme gespielt, dass sich wohl kaum einer der starken Wirkung dieser Komposition entziehen konnte. Musik wie atmen. Atmen und leise lächeln. Melancholisch – und durch regengraue Tropfenschleier Erinnerungen aus Kindertagen sehen. Diese Musik malte Bilder. Und Daniel Hope betörte mit seiner Kunst des lang gehaltenen, bis zur Stille ausgehauchten Abschiedstons. Wunderbar und tief ergreifend.

Bevor Joseph Joachim selbst mit seiner Romanze B-Dur op.2 Nr.1 „zu Worte“ kam, gab es zwei Kompositionen von Felix Mendelssohn, Fassungen für Violine und Klavier. Noch viel mehr als dort im „Hexenlied“ konnte Hope allerdings in Joachims Werk sein Können kredenzen. So differenziert zwischen sanftem und kraftvoll furiosem Spiel, so farben – und facettenreich in seinem Ausdruck, dazu diese kostbare Guarneri del Gesù (1742) mit ihrem besonderen Klang – das war für alle, die sensibel hören können, ein kaum zu vergleichender Hochgenuss. Stets an seiner Seite der international bewunderte Pianist Sebastian Knauer, ein Großmeister seines Fachs, ohne dessen Kunst die glänzende Gesamtwirkung des Konzertes undenkbar wäre.

Als krönender Abschluss erklang die Sonate für Violine und Klavier c-Moll op.45 von Edvard Grieg (1843-1907) – ein seltsam zerrissenes Stück, teils sehr modern, fast expressionistisch und dann doch schönste Strecken norwegischer Folklore. Nach diesem kongenialen Spiel von Violine und Klavier applaudierte das Publikum, jubelte und trommelte mit den Füßen, so dass Hope und Knauer drei Zugaben spendierten. Ein guter Ausklang für diesen Konzert-Sommer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen