Borbyer Gilde : Ein Gildefest mit vielen Premieren

Beim Auftritt der „Alten Garde“ hielt es die Zuhörer im Festzelt nicht mehr auf den Sitzen.
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Beim Auftritt der „Alten Garde“ hielt es die Zuhörer im Festzelt nicht mehr auf den Sitzen.

Ein neuer Standplatz fürs Festzelt und die erste Fahrt im Kettenkarussell – auch das Konzert der „Alten Garde“ nach 30 Jahren fand überwältigenden Anklang.

shz.de von
17. Juni 2014, 06:48 Uhr

Mit einer Premiere endete gestern der offizielle Teil des Borbyer Gildefests und schloss damit die „drei tollen Tage“ ab: Weil der Betreiber des Nostalgiekarussells aus Altersgründen aufgehört hat, schwangen sich die Gildeoberen mit ihren Gästen gestern Abend auf dem Festplatz erstmals auf ein Kettenkarussell – sehr zur Freude der umstehenden Festgäste.

Zuvor hatten Bürgervorsteherin Karin Himstedt und Bürgermeister Jörg Sibbel Vorstand, Zwölfer, König, Kinderkönigspaar und Gäste im Rathaus empfangen. „Die Borbyer Gilde ist etwas ganz Besonderes“, sagte Jörg Sibbel, der seine Ansprache auf Plattdeutsch hielt. „Sie ist fest verbunden mit den Menschen in Borby.“ Auch Karin Himstedt sprach von einem „besonderen Gemeinschaftsgefühl“, das den Stadtteil auszeichne. Spekulationen, nach denen die Richard-Vosgerau-Schule geschlossen werden soll, erteilte der Bürgermeister eine klare Absage. Stattdessen versprach er, dass sich die Stadt für die Ansiedlung eines Lokals in Borby einsetze. Scherzhaft schlug Gildevorsitzender Lorenz Marckwardt vor, dass das Gildezelt als Anlaufstelle für die Borbyer solange stehenbleiben könne.

Neben dem Kettenkarussell war auch die Versetzung des Festzelts vom Schulhof auf den Festplatz wegen gestiegener Auflagen neu. Und auch das Konzert der „Alten Garde“ beim Frühschoppen am Sonntag im Festzelt war eine Premiere: Viele hatten auf den Auftritt der TuS-Veteranen gewartet, die nach über 30 Jahren erstmals wieder zusammenspielten. Der Einzug der rund 40 Musiker konnte eindrucksvoller nicht sein. Sieben Monate lang haben die ehemaligen TuS-Spieler geprobt, bis wahre Orchesterklänge aus den Instrumenten erklangen.

Auf Plattdeutsch begrüßte Hermann Wolter die zahlreichen Anwesenden – das Zelt war voll besetzt: „Leve Lüüd, dat wat wi hüüt beleven is een enmalige Saak, sowat gifft dat ni nich wedder un ju könnt segg’n, wi sünd dorbi ween“. Stolz übernahm Gerd Neve wie in früheren Zeiten die Stabführung, und schon bei den ersten Märschen erklangen Freudenrufe der Zuschauer: „Das ist großartig, wie viel Herzblut in der Musik liegt.“ Stabführer Neve wechselte gerne auch mal in die Reihen der Spieler und griff wie selbstverständlich zum Horn. Mit einer gekonnten Sketch-Einlage überreichte Hans Heinrich „Hinne“ Lorenzen, als Butler verkleidet, den Konzertstab an Klaus-Dieter „Klicki“ Nielsen.

Voller Orchesterklang brachte das Festzelt mit einer Mischung aus Märschen, Polkas und Potpourris zum Beben. Stehend, schunkelnd und klatschend zeigten die Zuhörer ihre Begeisterung. Begleitet von viel Applaus, begrüßte Moderator und Schlagzeuger Hermann Wolter den Ehrengast Altbürgermeister Kurt Schulz: „Lever Kurt Schulz, wi hebbt dat ni vergeten, dat ahn dien Bestreven un Ünnerstütten uns Vereenshuus un vele Veranstaltungen in de TuS-Tiet gor ni mööglich weern, dorför seggt wi Speeler un Muskannten hütt noch eenmal hartlichen Dank. Wi und vörnweg Gerd Neve speelt di to Ehren de Löppel-Polka.“ Kurt und Helga Schulz konnten ihre Rührung kaum verbergen, gemeinsam mit dem Ehrenvorsitzenden der Eckernförder Beliebung Arnold Metzger waren sie sich einig: „Der heutige Morgen war ein Geschenk, nicht nur an die Borbyer Gilde, sondern an all die Menschen die hier sind.“

Mehrere Zugaben mussten die Musiker geben. Mit dem „Gruß an Kiel“ endete der einmalige Auftritt der 38 Musiker, die 1974 auseinandergingen. Das Konzert wurde von Winfried Wirtz aufgezeichnet und ist als DVD erhältlich bei Hermann Wolter, Krafft Lorenzen.


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