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Kirchengemeinde St. Nicolai : Ein Gemeindehaus wie eine Skulptur

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Direkt neben der St. Nicolai-Kirche und mitten im Stadtzentrum könnte in den nächsten Jahren ein innovatives Projekt aus Glas und Blei entstehen. Der Kirchengemeinderat muss sich entscheiden.

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erstellt am 06.Dez.2016 | 06:59 Uhr

Eckernförde | In drei Jahren soll alles fertig sein, sagt Dirk Homrighausen. Der Pastor der Kirchengemeinde St. Nicolai meint nicht die laufende Kirchensanierung für rund zwei Millionen Euro, die dürfte weitaus früher abgeschlossen sein. Seine Gedanken reichen darüber hinaus und drehen sich um den Neubau des Gemeindehauses. Ein Großprojekt, mit dem sich umgehend auch der gerade gewählte Kirchengemeinderat zu befassen hat.

Die drei Varianten wurden auch am Wahltag, 27. November, auf einer Stellwand in der St. Nicolai-Kirche vorgestellt, und die Gemeindeglieder konnten ihre Kommentare auf Karten befestigen. Das eine oder andere Votum verlor sich bei der Sanierung des Langlo-Hauses in der Kieler Straße Süd oder einem Bauplatz an der Nooröffnung, dafür war der Entwurf für das neue Gemeindehaus direkt neben der Nicolai-Kirche auf dem Kirchplatz förmlich umzingelt von Meinungskärtchen. „Gute Idee“, „Ja, und mittendrin“ oder „Krass modern“ war darauf zu lesen. Kritik? Fehlanzeige, es gab nur Zustimmung.

Das dürfte auch den Kölner Star-Architekten Prof. Peter Busmann (83) freuen, der eine erste grobe Skizze des neuen Gemeindehauses auf der Rasenfläche an der Nordseite der Kirche gezeichnet hat. „Krass modern“ trifft es eigentlich ganz gut. Das neue Gemeindehaus soll wie eine Skulptur im öffentlichen Raum wirken, gibt Dirk Homrighausen Interpretationshilfe. Im Blickpunkt dabei eine Glaspyramide, die Licht in den neuen, nur 120 Quadratmeter großen Gemeindesaal und die Nebenräume lässt und die Kirche gleichsam nicht verdeckt. Diejenigen, die bereits mehr über Form und Funktion wissen, zeigen sich beeindruckt von der Qualität und herausragenden Wirkung des Entwurfs. „Ein bescheidener Bau, aber künstlerisch hochwertig“, lautet das Urteil von Pastor Homrighausen, der die Baukosten mit 1 bis 1,2 Millionen Euro taxiert. Also keine Limburger Verhältnisse, obwohl auch der Eckernförder Bau mit seiner Glaspyramide und der mit Blei eingefassten Fassade durchaus extravagant daherkommt. Da der Kirchplatz bis 1827 als Friedhof genutzt wurde, ist bei einem Erdaushub durchaus damit zu rechnen, das auch Gebeine zutage gefördert werden. Sie sollen geborgen und in einem halbrunden, mit Bänken ausgestatteten Beinhaus (Ossarium) ihre dann wohl letzte Ruhestätte finden.

Viel günstiger als das Gemeindehaus der kurzen Wege Tür an Tür mit der St. Nicolai-Kirche würden wohl auch die beiden anderen Alternative kaum werden, betonen Dirk Homrighausen und sein Kollege Ullrich Schiller gegenüber unserer Zeitung. Denn an der Nooröffnung / Reeperbahn müsste die Kirchengemeinde zunächst das Grundstück erwerben und dann neu bauen, und das Bestandsgebäude Langlo-Haus müsste entkernt, umgebaut und mit einem Fahrstuhl ausgestattet werden.

Der neue Kirchengemeinderat ist also gleich gefordert. „Wir wollen diese Frage noch dieses Jahr angehen“, drückt Dirk Homrighausen kräftig aufs Tempo.

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