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Wettstreit der Klassiker auf der Ostsee : „Ein Gefühl wie beim Skifahren“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

An diesem Wochenende wetteifern 130 klassische Yachten in Laboe um den Regatten-Sieg. Die 7KR aus Fleckeby ist mit von der Partie.

Fleckeby | An diesem Wochenende kommen Schiffsliebhaber in Laboe auf ihre Kosten – denn die größte und älteste Klassiker-Regatta an der Ostsee, die German Classics, lädt wieder zum Staunen ein. Organisiert vom Freundeskreis klassische Yachten Kiel, begrüßt die exklusive Segelveranstaltung jedes Jahr rund 130 klassische Yachten im Laboer Hafen, von der kleinen Jolle bis zum „Zwölfer“, eine der größten Klassen im Segelsport. Neben den Wettfahrten auf der Förde zählt zu den Höhepunkten der Veranstaltungen auch der alljährlich verliehene Restaurierungspreis.

Günther Meyer nimmt mit seiner Yacht „Libertas II“ zum dritten Mal an den German Classics teil. Das Schiff, eine 7 KR von zwölf Metern Länge und 3,28 Metern Breite, ist innen wie außen aus einem Stück Teakholz gebaut. 1965 auf Kiel gelegt hat der Langkieler „Libertas II“ schon einige tausend Seemeilen hinter sich gelassen. Während der Segelsaison liegt die Yacht im Hafen des Wassersportvereins Fleckeby (WSF). Zuvor sei Günther Meyer mit dem Vorgänger-Schiff „Libertas I“ in einem anderen Segelverein der Region gewesen, vor vier Jahren sei er dann aber zum WSF gewechselt: „Der WSF ist ein ganz kleiner Verein, der sich durch seine kleine Gemeinschaft auszeichnet. Wir fühlen uns sauwohl hier“, erklärt der Bankkaufmann und Diplom-Ökonom. „Und der Steg hat uns damals überzeugt, im Falle eines Tidenhubs nivelliert er sich selbst.“ Viele Mitglieder des WSF seien zudem begeisterte Regattasegler: „Mein Hafen-Nachbar vis-a-vis fährt gerade eine große internationale Regatta mit zwei jungen Leuten aus dem Verein. Hier passiert wirklich viel.“

Vor vier Jahren habe Meyer die 7 KR gekauft. „Sie war in keinem guten Zustand. Die unteren Spanten waren völlig marode.“ Yachtbau Janssen und Renkhoff aus Kappeln haben die „Libertas II“ wieder seetüchtig gemacht. Jedes Jahr im Winter wird die Yacht seither durch die Kappelner Werft neu lackiert und gepflegt. „Holz lebt und hat eine Seele, es bedarf natürlich einer intensiven Pflege.“ Den Innenraum der als Hochseeregattaschiff konzipierten Yacht ließ Meyer mit persönlichen Annehmlichkeiten, etwa einem Kühlschrank und einem kleinem Badezimmer, ausrüsten.

Mit seiner Mannschaft – einer Taktikerin, einem Steuermann und zwei Personen für die Bedienung der Segel – hat Meyer im vergangenen Jahr der German Classics unter den 150 Teilnehmern den dritten Platz erreicht. Bereits im Januar bespricht die Mannschaft telefonisch, welche Regatten sie in der kommenden Saison fahren wollen, darunter nicht nur die German Classics, sondern auch die Kappelner Speckregatta oder die Max Oertz Regatta in Neustadt. „Svea ist unsere Taktikerin, die macht einen ganz tollen Job. Die Taktik ist wichtig, um eine Regatta richtig anzupacken.“ Der Yachtbesitzer selbst sitzt während der Segelwettfahrt im Heckkorb seiner Yacht und genießt dabei den Rausch der Geschwindigkeit. „Es sind wahnsinnige Geschwindigkeiten. Bei Windstärke sieben oder acht rauscht es nur noch. Das ist ein Gefühl wie beim Skifahren, einfach Wahnsinn, ein Lebensgefühl, das man nicht beschreiben kann. Mein Enkel würde sagen: ’Total geil, Opa!’“ Trotz aller Begeisterung für den Nervenkitzel beim Segeln, hat der Bremer trotzdem stets ein wachsames Auge auf die Unversehrtheit seiner Yacht: „Wenn mir das Regattafeld da draußen zu eng wird, sage ich auch stopp.“

An den German Classics teilzunehmen, bereitet Meyer Freude: „Es ist eine Veranstaltung von hohem Stellenwert. Der Erhalt und das Restrukturieren alter Yachten steht im Vordergrund.“ So wurde unter anderem die „Libertas II“ für den diesjährigen Restaurierungspreis nominiert.

Am Samstag ab 11.30 Uhr wird Günther Meyer mit seinem vierköpfigen Team an der traditionellen Langstreckenregatta der German Classics teilnehmen. Wind, den wünsche er sich für den Wettbewerb. „Das Schiff hat ein Gewicht von neun Tonnen, da braucht es schon vier Windstärken. Wir wollen schließlich kein Kaffee-Segeln.“

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erstellt am 22.Aug.2015 | 14:15 Uhr

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