Ein Festival mit Zukunft

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06. Juli 2014, 12:52 Uhr

Für 40 Euro kann man zweimal essen gehen, eine Jeans im Sonderangebot kaufen oder sich ein- bis zweimal die Haare schneiden lassen. 40 Euro kostete auch der Eintritt für das „Radio Nora Sommer Open Air“ am Südstrand. Und auch da stimmte die Gegenleistung: sechs Stunden Live-Konzert von fünf legendären Bands inklusive kurzer Umbaupausen – ein top Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Bands gingen ab, nutzten ihre Stunde für intensive und mitreißende Auftritte – Festivalbesucher, was willst du mehr? Und so gab es nicht mal im Ansatz maulige Gesichter, sondern durch die Bank begeisterte Zustimmung und nur vereinzelt konstruktiv gemeinte Hinweise auf zu weit entfernte und zu wenige Dixi-Klos oder zu wenig Bierstände. Dass Polizei und Ordnungsamt nach Festivalende kurzfristig die B 76 beim Ansturm auf die Busse doch sperren mussten, war so zwar nicht vorgesehen, zeigt aber die Umsicht und das richtige Fingerspitzengefühl und war in der Situation vollkommen richtig.

Das Programm, das Daniel Spinler mit seinen Partnern für Eckernförde geschnürt hat, war ein Volltreffer. Das lag an den bestens aufgelegten Musikern, der beeindruckenden Kulisse an der spiegelglatten Ostsee und der sehr guten Organisation. Sicher hat auch der glückliche Umstand, dass das angekündigte Unwetter an Eckernförde Richtung Kiel vorbeizog, zum bewegenden Festival-Feeling beigetragen. Und so hatten die 7500 ihren Spaß, machten Party und ließen sich die Getränke schmecken, so dass zwischendurch nachgeordert werden musste.

Wer dabei war, hat’s genossen, wer nicht, hat was verpasst. Wenn alles gut läuft, wird sich die Wartezeit auf das nächste Südstrand-Festval nicht länger als ein Jahr hinziehen. Hinter den Kulissen laufen bereits Gespräche, die auf eine Wiederholung mit dann wohl anderen Gruppen aus dieser Zeit schließen lassen. Auch Radio Nora dürfte nach diesem Auftritt großes Interesse daran haben, Eckernförde als möglichen Kalkberg-Ersatz fest als Festivalstandort ins Portefolio zu nehmen.

Für Eckernförde wäre dies in jedem Fall eine Bereicherung. Wobei man darauf achten sollte, nicht nur die Oldiefreunde zu bedienen, sondern sich auch einmal an andere Kaliber heranzutrauen.

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