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Vernissage : Ein Fest für die Sinne: Tafelfreuden im Museum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Museum hat seine jüngste Ausstellung auf ungewöhnliche Weise eröffnet: Statt die Keramiken von sechs deutschen und dänischen Künstlerinnen nur anzuschauen, haben die Gäste von ihnen gegessen. Eine unkonventionelle Vernissage, die Anklang fand.

Auch im Museum Eckernförde gibt es immer noch ein erstes Mal – so geschehen am Mittwochabend. Statt mit der gewohnten Eröffnung einer neuen Ausstellung und dem dazugehörigen Gläschen Wein erwartete die Gäste diesmal satte Tafelfreuden. Beizeiten informiert, hatten sich 24 Vernissage-Teilnehmer für die 24 Plätze an einer langen Tafel anmelden können. Dort, wo sonst bei Eröffnungs - und Einführungsreden die Zuhörer auf langen Stuhlreihen klugen Worten lauschen, stand diesmal ein langer, reich gedeckter Tisch mit Originalkeramik als Essgeschirr und kostbaren Gläsern der Firma Rotter aus Lübeck. Hier sprach die Kunst für sich selbst.

Doch – bevor es ans Schmausen ging – stand noch anderes auf dem Programm. Ungeplant spannungsfördernd war zunächst der Umstand, dass die pünktlich eingetroffenen Gäste noch eine Runde im Vorraum des Museums warteten, bevor das Festmahl im ersten Stock fertig eingedeckt war, man die Stufen zum „Festsaal“ hinaufsteigen konnte.

Auch dann war an ein Platznehmen noch nicht zu denken. Zunächst ging es an der Tischdekoration vorbei, und man konnte alle Kostbarkeiten – im langsamen Vorübergehen – schon einmal in Augenschein nehmen. Auf weißen Tafeltüchern glänzten schönste Gläser, blanke Bestecks, herbstliche Blumendekorationen und völlig unterschiedliche Essgeschirre. Jedes Gedeck war mindestens zweimal gestellt und hob sich von den Nachbargedecken durch völlige Andersartigkeit ab. Die Skala reichte von hauchzart bis massiv, von edlem Grau bis zu Porzellanweiß, von einfarbig bis mehrfarbig dekoriert – alle hatten aber eines gemeinsam: Man konnte von allen Schalen und Tellern und aus allen Schüsseln essen. Doch so weit war es noch nicht.

Zunächst ging es die Treppen hinunter zu den beiden Ausstellungsräumen. Hier stellten drei deutsche und drei dänische Keramikerinnen ihre Exponate vor: Gurli Elbækgaard, Susan Lange und Nina Lund aus Dänemark, Susanne Juliette Koch, Eva Koj und Roswitha Winde-Pauls aus Deutschland.

Die Landtagsabgeordnete Jette Waldinger-Thiering (SSW) gab ihrer Freude Ausdruck, dass die Umsetzung von Susanne Kochs Idee zu einer grenzübergreifenden Ausstellung im Eckernförder Museum auf so fruchtbaren Boden gefallen sei.

Und ein sichtlich heiter gestimmter Museumsleiter Dr. Uwe Beitz erinnerte zunächst an Tafelfreuden früherer Zeiten, sah dann im Einklang alle Sinne (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen ..,) für diesen Abend ein wirkliches „Fest für die Sinne“ voraus. Schließlich skizzierte er die Besonderheiten der sechs Künstlerinnen: Nina Lund zeige unter Gefäße, deren Gestaltung und Farbigkeit geradezu selbst appetitanregend seien. Susanne Juliette Koch beschäftige sich mit Formen, die zu einem Bild werden und erst im Gebrauch wieder als Form in den Vordergrund rückten.

Für Susan Lange lade die Arbeit mit Ton zum Spielen ein, Gurli Elbækgaard arbeite mit Gefäßformen, die sich an Naturformen orientierten, Eva Koj habe unter anderem den Wunsch, Prozesse bei der Bearbeitung des Tons (Risse, Asymmetrien) sichtbar zu machen.

Und dann ging es zu den Tafelfreuden. Susanne Storch hatte ein Fünf-Gänge-Menu vorbereitet. Die Künstlerinnen schleppten das warme Essen von der Bürgerbegegnungsstätte über den Marktplatz hinüber zum Museum – und das festliche Genießen nahm seinen Lauf.



>Die Keramik-Ausstellung “Ein Fest für die Sinne“ läuft bis zum 27. Oktober, Di-Sa 10-12.30 + 14.30-17 Uhr, So 11-17 Uhr

 

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erstellt am 11.Okt.2013 | 08:00 Uhr

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