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Jubiläum : Ein Fest für den König der Blasmusik: Gerd Neve

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gerd Neve (80) ist wie kein anderer mit der Turn- und Spielvereinigung Eckernförde vertraut. Am Wochenende feierte er mit 160 Weggefährten und Familie den 80. Geburtstag nach.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2017 | 06:27 Uhr

Eckernförde | Königswetter für eine besondere Feier. Gerd Neve (80) ist wie kein anderer mit der Turn- und Spielvereinigung Eckernförde, dem Blasorchester der TuS Eckernförde, vertraut. „Einmal noch möchte ich auf die Pauke hauen“, sagte der vitale Musiker und lud sich viele Freunde, Weggefährten und Familie ein. 160 Besucher strömten am Sonnabend auf das Festgelände seiner „Ponde Rosa“ am Rosseer Moor und feierten nachträglich seinen 80. Geburtstag.

Mit dem Aufmarsch der TuS Eckernförde und dem Fahnenschwenken von Joachim Fey (Borbyer Gilde), begann ein musikalisches Fest mit vielen Einlagen. Zur besonderen Freude trommelten seine Enkelkinder Mona Barczyk (28) und Manuel Lamp (23) beim Fahnenschwenken mit. Durch das Feuerwerk der Blasmusik führte charmant und mit vielen persönlichen Worten Hermann Wolter. Er skizzierte den Lebensweg von Gerd Neve. Schon 1928 gründete „Onkel Kohrt“, Georg Kohrt, den Gewerkschafts-Spielmannzug Eckernförde, der in der NS-Zeit verboten wurde. 1948 war Gerd Neve, einer der Ersten, der in den neu gegründeten Spielmannszug, nach dem Vorbild der „Freien Turnerschaft“, eintrat. Neve war der erste Stabführer des Knabenspielmannszuges, lernte das Trommeln, die Querflöte, das Signalhorn und die Fanfare. Er wurde Ausbilder und Stabführer, später Dirigent und Vorsitzender und ist bis heute eine zentrale Person und aktiver Musiker in der TuS Eckernförde.

Es ist kaum zu zählen, wie viele junge Menschen durch seine Ausbildung gingen, wie viele Projekte Gerd Neve ins Leben rief. Zeitweise hatte die TuS über 500 Mitglieder. Er schaffte es Menschen zu motivieren, ein gutes Team an seiner Seite aufzubauen, zu organisieren und war zu alledem ein guter Handwerker. Viele freie Stunden steckte Neve in den Bau des Vereinsheims. Für viele junge Menschen schaffte der Vollblut-Musiker im Verein eine zweite Heimat, war stets Berater und väterlicher Freund.


Gerd Neve schaffte Heimat für viele in der TuS


Hermann Wolter, von Gerd Neve selbst über viele Jahre ausgebildet, spricht für viele voller Hochachtung über die Zeit: „Gerd, deine Schnelligkeit, Dinge durchzusetzen, deine Herzlichkeit und Umsichtigkeit, ganz besonders in der Jugendarbeit, schätzen wir bis heute an dir. Wenn es in Borby Legenden gibt, so bist du eine davon.“

Wolter zählte einige Projekte von Neve auf: Zeltlager mit über 100 Jugendlichen in Surendorf, Ludwigsburg, Amelinghausen, Dänisch Nienhof und im Harz. Auslandsreisen nach Miami, Orlando und zur Steubenparade nach New York. 80 Mädchen schafften es 1979 zur Deutschen Meisterschaft im Mädchen Schau-Corps. 30 Jungen gehörten dem Spielmannzug, 40 Musiker dem Blasorchester an. Höhepunkt war 1988 das große Musikfestival mit über 3000 Musikern in Eckernförde.

Einer seiner „Jungen“ ist 1988 aus der Partnerstadt Macclesfield/England angereist. 14 Tage vor Beginn des Festivals stand „Lancelot“, Lance Aerosmith, mit 18 Jahren vor dem TuS-Heim und wurde von Gerd Neve aufgenommen. Die Freundschaft ist bis heute geblieben und der Trompeter (47) ließ es sich nicht nehmen und überbrachte persönlich seine Geburtstagsgrüße.

Sichtlich Spaß gab es mit dem Aufleben von „Gerds Trommelschule“. Hermann Wolter und Ralf Doorentz erinnerten sich an die ersten Trommelschläge unter der Leitung von Neve und initiierten eine Probestunde. Streng aber gerecht lehrte „Herr Neve“ seine Jungs die ersten Takt-Schläge auf dem Frühstücksbrett. Statt Konzertflöte und Klarinette holten Silvio, Olaf, Torsten und Uwe ihre alten kleinen Querflöten heraus und spielten mit den Trommlern gemeinsam – wie vor 50 Jahren. Ein Spaß für die Besucher.

Neves Jubiläums-Musikfest mit vielen jugendlichen Nachwuchsmusikern wurde ein voller Erfolg. Ein Höhepunkt und Geschenk an Gerd Neve war der Auftritt von Dudelsack-Spieler Sascha Paustian (37), der mit dem Orchester „Highland Cathedral“ spielte und das Festzelt zum Beben brachte. Gerd Neve hat eine lange TuS-Vita, ist zudem zweimal König der Borbyer Gilde gewesen, Landesstabführer und Träger der Ehrennadel der Stadt Eckernförde.

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