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Eckernförder Zeitung

18. Oktober 2017 | 01:15 Uhr

Norbert Weber : Ein Eckernförder in Riga

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Nemo-Galerist Norbert Weber hat eine Ausstellung in Lettlands Hauptstadt im Beisein des Staatspräsidenten eröffnet. Sie weist auf das neu einzurichtende Museum hin, bei dem der Eckernförder mitwirkt.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2015 | 06:51 Uhr

Eckernförde | Eckernförde und Riga haben eines gemeinsam: In beiden Städten wirkt der Galerist und Kurator Norbert Weber. In Eckernförde mit seiner Galerie Nemo und der Artothek, in der man sich Kunst auf Zeit ausleihen kann, in der lettischen Hauptstadt im staatlich bestellten Gremium, das seit 2005 die Sammlung für das neu entstehende Museum für zeitgenössische Kunst aufbaut.

Dafür steht den zehn Gremiumsmitgliedern aus Lettland, Finnland, Litauen, Russland und Deutschland seither ein jährlicher Betrag in Höhe von 140  000 Euro zur Verfügung. Nach und nach werden Kunstwerke auf Empfehlung des Gremiums angekauft. Und jetzt, wo die Sammlung nahezu komplett ist, soll auch das passende Museum dafür gebaut werden. 35 Millionen Euro stehen dafür bereit, gestiftet von einer Bank und einem Mäzenen-Ehepaar.

Norbert Weber ist als Experte und Gremiumsmitglied ein zentrales Rad im Uhrwerk des neuen Museums. Es soll zentrumsnah in der Nähe des Jugendstilviertels gebaut werden. „Ich rechne mit fünf bis sechs Jahren bis zur Fertigstellung“, so Norbert Weber.

Am vergangenen Wochenende wurde ihm eine besondere Ehre zuteil: Er eröffnete im Beisein des lettischen Staatspräsidenten Raimonds Vejonis die Ausstellung „Mit Siebenmeilenstiefeln“ in der alten Börse Rigas. Das Gebäude ist heute ein Standort des Staatlichen Museums für Kunst. „Bis zur Eröffnung des neuen Museums zeigen wir jedes Jahr eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst in Riga“, so Norbert Weber. Sozusagen als Countdown für die neue Einrichtung. Kurator dafür ist der Eckernförder, der sich schon seit 1989 mit Künstlern des Baltikums auseinandersetzt und hervorragende Kontakte pflegt. Und anderem kuratierte er 2013 den lettischen Pavillon bei der Biennale in Venedig, er gilt aber auch als Fachmann für nordische Kunst.

Die jetzt eröffnete und bis zum 25. Oktober gehende Ausstellung zeigt Werke aus dem Museum für zeitgenössische Kunst im dänischen Tondern. Weber: „Die Stadt hat nur 35  000 Einwohner, aber ein hochkarätiges Museum.“ Manche Werke sind mit einem Versicherungswert von einer halben Million Euro versehen. Dazu gehören Bilder des dänischen Künstlers Per Kirkeby, aber auch Georg Baselitz, Thomas Bang, René Goffin, Sigurdur Gudmundsson, Ian McKeever, Walter Stöhrer und andere werden gezeigt.

Norbert Weber hat die Ausstellung in Riga kuratiert und musste dafür die ganze Halle des Gebäudes umbauen lassen, unter anderem, um ein 3,55 mal 4 Meter großes Gemälde unterzubringen.

Noch dreimal wird Norbert Weber in diesem Jahr nach Riga reisen, unter anderem um einen Vortrag zu halten, eine Führung für Kinder durch die Ausstellung vorzunehmen und an der Sitzung des Expertenkommitees für den Ankauf weiterer Kunstwerke teilzunehmen. Im nächsten Jahr wird er die nächste Ausstellung kuratieren. Dann steht die isländische Kunst im Mittelpunkt.

Mit dem neuen Museum, für das schon ein Grundstück gekauft wurde, soll auch endlich das Gegenstück zum Eckernförder Teil der „Brücke über das Meer“ aufgebaut werden. Die orangefarbene Installation am Strand auf Höhe des Stadthotels ist ein Symbol für die Völkerverständigung und Freundschaft zwischen Ost und West. Sie zeigt jeweils den Beginn einer Brücke zwischen Schleswig-Holstein und Lettland.

 

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