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Eckernförder Zeitung

20. September 2017 | 16:53 Uhr

Tag der Bundeswehr : Ein Blick hinter die Kulissen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Marinestützpunkt Eckernförde öffnet anlässlich des 60. Jubiläums der Bundeswehr seine Türen.

Eckernförde | Es war der 200. Geburtstag des preußischen Reformers Gerhard von Scharnhorst, als am 12. November 1955 die ersten 101 Freiwilligen ihre Ernennungsurkunden ausgehändigt bekommen haben. Seit dem 1. April 1956 heißen diese Streitkräfte Bundeswehr. Gegründet als Verteidigungsarmee im Kalten Krieg, hat sich diese zu einer der modernsten Einsatzarmeen entwickelt und beging am vergangenen Sonnabend bundesweit ihr 60-jähriges Jubiläum.

Auch Eckernförde war einer der 15 ausgesuchten Standorte, wo sich aus diesem Anlass die Tore für ein breites Publikum öffneten. Rund 5000 Besucher nutzten beim Marinestützpunkt die Gelegenheit, sich über das heutige Aufgaben- und Fähigkeitsspektrum mit dem Schwerpunkt Marine zu informieren. Nach den Grußworten von Ministerpräsident Torsten Albig, Vizeadmiral Joachim Rühle aus dem BMVg und nicht zuletzt dem Kommandeur der Einsatzflottille 1, Kapitän zur See Jan Christan Kaack, wurde mit einem gemeinsamen Typhonsignal der seegestützten Einheiten der Jubiläumstag eröffnet.

War es die Mitfahrt auf einem der Verkehrsboote, einem Marineschlepper oder gar auf dem Schlauchboot bei den Minentauchern – die Bandbreite, die von 36 Ausstellungsteams präsentiert wurde, bot zahlreiche Möglichkeiten. Groß war der Andrang bei den U-Booten. Unter Deck von U  33 und U  35 konnten nur diejenigen, die im Losverfahren Glück hatten. „Es ist beeindruckend, dass man auf so engem Raum leben kann“, befand Marie Sophie Rathje (12), eine der Glücklichen, die neben 39 weiteren pro Stunde den steilen Weg durch das Luk eines der beiden Boote nehmen durfte.

Wie sich U-Boot-Fahren bei Seegang und Tiefenänderung anfühlte, konnte im Tiefensteuersimulator des Ausbildungszentrums U-Boote erlebt werden. Ein virtueller Rundgang am Bildschirm durch ein U-Boot Kl. 212  A entschädigte alle, die bei der U-Boot-Verlosung kein Glück hatten.

Einsatz hautnah präsentierten Marinespezialkräfte mit einer simulierten Schiffsübernahme. Die nicht zimperliche Personenfestnahme erregte dabei bei manchen Zuschauern sogar Mitleid. Landung der Fallschirmspringer, unschädlich machen eines improvisierten Sprengkörpers mittels Wasserschuss, Treibminenbekämpfung – das gezeigte Spektrum war zwar nur ein kleiner Teil, machte aber neugierig. Die Pump- und Filteranlage eines Kraftstoff-Feldtanklagers, wie es bis vor kurzem noch in Afghanistan genutzt wurde, Erste-Hilfevorführungen unter Einbindung der Besucher und eine Fahrzeugschau englischer Militärfahrzeuge rundeten das Programm ab.

Dabei auch ein DPV (Desert Patrol Vehicle) von Landrover als Hingucker, wie er im 1. Irak-Krieg mit drei Mann für dreiwöchige Einsätze unterwegs war. „Es ist ein Modellbau 1:1 anhand von Fotos“, beschreibt Timo Kittel aus Ratzeburg sein Hobby, denn in Wirklichkeit war das Fahrzeug niemals im Einsatz. Ein weiterer Blickfang sowie maritimes Schmuckstück: die Admiralsbarkasse (Bj.1936) des ehemaligen Schlachtschiffes „Scharnhorst“, liebevoll von Mitgliedern der Marinekameradschaft fahrbereit restauriert.

Fast als zuviel empfand so mancher Besucher das Programm: „Aber es hat sich gelohnt“, bekräftigte gegen Ende Eberhard Landsittel, Urlauber aus dem Fränkischen.



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