Jahresauftakt der Liberalen : Ein Bayer redet Klartext und will den Niedergang der FDP stoppen

Der FDP-Ortsvorsitzende Bernd Hadewig (l.) begrüßte den Landesvorsitzenden der bayrischen Liberalen, Albert Duin.
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Der FDP-Ortsvorsitzende Bernd Hadewig (l.) begrüßte den Landesvorsitzenden der bayrischen Liberalen, Albert Duin.

FDP Ortsverband Eckernförde-Schlei-Ostsee begrüßt zum traditionellen Grünkohlessen Albert Duin, Vorsitzender des FDP Landesverbandes Bayern

shz.de von
27. Januar 2015, 06:00 Uhr

Wie schon in den Jahren zuvor veranstaltete der FDP Ortsverband Eckernförde-Schlei-Ostsee auch in diesem Jahr sein traditionelles Grünkohlessen. Als Gastredner war Albert Duin, Vorsitzender des FDP Landesverbandes Bayern, in den Riesby Krog eingeladen.

„Es sollen eigenwillige und originelle Auffassungen zu Wort kommen“, forderte der Vorsitzende des Ortsverbandes Bernd Hadewig. Albert Duin sei ein Beispiel für den Neustart der FDP. „Wir brauchen den Wettbewerb der verschiedenen Auffassungen“, so Bernd Hadewig weiter. Albert Duin hatte die Wahl zum Landesvorsitzenden im ersten Wahlgang gewonnen, obwohl er sich für die Kandidatur erst am Abend zuvor entschieden hatte. Trotz seiner offenen Kritik an den eigenen Reihen und oftmals unbequemen Meinung gewann er mit 54 Prozent der Stimmen.

Der Landesvorsitzende gab sich während seines einstündigen Vortrags betont basisnah. Aktuelle Themen setzte er stets in Bezug zu seinen eigenen Erfahrungen als Unternehmer mit drei Firmen im In- und Ausland. Mindestlohn, Kindergartenplätze, Ausbildung, Maut oder Rente mit 63 – Albert Duin hatte Beispiele aus dem Arbeitsalltag parat und erhielt immer wieder Beifall für seine Ausführungen. „Was ist am Mindestlohn sozial gerecht?“, fragte er und rechnete vor. Man habe die Leute belogen und abgezockt, damit der Staat mehr Einnahmen hat. „Der Staat treibt einen Keil zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“ Hinzu käme die Bürokratie, die in verschiedenen Bereichen Überhand nehmen würde und kaum noch zu händeln sei. Er plädiere für mehr Privatwirtschaft und gegen eine DDR 2.0. Auch das Thema Kernkraft griff Albert Duin auf. „Wenn abschaffen, dann europaweit.“

Immer wieder übte er interne Parteikritik, wies auf starre Strukturen und fehlende Kommunikation hin. „Bei uns hat jeder Rederecht“, betonte er. „Wir müssen Neues ausprobieren.“ Außerdem müsse der Druck auf die Delegierten erhöht werden. „Wir hätten denen schon damals in den Hintern treten müssen“, so Duin und bezieht sich auf die Schlappe von 2013. Trotz allem sei er sich 100prozentig sicher: „Wir werden wiederkommen.“ 

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