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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 16:09 Uhr

Ein Ausflug nach Belgien: Absolut lohnenswert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In den alten Handelsstädten wandelt man auf historischen Spuren / Atomium und ein riesiger Containerhafen

von
erstellt am 27.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Der Gedanke, nach Belgien zu reisen, ist zunächst nicht so sehr verlockend. Man weiß im Grunde über das Land nicht viel. Wenn aus der Hauptstadt Brüssel berichtet wird, dann geht es meistens um Probleme der EU oder weil es mal wieder Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung zwischen den niederländisch sprechenden Flamen und den französisch sprechenden Wallonen gab.

Es gibt zwar einen König als Staatsoberhaupt dieser parlamentarischen Monarchie, von dem man aber im Vergleich zu seinen Kolleginnen und Kollegen in Europa relativ wenig hört. Belgien als Staat existiert zwar erst seit 1830. Aber auf seinem heutigen Gebiet haben sich, insbesondere im Mittelalter, bedeutende Handelsstädte entwickelt, deren kulturelles Erbe in vielerlei Hinsicht sehenswert ist.

Dazu gehören Städte wie Antwerpen, Brügge, Gent und Brüssel, deren Besichtigung wir uns als Reiseziel ausgesucht haben. Jeder dieser Städte wäre einen besonderen Bericht wert. Was ihre mittelalterlichen Zentren gemeinsam haben, sind die prachtvollen Zunft- und Gildehäuser, Ratshäuser. Herrenhäuser und Kirchen, insbesondere aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Am eindrucksvollsten wird dies sichtbar in Brügge. Diese Stadt war im ausgehenden Mittelalter ein Welthandelszentrum und neben Venedig die imposanteste und reichste Stadt der Welt. Die von Grachten durchzogene Altstadt ist ein eindrucksvolles Beispiel mittelalterlichen Städtebaus.

Diese wohlhabenden Städte waren auch sehr kunstsinnig und stellten sogar, wie die Königs- und Fürstenhäuser eigene Stadtmaler an. Wichtige Kapitel der europäischen Kunstgeschichte wurden hier geschrieben. In den Museen können die Werke der weltbekannten Künstler wie Peter Breughel, Peter Paul Rubens, van Eyck, Jordaens und Roger van der Weyden bewundert werden.

Allein für einen ersten Eindruck ist ein Wochenende für Brüssel bereits knapp. An vielen Ecken gibt es kulturell Bedeutsames zu sehen. Den Grand Place mit seinen barocken Gildehäusern und dem gotischen Rathaus, der als einer schönsten Europas gilt, den Mont des Arts (Kunstberg) mit fünf bedeutenden Museen und nicht zuletzt das Manneken Pis, die Brunnenfigur eines pinkelnden Jungen. Im Norden der Stadt ist das Wahrzeichen Brüssels, das Atomium, ein überdimensionales 102 Meter hohes Molekularmodell, ein Symbol des Atomzeitalters. Nicht zu übersehen sind im Stadtbild die gewaltigen Bauten für die Mammutverwaltungen von EU und Nato. Das EU-Parlamentsgebäude beeindruckt mit seiner 72 Meter hohen Glaskuppel.

Auf dem Gebiet der Wirtschaft hat sich nach dem Niedergang der Kohle— und Stahlindustrie ein tiefgreifender Strukturwandel vollzogen. Neue Schwerpunkte sind moderne Technologien wie Elektronik und Biochemie. Antwerpen ist heute ein Zentrum der chemischen- und Erdöl verarbeitenden Industrie in Europa. Es lohnt sich eine Besichtigung des riesigen Hafens von Antwerpen, einem der größten Containerhäfen der Welt.

Am Ende unserer Fahrt stellten wir fest, dass Belgien durchaus eine Reise wert ist und mit vielen Eindrücken kehrten wir nach Hause zurück.

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