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Sammler von alten Traktoren und Maschinen : Ein Arsenal an alten Schätzen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hans-Hürgen Bothmann aus Hütten sammelt alte Traktoren und Maschinen. Für den 62-Jährigen sind das Kindheitserinnerungen.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2017 | 06:21 Uhr

Fendt, Lanz, John Deere, Hanomag, Ford: In Hans-Jürgen Bothmanns Scheunen schlagen die Herzen von Liebhabern alter Schlepper höher. Rund 20 historische Traktoren hat der 62 Jahre alte Hüttener wieder flott gemacht. Als gelernter Landmaschinenmechaniker kann er bei den Jahrzehnte alten Fahrzeugen selbst Hand anlegen. Aus verstaubten Scheunenfunden macht er wieder richtige Hingucker. „Ich bin in dieser Zeit groß geworden, das sind alles Kindheitserinnerungen“, sagt er über sein Hobby, mit dem er vor gut 30 Jahren begann. Mit einem Hanomag R450, Baujahr 1959, fing es damals an. „4000 Mark hab ich dafür bezahlt“, weiß Bothmann noch genau.

Über welch erlesene Sammlung seltener Traktoren, Maschinen und Motoren er mittlerweile verfügt, ist vielen gar nicht bekannt. Denn im Gegensatz zu anderen Oldtimerfans ist Bothmann nicht jedes Wochenende auf Treckertreffen zu finden. Auch für ein Museum würde sein Arsenal an historischen Schätzen allemal genügen. „Dafür habe ich gar keine Zeit“, sagt der ehemalige Landwirt. Allein beim alljährlichen Fahrzeug-Treffen in seiner Gemeinde Hütten, das er selbst mit organisiert, ist er dabei. Und angesichts seiner zahlreichen Schmuckstücke kann er dort jedes Jahr mit anderen Fahrzeugen oder Maschinen aufwarten. In diesem Jahr zeigte er dort eine absolute Rarität, einen 90 Jahre alten Steinbrecher.

Verständnis für seine Leidenschaft hat auch seine Lebensgefährtin Hanne Büchner. Denn auch sie hat ein Faible für Nostalgie, betreibt sie doch den Antik-Markt in Hütten. „Ohne ihren Zuspruch wäre das gar nicht möglich“, betont Bothmann.

„Alle meine Sammlerstücke sind fahrbereit, sie haben all TÜV.“ Im Gegensatz zu den heutigen hochtechnisierten landwirtschaftlichen Fahrzeugen tuckern die Oldies eher im gemächlichen Tempo. „Jedes Fahrzeug hat seine Geschichte“, erzählt der Hüttener. So kann Bothmann zu jeder seiner Raritäten auf vier Rädern etwas erzählen. Für ein Buch würde es locker reichen, meint er. Seine neueste Errungenschaft ist ein Trecker der Marke Fahr, Baujahr 1954. „Der kommt aus Ansbach“, erzählt er. Dort gehe es öfter hin, zum Familienbesuch. Vor rund zehn Jahren hat er den Trecker bei einer älteren Dame im Keller herumstehen sehen, doch die wollte sich nicht davon trennen. „Vor zwei Jahren rief sie dann an“, sagt Bothmann und er konnte ihn haben.

Ein seltenes Stück ist der Bischoff aus dem Jahr 1953. Der Oldtimer kommt aus dem Pott, aus Recklinghausen. Im selben Jahr stellte Bischoff, die eigentlich Maschinen für den Bergbau herstellte, den Traktorenbau auch schon wieder ein. Nur rund 500 Modelle wurden produziert. Ein anderes Fahrzeuge hat eine Hand-Kupplung. „Die hat sich ein Mann konstruiert, der im Krieg sein Bein verloren hat“, sagt Bothmann.

Dem einen oder anderen Fahrzeug sieht man die vergangenen Jahrzehnte deutlich an. Die Zeit hat Spuren auf der Karosserie hinterlassen. Doch einen neuen Anstrich will er ihnen deshalb nicht verpassen. „Die haben sich ihre Patina hart erarbeitet“, sagt Bothmann.

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