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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 21:20 Uhr

Abschied : Ein Abschied mit Wehmut

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit einem gemeinsamen Frühstück von Lehrern und Schülern endet der jahrzehntelange Betrieb der Hans-Christian-Andersen-Schule

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 06:29 Uhr

Kappeln | Auf den ersten Blick hat das Ganze etwas von einer Kinder-Geburtstagsparty. Weingummifiguren schmücken die Pappteller auf den Schultischen, und zwei Plätze sind mit roten Herzen aus Holz dekoriert. Doch es ist keine Geburtstagsparty, die hier im Gange ist. Hier feiern mehr als 20 Schüler aus der Region und aus Schwansen sowie ihre Lehrer den Abschied von der Hans-Christian-Andersen-Schule mit einem Frühstück, mit dem sie sonst den Schultag beginnen. Denn neue Unterrichtsformen lassen die Schülerzahl an der Außenstelle des Förderzentrums Angeln so stark sinken, dass sich der weitere Betrieb dort nicht mehr lohnt.

„Es ist ein Wechselbad der Gefühle, durch das wir hier gehen“, sagt Klaus Hinrichsen, Leiter des Förderzentrums Angeln, in kleiner Runde. „Abschied von der Hans-Christian-Andersen-Schule und von vertrauten Gesichtern und auf der anderen Seite der Beginn von etwas Neuem.“ Dann erhebt Hinrichsen sich vom Platz und begibt sich an das Ende des Raumes, wo er alle Anwesenden im Blick hat. An die Schüler gerichtet sagt der Leiter des Söruper Förderzentrums: „Ihr seid sicherlich ganz aufgeregt. Ihr erlebt den letzten Schultag in der Hans-Christian-Andersen-Schule und werdet doch noch weiter zur Schule gehen, aber dann in Sörup. Dort werdet ihr noch viele spannende Tage erleben“, verspricht Hinrichsen.

Doch für zwei wird es wirklich der letzte Schultag sein. So heißt es für Schüler und Lehrer auch von ihnen Abschied zu nehmen. Schulleiterin Corinna Karow und Schulsekretärin Erika Petersen werden nicht von der Kappelner Filiale in die Söruper Zentrale wechseln. Nach jeweils 30 Jahren und mehr an der Hans-Christian-Andersen-Schule gehen sie in den Ruhestand. Die beiden sitzen an den mit roten Herzen umrandeten Plätzen. „Du bist immer für andere da, Sekretärinnen von deinem Schlag gibt es nicht häufig. Du warst die Seele der Schule“, lobt der Söruper Chef des Förderzentrums Erika Petersen. Über Corinna Karow sagt Hinrichsen, dass sie an jedem Tag als Schulleiterin gezeigt habe, mit wie viel Engagement sie für ihre Schüler und Kollegen da sei. „Das findet hier nicht ihresgleichen. Es hat mich gefreut diese Zeit hier mit dir zu erleben und es macht mich traurig, dass diese Zeit der Zusammenarbeit jetzt zu Ende geht.“ Bei aller Anstrengung habe Karow ihre Arbeit auch immer fröhlich geleistet. Die Klasse von Maria Stoltenberg dankt Karow und Petersen für jede gute Tat an der Schule mit einer Tulpe. Am Ende haben die beiden so jeweils einen ganzen Strauß voller Blumen zusammen.

Corinna Karow meint: „Heute Abschied zu nehmen fällt uns, glaube ich, allen schwer, doch die Entscheidung ist getroffen. Die Hans-Christian-Andersen-Schule war eine tolle Schule und ihr wart gute Schüler.“ Und sie macht ihren Schülern Mut: „In Sörup werdet ihr es gut haben.“ Die Jugendlichen kennen ihren neuen „Arbeitsplatz“ in Sörup ein wenig von den gemeinsamen Sommer- und Sportfesten. Doch der Abschied fällt ihnen nicht leicht. „Hier war alles gut. Besonders das Theaterspielen hat mir viel Spaß gemacht“, sagt Kerstin Steffen (13). Niklas Viehweg war vor der Hans-Christian-Andersen-Schule im Nicolaiheim. „Doch hier hat es mir besser gefallen“, sagt der Zwölfjährige. Leon Erdmann (13) war rundum glücklich in Kappeln. Besonders gern erinnert er sich daran, wenn Erika Petersen bei der Zubereitung des Frühstücks geholfen hat. „Ich würde lieber hier bleiben“, sagt er. Der Schulweg wird für die meisten länger, doch der Transport durch die Autokraft ist gesichert.

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