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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 03:57 Uhr

Musikgenuss : Ein Abend im Zeichen des Blues

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Virtuoses Gitarrenspiel des Blues-Musikers Abi Wallenstein (69) im Eckernförder Showpalast

Eckernförde | Für Fans des Blues war der Freitagabend Pflicht im „Carls Showpalast“, trat doch kein Geringerer als Abi Wallenstein auf. Inzwischen fast eine Legende, sorgte der Vollblutmusiker mit virtuosem Gitarrenspiel und rauchig, schwarzer Stimme dafür, dass im Verlauf des Abends kein Fuß ruhig am Boden blieb und Hände im Rhythmus mitklatschten.

Noch etwas Zeit vor dem Auftritt, einen Espresso vor sich, fällt Wallenstein zwischen den Gästen im Vorraum kaum auf. Fast 50 Jahre auf der Bühne, ist er kein Freund des Rampenlichts und mit seinem nach hinten geschobenen Hut wirkt er eher bescheiden. „Die Straße ist meine liebste Bühne“, sagt Wallenstein, und immer wenn er Zeit findet, egal wo, versucht er so, seinem Publikum in einer Fußgängerzone ganz nah zu sein. „Leider bleiben die Leute heute nicht mehr stehen, wollen es am liebsten auf einem Display erleben“, bedauert der Musiker die Entwicklung, von der er sich nicht unterkriegen lässt, und setzt fort: „Auf der Straße hast du die totale Freiheit, kannst spielen wann, wo und was du willst.“ Ein Lächeln umspielt seine Lippen, wenn er an Supportauftritte mit Weltstars wie Johnny Winter oder Joe Cocker denkt. Dann kommt das Zeichen und der „Vater der Hamburger Blues-Szene“ begibt sich zu seinem Publikum, spielt sich auf dem Weg zur Bühne zwischen den Tischen auf seiner neuen Resonatorgitarre warm.

Balladen, Country Blues und Shuffle hat er auf dem Programm, darunter Eigenkompositionen wie „Rockin Shoe“, You Drive Me Crazy“, aber auch Blues Klassiker wie „Hip Shake“ von Slim Harpu oder Big Joe Williams „Shake Your Boogie“ ist neben vielem anderen zu hören. Schnell gleiten die Finger über die Saiten, das Wechselspiel zwischen Daumen und Zeige-, Mittel- und Ringfinger lässt den Eindruck von zwei Instrumenten entstehen, wird darin von einem aufgesetzten Mikrofon auf dem Fußboden neben dem rechten Fuß unterstützt. Mal laut, mal leise, dazwischen Flageoletttöne, die fein nachschwingen, die ganze Bandbreite des Möglichen bekam das Publikum zu hören. „Ich brauch mal euer Fingerschnippen“, fordert der 69-Jährige sein Publikum auf, der Raum neben den Tischen wird sogar zum Tanzen genutzt. Im weiteren Verlauf brauchte es keine Aufforderung, fast automatisch gingen Hände nach oben und klatschten zu den schnellen Riffs mit. „An einem Tag wie heute braucht es kein Fernsehprogramm“, brachte es eine Dame aus dem Publikum auf den Punkt, auch die restlichen Zuschauer dürften den Kauf ihrer Eintrittskarte keinesfalls bedauert haben.

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erstellt am 27.Jan.2014 | 07:51 Uhr

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