Orgel : Ein Abend für alle Sinne

Kantorin Julia Uhlenwinkel (l.) und die Kirchbauvereinsvorsitzende Hannelore Struve an der restaurierten Orgel.
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Kantorin Julia Uhlenwinkel (l.) und die Kirchbauvereinsvorsitzende Hannelore Struve an der restaurierten Orgel.

Der Kirchbauverein St. Gettorf dankt Spendern und Unterstützern mit einem Abend der Sinne für die Restaurierung der Orgel.

Gettorf | Mit einem „Abend der Sinne“ bedankte sich der Vorstand des Kirchbauvereins in der St. Jürgen-Kirche bei seinen Mitgliedern und Spendern. Eine Idee von Kantorin Julia Uhlenwinkel. Die Ausführung – ein gelungenes Gemeinschaftswerk des Vorstandes des Kirchbauvereins St. Jürgen und der Kirchenmusikerin, da waren sich die Besucher einig.

Anlass für die Einladung war der Abschluss der Reinigung der Markussen-/Becker-Orgel, die rund 15 000 Euro gekostet hatte. 2000 Euro steuerte der Stifterrat der Förde-Sparkasse bei. Der Kirchbauverein brachte 13 000 Euro auf und hatte es so ermöglicht, die Orgel von Schimmelpilzbefall und Staub zu befreien und neu zu stimmen. Durchgeführt wurden die Arbeiten vom ortsansässigen Orgelbauunternehmen Babel.

Bereits zu Beginn des Jahres war eine neue Heizung in der Kirche eingebaut und die Lüftung automatisiert worden. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, öffnen sich automatisch die Fenster. Genau der richtige Zeitpunkt, um dem Schimmelpilz zu Leibe zu rücken. Die besondere Herausforderung bei diesem Großputz der Orgel war, dass sie für Gottesdienste spielbar bleiben musste. In der siebenwöchigen Prozedur wurden die 1350 Pfeifen nicht nur gereinigt, sondern auch mit 70-prozentigem Isopropanol eingepinselt. „Damit dürfte es keinen Schimmelpilzbefall mehr geben“, ist Orgelbaumeisterin Kirsten Babel überzeugt. Gereinigt werden muss sie aber auch in Zukunft, so etwa alle zehn Jahre, und gestimmt werden muss das Instrument jedes Jahr.

Etwa 100 geladene Gäste waren gekommen und begeistert von diesem Abend der Sinne, wie er so noch nie in der St. Jürgen-Kirche stattgefunden hat. Orgelbaumeisterin Kirsten Babel gab eine Einführung in die Geschichte und den Aufbau der 150 Jahre alten Orgel – die 1947 und 1974 umgebaut wurde – und berichtete über die Reinigungsarbeiten. Immer wieder zeigte sie Einzelteile der Orgel, spielte die kleinste Pfeife, die nur eine Länge von sechs Millimetern hat und gab manche Teile durch die Reihen, damit sie jeder ansehen und anfassen konnte.

Während der bekannten Toccata in D-Moll von Johann Sebastian Bach lief eine Powerpoint-Präsentation mit beeindruckenden Aufnahmen aus dem Inneren der Orgel. Darüber hinaus brachte Julia Uhlenwinkel Orgelwerke aus dem 20. Jahrhundert zu Gehör. Zu jedem Orgelstück wurde ein passender Bibel-Text vorgetragen. Nach dem Hören wurde der Geschmacks- und Geruchssinn stimuliert. Es gab Wein und Brötchen aus biblischen Zutaten mit Butter, Honig und Koriander. Die Vollkorn-Kraftbäckerei Schinkel hatte sie gebacken und gespendet. Alle anderen Köstlichkeiten waren im Hause Struve entstanden. So hätte die Vorsitzende des Kirchbauvereins seit Tagen ihre Küche kaum noch verlassen. Erst wurde der Kuchen gebacken, ein Zwischending zwischen Stollen und Früchtebrot. Gewürzsäckchen wurden gefüllt. Trockenfrüchte und Oliven mussten in viele kleine Schalen verteilt werden. Zum Schluss wurden die Datteln geschnitten und mit Zimt-Frischkäse verfeinert. Die Rezepte hatte Hannelore Struve in einem biblischen Kochbuch gefunden.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte der Vorstand des Kirchbauvereins die Gerichte getestet und für gut befunden. Dass er mit seinem Geschmack richtig lag, zeigte die gute Resonanz der Gäste. Bedient wurden sie von den Vorstandsmitgliedern des Kirchbauvereins, die ganz zum Schluss noch Apfelbrand und Kirschlikör kredenzten. Beide können als „Turmsteiger“ ab sofort beim Kirchbauverein erworben werden. Der Name ist dabei Programm. Derzeit kann der Turm aus Sicherheitsgründen nicht bestiegen werden. Der Erlös der „Turmsteiger“ soll dazu verwendet werden, den Turm wieder besteigbar zu machen. Jeder Gast bekam zum Schluss noch ein kleines Gewürzsäckchen mit nach Hause, gefüllt mit Lavendel, Stern-Anis und Zimtstangen – eine duftende Erinnerung an einen wundervollen Abend.

>Der Kirchbauverein http://stjuergen.de/kirchbauverein-st-jurgen/ freut sich über neue Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt 20 Euro. Der neue Gemeindegruß enthält eine Beitrittserklärung. Kontakt: Hannelore Struve, Fliederweg 19, 24214 Gettorf, Telefon: 04346/602685



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