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krusendorf : Eight Voices: Weihnachtskonzert einmal ganz anders

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Von wegen Stille Nacht: Bei dem Konzert der Eight Voices in der Dreifaltigkeitskirche kamen Weihnachtslieder im Stil von Swing, Jazz und Pop auf die Bühne.

Wenn in der Dreifaltigkeitskirche zu Krusendorf rote Stiefel und Hüte, Geschenkpakete und Requisiten wie Besen und Schaufeln vor dem in rötliches Licht getauchten Altar liegen und rechter Hand das E-Piano steht, dann kann es eigentlich nur bedeuten, dass die Kieler A-cappella-Gruppe „Eight Voices“ zum Weihnachtskonzert lädt. Und das war am Sonntag der Fall.

In der voll besetzten Kirche – ein Teil der Zuhörer saß und stand sogar auf der Orgel-Empore – boten Eight Voices unter der Leitung von Claus Merdingen, der auch die Arrangements schrieb, ein Konzert, wie man es von der Gruppe nicht anders erwartet hatte: Neben überwiegend amerikanischen und englischen Weihnachtsliedern im Stil von Swing, Jazz, Pop und Gospel sowie Folkloristischem aus dem skandinavischen Bereich durfte auch eine gehörige Portion Humor nicht fehlen.

Bereits im ersten Teil des Konzerts, in dem sich thematisch alles um Santa Claus und Maria drehte, ging es teilweise schwungvoll zu, etwa bei dem Stück „Santa Claus is comming to Town“ und auch die ersten Requisiten kamen in Form der roten Hüte und Mützen zum Einsatz. Und wenn die Akteure auf der Bühne wie üblich nicht starr vor ihrem Publikum stehen, sondern mit den Fingern schnippen, die Körper sich wiegen oder gar zu tänzeln beginnen, fällt es auch dem Publikum schwer, still zu sitzen.

Je weiter das Konzert fortschritt, desto bunter wurde es. Wenn zum Beispiel Claus Merdingen, Carsten Vollbehr, Tim Strothmann und Thomas Pape als Männerquartett mit roten Mützen die „Steirer Kinderlein“ singt – inklusive Schuhplattler – Einlagen von Thomas Pape. Mit seiner Bemerkung hinsichtlich der Mützen „Das sieht dermaßen blöd aus“, hatte Claus Merdingen die Lacher der Zuschauer auf seiner Seite.

Bunt im wahrsten Wortsinn kamen auch Susanne Rostock, Sabine Klöß, Gabriela von Hanneken, Sabine von der Wehl und Tim Strothmann daher, als sie – mit Blumenketten und Sonnenbrillen – das 1949 von Robert Alex Anderson geschriebene „Mele Kalikimaka“ sangen, was auf hawaiianisch nichts anderes bedeutet als „Fröhliche Weihnachten“. Einen der Höhepunkte bildete auch das von den „Acht Stimmen“ in verschiedenen Variationen vorgetragene „Jingle Bells“, bei dem Carsten Vollbehr das Rentier Rudolph mit Geweih und roter Nase mimte. Die launische und humorvolle Art, mit der die Ensemble-Mitglieder durch das Programm führten, tat ihr Übriges. Und bei dem Stück „Sleigh Ride“, zu Deutsch Schlittenfahrt, sorgten kleine Glöckchen dafür, dass man einen von Rentieren gezogenen Schlitten in weiß verschneiter Landschaft geradezu vor Augen hatte.

Am Ende des Konzerts, in dem sowohl das gesamte Ensemble als auch die Soli einzelner Akteure stimmgewaltig daherkamen, waren die Zuschauer aufgefordert, ihren Teil dazuzugeben und den Refrain des spanischen im Latin-Rhythmus gehaltenen Weihnachtsliedes „Feliz Navidad“, mit dem das Ensemble sein Publikum in die Vorweihnachtszeit entließ, mitzusingen. Eight Voices boten ein Konzert, das wieder einmal bewies, dass Weihnachtskonzerte nicht immer aus „Stille Nacht“ oder dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach bestehen müssen.

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