Eigentümergemeinschaft Sandkrug: Lärmschutz – aber richtig

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19. August 2019, 13:02 Uhr

Eckernförde | Die Beiratsmitglieder der EG Sandkrug haben zu dem CDU-Vorschlag Lärmschutzwand für den Sandkrug folgende Stellungnahme abgegeben:

Mit Verwunderung und Bestürzung hat der Beirat der Eigentümergemeinschaft Sandkrug zur Kenntnis genommen, dass die CDU-Ratsfraktion die Errichtung einer Lärmschutzwand als eine (realistische) Möglichkeit zur Beilegung des Lärmkonfliktes am Sandkrug/B 76 in Betracht zieht. Es ist beabsichtigt, einen Prüfantrag an die Verwaltung einzubringen, der unterschiedliche Lärmschutzmaßnahmen beleuchten soll. Offensichtlich favorisiert die CDU hierbei jedoch zur Lösung des bestehenden Konfliktes die Errichtung einer Lärmschutzwand. Eine solche Maßnahme wäre ein massiver Eingriff in das Stadtbild des Ostseebades, würde die Rechte der Miteigentümer des Sandkrugs erheblich beeinträchtigen und wäre mit hohen Kosten für die Eckernförder Bürgerinnen und Bürger verbunden. Bei einer ca. 100 m langen und 4 m hohen Lärmschutzwand aus Acrylglas sind Aufwendungen in einer Größenordnung zwischen 120.000 und 150.000 Euro durchaus realistisch. Inwieweit eine Lärmschutzwand überhaupt technisch umsetzbar wäre, ist zu bezweifeln, denn in dem betreffenden Bereich befinden sich u. a. vier Feuerwehrzufahrten zum Grundstück, die weiterhin nutzbar bleiben müssten. Die Eigentümergemeinschaft wird mit großer Wahrscheinlichkeit keine erforderlichen Privatflächen für die Errichtung der Wand (Fundament etc.) zur Verfügung stellen. Ein Konflikt mit der EG Sandkrug wäre damit vorprogrammiert. Die CDU versucht zu suggerieren, dass etwas in der Causa ’Lärmschutz-Einzelkläger’ unternommen wird und eine Lärmschutzwand eine realistische Möglichkeit zur Befriedung des Konfliktes darstellt. Dies ist als populistisch zu bezeichnen, denn dabei wird nicht nur der Kläger vorgeführt, sondern die gesamte Eigentümergemeinschaft mit in Geiselhaft genommen und der Konflikt wird damit zusätzlich angeheizt und auf eine breitere Basis gestellt. Diese Vorgehensweise ist abzulehnen, denn die politischen Vertreterinnen und Vertreter des Rates haben alle Einwohner der Stadt zu repräsentieren und einen allgemeinverträglichen Interessenausgleich herbeizuführen.

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die große Mehrheit der Anwohner des Südstrandes nichts gegen (Musik-) Veranstaltungen einzuwenden hat. Selbst der betreffende ’Lärmschutz-Einzelkläger’ stellt Strandveranstaltungen nicht grundsätzlich in Frage. Es geht um faire Rahmenbedingungen, die Veranstaltungen am Südstrand ermöglichen und gleichzeitig die Interessen von Anwohnern nicht übermäßig tangieren.

Wenn der geplante Prüfauftrag diesem Ziel dient, ist dagegen nichts einzuwenden. Die Prüfung ggf. auf eine Lärmschutzwand zu fokussieren, führt jedoch nur zu unnötigem zusätzlichen Konfliktpotenzial, vermeidbaren Prüfungs- und Planungskosten mit einem ungewissen Ergebnis (Umsetzbarkeit, Kosten, Akzeptanz, Klagerisiko). Wir schließen mit dem alten Sprichwort: ’Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen’.

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