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Was macht eigentlich Almuth Hassenstein? : „Eigentlich heirate ich nur noch“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heute in der EZ-Serie: Almuth Hassenstein aus Altenholz

Altenholz | In einer Serie besuchen wir Persönlichkeiten, die früher im Dänischen Wohld gewirkt haben und berichten in loser Folge, wie sich ihr Leben verändert hat. Heute in der Reihe „Was macht eigentlich…?“: Almuth Hassenstein aus Altenholz.

Mit einem besonderen kulturellen Erlebnisangebot sorgte die Eigentümerin von Gut Projensdorf 2006 für Aufmerksamkeit: Ein Festival der Elemente sollte den Menschen in der Region Musik, Lesungen, Kunst und Kunsthandwerk in historischem Ambiente näher bringen. Den Anfang machte sie selbst mit einem Programm im Zeichen des Wassers. Im Abstand von einer Woche folgte Gut Lindhof in Lindhöft mit Aktionen rund um die Luft, Gut Rosenkrantz mit dem Thema Erde und schließlich Gut Hohenhain mit einem Tag im Zeichen des Feuers. Das neue Angebot kam an, und zum Bedauern vieler Besucher blieb es in dieser Form bei der einen Auflage. Der organisatorische Aufwand sei doch enorm gewesen, benennt Hassenstein, was ihre Mitstreiter von einer Wiederholung Abstand nehmen ließ. Sie schreckte davor jedoch nicht zurück und führte noch zwei weitere Jahre alle Elemente auf Gut Projensdorf zusammen.

Wahrscheinlich würde sie das auch heute noch tun, hätte es nicht in der Nacht zum 6. Oktober 2008 im Herrenhaus gebrannt. Das Unglück stellte das Leben von Almuth Hassenstein und ihrer Familie auf den Kopf. Nach der umfassenden Sanierung kehrte wieder Ruhe ein. Es gab noch ein kulturelles Sonntagscafé hin und wieder und kleine, aber feine Konzerte – mehr nicht. Dafür gewann ein anderer Bereich immer mehr an Bedeutung. „Eigentlich heirate ich nur noch“, sagt Almuth Hassenstein mit ihrem unverwechselbar fröhlichen Lachen. 35 bis 40 Mal im Jahr überlässt sie den Saal mit den historischen Tapeten und dem Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal Brautpaaren, die sich dort vom Standesbeamten Manfred Luckau trauen lassen wollen. „360 Eheschließungen liegen jetzt hinter uns“, verrät die Gutsbesitzerin, und es ist deutlich zu hören, dass sie über ihre Herzensangelegenheit spricht. Damit alles so ist, wie es sich Paare für den Tag ihres Lebens wünschen, nimmt sie selbst die Organisation in die Hand. „Früher habe ich die Blumen gekauft, inzwischen mache ich die Gestecke selbst – damit es individuell ist“, erklärt Almuth Hassenstein. Das spricht sich herum: Die wenigsten der Paare kommen aus Altenholz, Kieler bilden einen Schwerpunkt. Aber auch Hochzeitsgesellschaften aus Berlin und Australien waren schon auf Gut Projensdorf zu Gast.

Daneben bleibt gerade noch die Zeit, die sie für den Pferdepensionsbetrieb in Nachbarschaft zum Herrenhaus benötigt. Konzerte finden nur noch statt, wenn die Künstler sich eigenverantwortlich um Ankündigung, Kartenverkauf und alles andere kümmern. Nach einer Wiederauflage des Festivals der Elemente werde sie oft gefragt, sagt Almuth Hassenstein. „Es hat unglaublich Spaß gemacht. Aber man muss dafür offen sein können, und im Moment fehlen mir einfach Zeit und Muße dafür“, erklärt die 48-Jährige. Und wieder lacht sie. „Vielleicht belebe ich es ja mal wieder, irgendwann. Man soll nie nie sagen.“

 

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erstellt am 24.Aug.2014 | 06:08 Uhr

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