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Unfallschwerpunkt B 76/Noorstrasse : Eigener Abbiegepfeil für Linksabbieger

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Verkehrskommission will Gefahr durch separate Grünphase für Linksabbieger entschärfen.

von
erstellt am 01.Feb.2017 | 06:05 Uhr

Eckernförde | Knapp ein Dutzend schwere Verkehrsunfälle mit zum Teil schweren Verletzungen und sogar Todesfolge an der Kreuzung B 76 / Noorstraße seit der Inbetriebnahme der auf vier Fahrstreifen ausgebauten Bundesstraße am 23. Juli 2014 sind eine traurige Bilanz. Als Gefahrenpunkt Nummer eins hat sich dabei die Linksabbiegespur von der B 76 in die Noorstraße entpuppt: Autofahrer, die aus Richtung Norden kommend in die Innenstadt abbiegen möchten, müssen bei Grün vorsichtig vorfahren, sich dem doppelspurigen Gegenverkehr nähern und auf eine Lücke im Verkehrsstrom oder das rote Haltesignal für den Gegenverkehr warten, um die B 76 zu überqueren. Erschwerend kommt hinzu, dass das Zeitfenster zum Abbiegen bei Rotlicht für den Gegenverkehr nur sehr kurz ist und die Linksabbieger von der Noorstraße kurze Zeit später auf die B 76 drängen.

Es gibt ihn, jedoch nur sehr kurz – den grünen Pfeil für Linksabbieger am Ende der Grünphase, wenn mehrere Autos auf der Abbiegespur stehen.
Es gibt ihn, jedoch nur sehr kurz – den grünen Pfeil für Linksabbieger am Ende der Grünphase, wenn mehrere Autos auf der Abbiegespur stehen. Foto: Gernot Kühl

Diesen erhöhten Gefahrenmoment signalisiert ein gelber Warnpfeil, der während des gesamten Abbiegemanövers blinkt. Befinden sich mehrere Fahrzeuge auf der Abbiegespur, wird am Ende der Grünphase für den Verkehr aus dem Norden aus dem gelben Warnsignal für die Linksabbieger für einen sehr kurzen Moment ein grüner Pfeil. Diese unübersichtliche und komplexe Verkehrssituation bringt Autofahrer immer wieder an den Rand der Überforderung, was in Einzelfällen und in bestimmten Situationen zu gefährlichen Abbiegevorgängen führt. Hinzu kommen die vielfältigen optischen Einflüsse an dieser belebten Kreuzung mit hohem Verkehrsaufkommen, mehreren Fahr- und Abbiegespuren, kreuzenden Fußgängern und Radfahrern sowie Gewerbebetrieben am Fahrbahnrand. Alles zusammen hat die Kreuzung B 76 / Noorstraße innerhalb kurzer Zeit zu einem Unfallschwerpunkt in Eckernförde gemacht. Überhöhte Geschwindigkeit soll nach Angaben der Behörden bei den Unfallursachen keine Rolle spielen.

Der entscheidende Moment, bei dem große Vorsicht geboten ist: Die Linksabbieger überqueren die B 76 in die Noorstraße, ein gelber Pfeil warnt vor möglichem Gegenverkehr.
Der entscheidende Moment, bei dem große Vorsicht geboten ist: Die Linksabbieger überqueren die B 76 in die Noorstraße, ein gelber Pfeil warnt vor möglichem Gegenverkehr. Foto: Gernot Kühl
 

Jetzt ist allerdings eine Lösung in Sicht, die diesem erhöhten Gefahrenpotenzial Rechnung trägt. Eine Verkehrskommission aus städtischer Verkehrsbehörde, Polizei und Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Rendsburg hat sich am Donnerstag vergangener Woche nach Auskunft des Leiters des Landesbetriebes, Matthias Paraknewitz, auf folgende Regelung verständigt: Die Linksabbieger von der B 76 in die Noorstraße bekommen ein eigenes grünes Signalzeichen zum vorfahrtsberechtigten Abbiegen – alle anderen Fahrspuren haben währenddessen Rot, alle müssen halten und die Linksabbieger passieren lassen. Die Verkehrsexperten erhoffen sich von dieser eindeutigen Verkehrsregelung eine Erhöhung der Verkehrssicherheit und einen deutlichen Rückgang der Unfallzahlen.

Zum anderen hat sich die Kommission ebenfalls mit dem Prüfauftrag des SSW zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes beschäftigt und eine zweispurige Linksabbiegemöglichkeit von der Noorstraße auf die B 76 für gut befunden. Derzeit gibt es nur eine Spur für Linksabbieger. Künftig soll auch die zweite Spur dafür mit den Rechtsabbiegern und den Geradeausfahrern mitgenutzt werden können, sagte Matthias Paraknewitz.

Noorstraße: Künftig gibt es dort zwei Linksabbiegespuren.
Noorstraße: Künftig gibt es dort zwei Linksabbiegespuren. Foto: Gernot Kühl
 

Der Einbau der entsprechenden Schleifen, die Programmierung der Lichtsignalanlagen und die Markierungsarbeiten sollen – wenn es die Witterung erlaubt –, im April beginnen und am Ende des Monats abgeschlossen sein.

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