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Kleine Entdeckungsreisen : Eichhörnchen: Begegnungen auf Schritt und Tritt

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Wappentier Eckernfördes findet sich in Werbung, Architektur und Kunst.. Autor Heinrich Mehl hat sich in Eckernförde auf die Suche nach dem Wappentier gemacht.

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erstellt am 21.Okt.2014 | 06:30 Uhr

Es heißt, in Kleinigkeiten zeigt sich der Charakter. Unser Autor Dr. Heinrich Mehl hat sich auf eine Entdeckungsreise begeben und ist in Eckernförde jenen Kleinigkeiten nachgegangen, die wir bei unseren täglichen Streifzügen durch die Stadt rasch übersehen. Sie prägen aber dennoch den Charakter der Stadt. Lesen Sie heute im dritten Teil: Eichhörnchen.

Das Wappentier unserer Stadt führt uns bis ins Mittelalter zurück: Das mittelniederdeutsche Wort „ekeren“ (Eichhörnchen) verbindet sich mit „vort“ (Furt) und begleitet die Ostseestadt in vielen Variationen bis heute: Ekerenforde (1197), Ekorenforde (1302) oder Eckelnforden (1554). Allen bekannt ist die Sage, dass das östliche Hügelland vor den mittelalterlichen Rodungen einen so dichten Baumbestand gehabt habe, dass ein Eichhörnchen von Eckernförde bis Kiel springen konnte, ohne den Boden zu berühren.

Was die bildliche Darstellung des Wappentieres anbetrifft, so prägt es sämtliche Werbung für Eckernförde, begegnet uns auf Briefköpfen und an Hauswänden, an Toren der Gartenkolonien – und sogar auf dem Friedhof. Wer lebenden Eichhörnchen begegnen will, sei auf das Umwelt-Info-Zentrum (UIZ) am Noorwanderweg verwiesen, einer ökologisch-pädagogischen Anlage mit vielen innovativen Ausstellungsbereichen. Im UIZ ist auch eine Eichhörnchen-Schutzstation eingerichtet worden, in der verwaiste und verletzte Tiere gepflegt und, wenn möglich, anschließend wieder in die freie Natur entlassen werden. Leiterin des „Eichhörnchen-Projektes“ im UIZ ist Monika Rademacher.

Im Straßenbild Eckernfördes stoßen wir auf Schritt und Tritt auf das attraktive Stadtwappen mit dem Bild der wehrhaften Burg und dem über die Zinnen springenden Eichhörnchen. Das uns von Botanik- und Kinderbüchern her vertraute Bild zeigt das sitzende Tier mit bauschigem Schwanz, in den Vorderpfoten eine Nuss haltend. Im Wappen klettert oder springt das Tier, auf Eckernfördes Briefköpfen schließlich erinnert es ein wenig an die Logos für „Greyhound“ oder „Puma“.

Die Umrisse des sitzenden Tieres zeigt eine schöne Schmiedearbeit im Lorenz-von-Stein-Ring – das Tier im Fenstergitter bewacht symbolisch die Haustüre. Viele andere Häuser in unserer Stadt tragen das Bild des Eichhörnchens, geformt aus Holz, gemalt auf Putz und immer wieder festgehalten im Wappenschild. Aus Blech geschnittene Eichhörnchen turnen auf den Straßen überspannenden Bannern an den Eingängen zur Stadt, zieren den Vorgarten des dänischen Kindergartens, schmücken den Gasthof „Eichhörnchen“ in der Gaehtjestraße. Selbst auf einem Grab auf dem Mühlenbergfriedhof findet sich ein Keramik-Eichhörnchen, nun „made in Bangladesh“.

Mit Jürgen Carmesin lebte in Eckernförde ein Lehrer mit Deutschlands größter Eichhörnchen-Sammlung. Nach seinem Tode wurden die Stücke in alle Winde verstreut, wobei den größten Teil der Investor Wolfram Greifenberg übernehmen konnte. Bleibt also die Hoffnung, dass Eckernförde dereinst ein Museum zum Thema „Eichhörnchen in Kunst und Kitsch“ erhält.

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