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Kochduell : Edles Rindvieh schlägt geküsste Kartoffel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Tobias Lehmann und Dr. Kai Thomsen sorgen für spannendes Finale in der Siegfried Werft

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Eckernförde | Das „Edle Rindvieh an der Ampel“ und „Der beschwipste Holsteiner auf Amerikatrip“ haben „Die Rote Flut“ und das Gericht „Kartoffel küsst Kartoffel“ geschlagen – seit Dienstagabend steht der Sieger steht des diesjähriges Kochduells fest: Mit seinen ausgefallenen Ideen hat Dr. Kai Thomsen gewonnen und erhielt als Anerkennung den Wanderpokal, gestiftet von Michael Stöcken und der Eckernförder Zeitung. Sein Kontrahent Tobias Lehmann kam auf einen sehr guten zweiten Platz. 29 Gäste hatten trotz des stürmischen Wetters den Weg in die Siegfried Werft gefunden, um als Jurymitglieder die einzelnen Gerichte der beiden Finalisten zu bewerten.

Jurist kocht gegen Musiker – eine gegensätzlichere Paarung hätte sich für das Finale des Kochduells nicht finden lassen können. Dr. Kai Thomsen, Direktor des Amtsgerichts Eckernförde, trat gegen Tobias Lehmann an, bekannt als Organist der Kirchengemeinde Kosel und Leiter des Fleckebyer Männerchores. Letzerer kennt sich mit Noten und Hamonien bestens aus, während für seinen Herausforderer trockene Paragrafen das tägliche Brot sind. Die Frage des Abends war, ob sich das auch in der Kochkunst beziehungsweise in der Menüwahl der beiden Finalisten niederschlagen sollte.

Es ist 18.10 Uhr. Noch ist es in der Küche ziemlich ruhig. Tobias Lehmann schält mithilfe des Kochs Martin Riller die Kartoffeln für seinen warmen Kartoffelsalat, den er in ausgehöhlten Riesenkartoffeln servieren will. Das Aushöhlen besorgt sein Teamkollege, Küchenmeister Michael Stöcken. Mit seiner Teilnahme am Finale hatte der Ascheffler, der eher selten kocht und schon gar nicht für 29 Gäste, nicht gerechnet. Für die Menüwahl (Tomatensuppe und Kartoffelsalat mit Kassler) habe er sich genau zehn Minuten Zeit genommen, und Titel für seine beiden Gerichte habe er auch jetzt, 50 Minuten vor dem Eintreffen der ersten Gäste, noch nicht. Aber als Fast-Nicht-Koch hat er mittlerweile festgestellt: „Gemeinschaftlich zu kochen, wenn alle in der Küche stehen, macht richtig Spaß“, so der 43-Jährige.

Ganz anders Kai Thomsen – der Amtsdirektor hat sich Tipps von Ehefrau Sabine geholt, sich tagelang Gedanken gemacht. „Aber so verspannt wie beim ersten Kochduell bin nicht. Da habe ich drei Wochen lang schlecht geschlafen“, verrät der 46-Jährige. Er bleibt auch noch ruhig, als er feststellt, dass die angedünsteten Salbeiblätter, die eigentlich das I-Tüpfelchen für das Kräuter-Rinderfilet sein sollen, abscheulich schmecken und in die Biotonne wandern. Ihm zur Seite steht der Koch Freddy Kottek. „Denn bei der Soße brauche ich wieder Unterstützung“, so der Suchsdorfer. Es ist 19 Uhr, als er die fertige Soße für das Filet abschmeckt und nervös wird: „Wir brauchen mal ’nen Tipp von euch. Die Soße ist viel zu salzig“, wendet er sich an Michael Stöcken. Der rät zu Rosmarin und Thymian.

„Ich bin ein Optimist, aber so langsam steigt die Spannung“, sagt Lehmann. Besser wird es, als Stöcken endlich die Suppe in die ausgehöhlten Tomaten füllt und er vorher die Gin-Sahne unterlegen darf. Endlich weiß er auch die Namen für seine Gerichte. Als Vorspeise wird seine „Rote Flut“ den Gästen serviert. Bem Anrichten kommt es auf Sauberkeit an, schnell muss es gehen, die Hände zittern. Die drei Profiköche und die beiden Finalisten sind jetzt ein Team und arbeiten Hand in Hand. Restaurantchef Oliver Träger und Tanja Beiske (Servicekraft) servieren – die Spannung steigt.

Thomsen ist mit Gang Nr. zwei, „Edles Rindvieh an der Ampel“ dran. Fritierte Rote Bete-Chips, darunter gelbes Schwarzwurzelmus mit Safran und Zuckererbsenschoten mit Mandeln – die perfekte Ampel. Als Nachtisch reicht er Appel Crumble. Als die vier Gänge serviert sind, fällt die Anspannung ab . Und der strahlende Sieger Kai Thomsen darf gegen 22 Uhr eine Kochmütze sein Eigen nennen.

 

 

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