zur Navigation springen

yachtmannschaften : Eckernförder Yachtmannschaften sind auf allen Meeren zuhause

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anfang des 20. Jahrhunderts heuerten die Eckernförder Fischer als Yachtmatrosen auf edlen Yachten reicher Adliger und Geschäftsleute an. Denn im Sommer war mit der Fischerei wenig Geld zu verdienen. Eckernförder Segler waren heiß begehrt.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2014 | 06:17 Uhr

Eckernförde | Wenn im Sommer mit der Fischerei wenig Geld zu verdienen war, heuerten die Eckernförder Fischer Anfang des 20. Jahrhunderts als Yachtmatrosen auf edlen Yachten reicher Adliger und Geschäftsleute an. Man bekam die passende Kluft dazu und genoss ein hohes Ansehen. Die legendären Eckernförder Yachtmatrosen, die sich 1906 zum Verein der Yachtmannschaften zusammengeschlossen hatten, waren auch an Bord der kaiserlichen Yacht „Meteor IV“ des deutschen Kaiser Wilhelm II. sowie zahlreicher anderer Yachten wie der schwarzen „Ashanti“ und im Grunde weltweit im Einsatz. Die Skipper schworen auf die Qualitäten der hartgesottenen Eckernförder Segler.

Wer in Übersee anheuerte, konnte denselben Betrag in einer anderen Landeswährung fordern. Ein Dollar war damals vier D-Mark wert. „Wer seinen Lohn dann in D-Mark umtauschte, bekam viel Geld“, sagte Lorenz Marckwardt, Vorsitzender der Yachtmannschaften zu Eckernförde, am Wochenende auf der Jahreshauptversammlung des traditionsreichen Vereins der Yachtmannschaften im Vereinsheim des Segelclub Eckernförde. Wer in Deutschland zur See gefahren ist, sei im Herbst nach Hause gekommen, wer in Übersee angeheuert hatte, sei teilweise nur während seines Urlaubs zurück nach Eckernförde gekommen.

In seiner Blütezeit hatte der Verein der Yachtmannschaften 128 männliche Mitglieder, etwa 30 waren in Übersee beschäftigt. Heute gehörten den Yachtmannschaften Eckernförde noch 76 Mitglieder an, darunter auch fünf Frauen. Zwar sind die Mitglieder heute nicht mehr auf großen Segelschiffen angestellt, aber einige sind selbst als Skipper auf ihren Segelbooten unterwegs. So wie Heinz Blenckner, der von Kindesbeinen an zur See fuhr und auch heute noch aktiv ist. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zog es ihn für zwei Sommer in die große, weite Welt der Yachtmatrosen. Auch Lorenz Marckwardt war einst, wie schon sein Vater, aktiver Yachtmatrose. Und sie alle verbindet eins: Sie fühlen sich verbunden mit den Yachtmannschaften und wollen die Tradition pflegen.

Dass es wichtig sei, die Tradition fortzusetzen, sagte auch Günter Lammers. Der 54-jährige gebürtige Eckernförder wurde von Lorenz Marckwardt als neues Mitglied der Yachtmannschaften begrüßt. Lammers besitzt einen Fischkutter im Nebenerwerb. Er interessiere sich für die Historie, erklärte er seine Entscheidung, bei den Yachtmannschaften Mitglied zu werden.

Nachdem in vergangenen Jahr erstmals ein Ausflug stattfand, bei dem die Mitglieder das Schifffahrtsmuseum in Hamburg und das Schulauer Fährhaus besuchten, geht es in diesem Jahr erneut in die Hafenstadt zu einer Fleetfahrt. Außerdem ist geplant, das Gewürzmuseum zu besichtigen. „Die Yachtmatrosen aus Eckernförde haben die ganze Welt besegelt“, sagte Marckwardt. Auf diese Weise hätten sie auch Gewürze aus Übersee genossen. Da schließt sich der Kreis.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen