Tansania : Eckernförder Verein fördert Bildung am Kilimandscharo

Mehrere Klassenräume konnten mit der Hilfe des Vereins schon renoviert werden.
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Mehrere Klassenräume konnten mit der Hilfe des Vereins schon renoviert werden.

Der Verein „die-schule-in-afrika“ ermöglicht jungen Menschen in Tansania eine Schul- und Berufsausbildung.

shz.de von
07. Juni 2018, 06:26 Uhr

Eckernförde | Sie sind Lehrer, Busfahrer, Rechtsanwälte und Mechaniker, und sie haben alle eines gemeinsam: Ohne die Unterstützung des Vereins „die-schule-in-afrika“ hätten sie wohl kaum ihre Ausbildung finanzieren können. Denn in Tansania, wo der Verein tätig ist, müssen die Auszubildenden für ihre Lehre bezahlen.

Vereinsvorsitzende Hanne Pischke war in diesem Jahr wieder in dem ostafrikanischen Land und hat sich angesehen, welche Fortschritte die von dem Verein unterstützten Projekte gemacht haben. „Während wir am Anfang nur eine Schule unterstützt haben, sind es mittlerweile vier“, sagt sie. Die 35 Vereinsmitglieder seien ein „sehr kleiner, sehr engagierter Kreis“, der aber immer Verstärkung sucht. Viele von ihnen haben eine Patenschaft für junge Menschen in Tansania übernommen und finanzieren ihnen neben der Schulspeisung auch Lernmaterial und Schulkleidung. „Aber eine Schulausbildung allein genügt nicht, sie brauchen auch eine Berufsausbildung“, so Hanne Pischke. Also fördert der Verein einige Schüler auch über die Schulzeit hinaus. „Fünf haben wir schon durchs Studium gebracht, sechs haben eine Berufsausbildung. Sie alle stehen in Lohn und Brot. Und das bei einer Jugendarbeitslosigkeit von 70 Prozent.“

Aber die Patenschaften sind nur ein Teil der Förderarbeit. In den vergangenen Jahren konnten mit Spendengeldern Schulgebäude erweitert, Toiletten saniert und Küchen gebaut werden. Die Schulen befinden sich alle in der Nähe des Kilimandscharo. An einer Schule war die Unterkunft für Jungs wegen eines technischen Defekts abgebrannt – der Verein beschloss zu helfen und einen Neubau finanziell zu unterstützen. „Dabei wollen wir die Einheimischen nicht ganz aus der Verantwortung nehmen“, so Hanne Pischke. Auch die Eltern der Schüler müssen ihren Anteil an Unterstützungsleistungen erbringen. An einer anderen Schule will der Verein elektrisches Licht in der Bibliothek ermöglichen.

Als Hanne Pischke in diesem Jahr für einige Wochen in Tansania war, freute sie ein Umstand besonders: Eine Lehrerin, die im vergangenen Jahr zu Besuch in Eckernförde war, hat die hier erlebten pädagogischen Anregungen gleich umgesetzt: Die sonst tristen Klassenräume waren mit von den Schülern gemalten Bildern gestaltet.

Die Gespräche mit den Einheimischen laufen über eine Schulangestellte, die als Freundin und Vertrauensperson agiert. „Das ganze Land befindet sich in einem gewissen Unruhe-Zustand“, sagt Hanne Pischke. „Nichts hat zurzeit Bestand, die Einwohner sind verunsichert. Und die wirtschaftliche Situation ist ein einziges Desaster.“ Die Lehrerschaft sei chronisch unterbesetzt bei steigenden Schülerzahlen. 60 Schüler in einem Klassenraum seien nicht ungewöhnlich. Hinzu komme, dass die guten privaten Schulen immer weniger Schüler haben, weil immer mehr Eltern ihren Kindern die „miserablen Zustände an den staatlichen Schulen“ zumuten. Der Präsident des Landes habe kostenlose Schulbildung für alle Kinder versprochen, ohne sie im Ansatz umsetzen zu können. Zudem würden viele Eltern nicht die Bedeutung von Bildung für die Zukunft ihrer Kinder erfassen.

Es ist nur ein kleiner Beitrag, den der Verein „die-schule-in-afrika“ angesichts der Größe des Landes leisten kann, aber er beeinflusst entscheidend das Leben der von ihm unterstützten jungen Menschen und Schulen. „Wir sind für jede Unterstützung dankbar“, sagt Hanne Pischke, die am Freitag, 29. Juni, ab 18.30 Uhr im Familienzentrum im Saxtorfer Weg 18b in einem Vortrag mit Bildern von ihrer Reise erzählt. Für 5 Euro im Monat kann man dem Verein als Mitglied beitreten, für 15 Euro im Monat eine Patenschaft für ein Kind übernehmen. „Aber wir freuen uns auch über einmalige Spenden.“

>www.die-schule-in-afrika.de

Tel. 0160-97629865

hapi.eck62@gmail.com

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