Fan-Magazin Starstube : Eckernförder bringt Youtube auf Papier

Bringt die digitale Welt im DinA4-Format heraus: Christopher Pilz.
Bringt die digitale Welt im DinA4-Format heraus: Christopher Pilz.

Der Eckernförder Christopher Pilz gibt seit drei Monaten die Zeitschrift „Starstube“ mit Infos und Hintergründen zu den Stars der Videoplattform Youtube heraus. Die Auflage: 50.000 Stück.

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23. Dezember 2014, 06:18 Uhr

Eckernförde | Viele von uns sind schon mit kleinen lustigen Videos auf Smartphone, Tablet oder PC konfrontiert worden, von denen einige auch gern mit Freunden geteilt werden. Fündig wird man dabei in der Regel auf dem weltgrößten Internetportal „Youtube“, auf dem laut Statistik pro Minute 100 Stunden Videomaterial hochgeladen wird. „Was fehlt, ist eine Zeitschrift, die Hintergründe und Informationen zu den Stars dieser Videos bietet“, bringt es Christopher Pilz aus Eckernförde auf den Punkt. Zusammen mit Geschäftspartnerin Sarah Egner aus Wien gibt er seit Herbst dieses Jahres das Monatsmagazin „Starstube“ heraus, das bislang in der Youtube-Szene fehlte.

„Die Idee dazu entstand eher zufällig“, berichtet der 27-Jährige, der mit einer Agentur für Gestaltung von Druck-und Werbemitteln vor zwei Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. Von Egners Kreativität überzeugt – sie arbeitete für ihn als grafische Gestalterin – war es dann nur eine Frage der Zeit, als bei einem mitternächtlichen Internetchat zwischen den beiden die Idee zu „Starstube“ geboren wurde. „Internet im Offlinemodus“ heißt der Leitspruch des ersten Print-Magazins für Youtuber, das von der neu gegründeten Starstube GmbH produziert wird.

Mehrere Monate Vorlauf waren nötig, bis das erste Magazin im Oktober mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren zu einem Preis von 1,50 Euro erschien. Das Ziel dabei war, auch die Community mit einzubinden: „Wir machten über Social-Media Umfragen und fragten die Fans der bekanntesten Youtuber, was sie über ihre Stars wissen wollen,“ berichtet Christopher Pilz. Inzwischen hat er mit „Starstube“ feste Verträge mit dem Internetradio „Raute“ und dem größten europäischen online TV-Sender „Mediakraft“.

Jedes Heft im Din A4 Format ist anders und wird im Mediastil des Internets produziert. „Das kommt an“, weiß Pilz aus Rückmeldungen. Das Marktpotenzial ist groß, denn grundlegend hat sich das Konsumverhalten in der Zielgruppe der 14- bis 34-Jährigen gewandelt. Online-Videos werden unabhängig von Zeit und Ort konsumiert und bieten im Netzwerk genau die Inhalte, die den Seh- und Nutzungsgewohnheiten der Nutzer entsprechen.

Nach drei Monaten hat sich das Magazin etabliert, wurde von der Wirtschaftswoche zuletzt als Start-up der Woche gewählt. So ist auch „Starstube“ offizieller Tour-Unterstützer der Youtube Band „Cimorelli“. Mit einem Lächeln berichtet Pilz, dass die angeschlagene Jugendzeitschrift „Bravo“ einen regelrechten Shitstorm gegen sich selbst auslöste, als sie versuchte, nur wenige Wochen nach der Erstausgabe von „Starstube“ ebenfalls ein eigenes Magazin mit dem Namen „Tubestars“ zu etablieren.

>Das nächste Magazin erscheint am 14. Januar 2015.

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