zur Navigation springen

Sportentwicklungsplan : Eckernförder brauchen mehr Schwimmzeiten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erste Zwischenergebnisse des Sportentwicklungsplanes liegen vor. Ein Resultat: Die Sporthallen müssen effektiver genutzt werden.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Die Eckernförder sehen ihre Heimat als bewegungsfreundliche Stadt. Das ist eines der vorläufigen Ergebnisse des im Entstehen befindlichen Sportentwicklungsplans, mit dem die Stadt den Sportwissenschaftler Prof. Dr. Robin Kähler aus Kiel beauftragt hat. Dennoch gibt es einige Defizite im Bereich der Schwimmmöglichkeiten und bei der effektiven Nutzung der Sporthallen.

Vereine, Schulen, Kindergärten und Bürger – sie alle wurden zur Sportsituation in Eckernförde befragt. Die Rücklaufquoten der Fragebögen sind unterschiedlich: 32 Prozent der angeschriebenen Vereine haben geantwortet. „In ihnen sind aber 95 Prozent aller Vereinsmitglieder organisiert“, so Prof. Kähler im Gespräch mit der Eckernförder Zeitung. 70 Prozent der Schulen und die Hälfte der Kindergärten haben ihre Antworten zurückgeschickt, während es bei den Bürgern nur 420 (17 Prozent) waren. „Es antworten immer die, die das Thema betrifft oder die ein Problem mit der Situation haben“, sagt Prof. Kähler. Insgesamt sei es ein guter Rücklauf.

77 Prozent aller Befragten sind mit dem Sportangebot in Eckernförde zufrieden, 82 Prozent finden die Sportstätten ausreichend. Die Arbeit von Vereinen und Verwaltung wird als gut beurteilt. „Das ist in größeren Städten anders“, so Prof. Kähler. Die Eckernförder schätzten die Kleinteiligkeit und Beschaulichkeit ihrer Heimatstadt ohne pompöse Angebote wie eine überdimensionierte Indoor-Anlage. Für eine solche Anlage hat die Umfrage keinen Bedarf ergeben.

Aus touristischer Sicht sollte die Möglichkeit der sportlichen Betätigung zwar erhalten werden. „Die Leute kommen aber nicht wegen des Sports nach Eckernförde“, so Kähler. Radfahren, Schwimmen, Wandern seien hier bevorzugte Betätigungen.

Ähnlich sieht es bei den Einheimischen aus. Die beliebteste Sportart ist das Fitness-Training, gefolgt von Laufen, Radfahren und Schwimmen, Walking und Gymnastik. Erst auf Platz sieben folgt Fußball.

Daraus schließt Prof. Kähler, dass die Weiterentwicklung des öffentlichen Raums als Bewegungsraum eine große Rolle spielt: sichere, breite und beleuchtete Wege mit gut befahrbarem Untergrund.

Bei den Sporthallen plädiert Kähler für eine effektivere Nutzung, bevor man über Neubauten nachdenken sollte. „Die Nutzung kann effizienter gestaltet werden, sie ist nicht optimal.“ Gleichzeitig sollten feste Hallenzeiten immer nur für ein halbes oder ein ganzes Jahr vergeben werden, um ständig den Bedarf zu überprüfen.

Beliebteste Sportstätte ist das Wellenbad, das eindeutig zu wenig Kapazitäten aufweist. Prof. Kähler könnte sich ein Lehrschwimmbecken am Schulzentrum vorstellen, um für Entlastung zu sorgen. Allerdings besteht die Gefahr, dass das Wellenbad wegen der Konkurrenzsituation schlechter besucht und damit wirtschaftlich noch schlechter dastünde. Kähler: „Wir müssen überlegen, ob man die vorhandene Zeit effektiver nutzen oder einen Teil des Vereinsbedarfs über Damp, Kiel oder die noch in der Sanierung befindliche Schwimmhalle der Marine regeln könnte.“

Noch sind das erste Ergebnisse, die weiter ausgewertet werden. In einem Workshop am 26. November um 18 Uhr im Ratssaal wollen Politik, Vereine, Verwaltung, Touristiker und interessierte Bürger gemeinsam Leitziele und konkrete Maßnahmen entwickeln.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen