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Abgas-Skandal : Eckernförder Autofahrer und Autohäuser bleiben gelassen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Abgasmanipulationen bei Volkswagen: Autohaus Eckernförde verweist auf den Hersteller. Ansonsten gibt es kaum Anfragen besorgter Dieselfahrer bei Autohäusern anderer Marken

Eckernförde | Die Abgasmanipulationen bei der Dieselflotte von Volkswagen erschüttern den Konzern. Täglich gibt es neue Zahlen betroffener Fahrzeuge von VW über Audi bis Skoda. Das Ausmaß hat bedenkliche Dimensionen angenommen. Auf den größten deutschen Autobauer kommen vermutlich immense Schadensersatzforderungen und Umrüstungskosten zu. Nach der Ankündigung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sollen jetzt auch die Dieselmodelle aller anderen Autobauer hinsichtlich ihrer Abgasmessungen untersucht werden. Wie sieht es aus in den acht Autohäusern in Eckernförde, wie reagieren die Kunden?

Beim Autohaus Eckernförde, das zur Schmidt & Hoffmann Gruppe in Kiel gehört, gibt es dazu keine Auskunft. Stattdessen wird auf den Hersteller in Wolfsburg verwiesen. Irgendwann in den nächsten Wochen wird man sich aber auch in Eckernförde wie bei allen VW-Händlern im Land auf einen Kundenansturm einstellen müssen, die ihre Fahrzeuge zur Umrüstung in die Werkstatt bringen, um die Abgas-Software entfernen oder den Selbstzünder abgastechnisch sauberer machen zu lassen. Wie die Kunden danach auf die damit womöglich verbundenen geringfügigen Leistungseinbußen des Motors und einen möglicherweise etwas höheren Verbrauch reagieren, bleibt abzuwarten.

Während man im VW-Autohaus auf die Ansagen aus der Wolfsburger Konzernzentrale wartet, ist die Lage in den anderen Eckernförder Autohäusern deutlich entspannter. Verkaufsberater Stefan Schamborzki vom Autohaus Fräter mit den Marken Opel, Honda, Suzuki, Citroen und Chevrolet hat noch keine Reaktionen oder Anfragen von Kunden erhalten: „Das ist bei uns überhaupt kein Thema.“ Der Dieselanteil für die Modelle liege unter 50 Prozent.

Diesel-Spitzenreiter ist mit etwa 70 Prozent der verkauften Fahrzeuge Mercedes-Benz. Aber auch bei Nord-Ostsee Automobile gab es keine besorgten Anfragen, sagte Kundendienstleiter Thomas Schröder. Er verweist auf die Informationen aus dem Werk: Mercedes halte sich an die gesetzlichen Vorgaben, eine manipulative Technik komme nicht zum Einsatz.

Auch bei Peugeot herrscht Ruhe an der Abgasfront. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir betroffen sind“, sagt der Inhaber von Auto Jubt, Michael Klameth. Der frühere Obermeister der Kfz-Innung hält die öffentliche Aufregung für „ein bisschen übertrieben“, ohne allerdings die Notwendigkeit der Aufklärung in Frage zu stellen. Man könne jetzt nur auf die Prüfergebnisse warten. Bislang habe es keine Kundenanfragen zu diesem Thema gegeben, sagte Klameth. Der Dieselanteil bei den Peugeot-Modellen liege „einen Tick unter 50 Prozent“. Generell gelte: Je größer die Autos, desto mehr Diesel.

Auch bei Renault gibt sich Geschäftsführer Frank Lüdtke entspannt. Rückfragen von Kunden? Bisher Fehlanzeige. Jetzt gelte es, die weiteren Überprüfungen abzuwarten. Es sei aber grundsätzlich nicht auszuschließen, dass die Abgas-Software des Zulieferers auch in anderen Automarken verbaut worden ist. Bei Auto-Lüdtke mit den Marken Renault und Dacia beträgt der Dieselanteil etwa 40 Prozent.

Toyota setzt überwiegend auf Benzin und Hybrid. Ralf Rademacher aus der Geschäftsleitung von Auto Lass schätzt den Dieselanteil bei den Toyota-Modellen auf unter zehn Prozent. Von daher sei sein Haus auch kaum von den aktuellen Geschehnissen betroffen, auch Kundenanfragen habe es daraufhin nicht gegeben. Rademacher sprach sich für die Beibehaltung der Labormessungen aus, weil so die gleichen Bedingungen für alle Hersteller garantiert seien. Aufgrund der Straßenverhältnisse, der Geländestruktur und der klimatischen Unterschiede gebe es lokal große Unterschiede bei den Verbräuchen, sagte er. So hätten Messungen ergeben, dass die Hybridfahrzeuge etwa auf der Strecke Rendsburg - Eckernförde mehr Kraftstoff verbrauchen würden als beispielsweise von Kiel nach Ostholstein.

Ford-Händler Uwe Schneider vom gleichnamigen Autohaus liegen ebenfalls keine Anfragen besorgter Diesel-Kunden vor. „Das hat mich auch etwas gewundert.“ Und wenn sie kämen, hätte er folgende Botschaft: „Wir haben die Info vom Werk bekommen, dass wir uns keine Sorgen zu machen brauchen“, so Schneider. Etwa 30 Prozent seiner verkauften Fahrzeuge hätten Dieselmotoren.

Mitsubishi-Händler Uwe Schikorr hat ebenfalls wegen der Diesel-Abgasmessungen keine Verunsicherung bei seinen Kunden festgestellt. Bei Mitsubishi würden 20 Prozent aller verkauften Fahrzeuge mit Dieselmotoren fahren.

 

 

 

 

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erstellt am 30.Sep.2015 | 06:49 Uhr

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