zur Navigation springen

Asylbewerber : Eckernförde wie ein Lottogewinn

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In diesem Jahr kommen weitere 200 Flüchtlinge und Asylbewerber nach Eckernfötrde. Bislang finden sie hier ein gutes Netzwerk vor. Die Stadt erwägt die Einrichtung einer zusätzlichen Stelle.

Eckernförde | Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber steigt. Statt 80 werden dieses Jahr bis zu 200 verfolgte, asylsuchende Menschen aus den Krisengebieten der Welt nach Eckernförde kommen. Nicht alle sind politisch verfolgt und müssen um ihr Leben fürchten, auch die wirtschaftliche Not treibt diese Menschen nach Deutschland. Bis über ihren Asylantrag entschieden ist, sind Bund, Länder, Kreise und die Kommunen für die Verfahren, Unterbringung und Betreuung zuständig. Im Sozialausschuss unter Leitung von Heinz-Michael Kornath (CDU) informierten der zuständige Fachdienstleiter des Kreises, Sven Behrens, und Sabine Bleyer vom Verein Umwelt-Technik-Soziales (UTS) über Fragen des Asylverfahrens und der Betreuung vor Ort.

Sven Behrens wies auf die unterschiedlichen Zuständigkeiten in den Asylverfahren und die rechtlichen Fragen rund um die Anerkennungsverfahren und die Leistungsgewährung hin. Das Land trage 70 Prozent, die Kreise 30 Prozent der Kosten. Die Kommunen erhielten 95 Euro pro zugewiesener Person und Quartal und weitere 6,25 Euro für die Kosten der ehrenamtlichen Betreuung. Bei den Herkunftsländern liege inzwischen das Kosovo weit an der Spitze. Von dort kämen etwa doppelt so viele Menschen wie aus Syrien, sagte Behrens. Bei den Kosovaren lägen eher wirtschaftliche Gründe für das Verlassen der Heimat vor, antwortete er auf die Frage von Wilhelm Hesterberg (SPD).

Durchschnittlich sieben Monate dauerten die Asylverfahren, sagte Sabine Bleyer von UTS. Es gebe aber auch Fälle, die 50 Monate dauern. Der Aufenthalt für Asylbewerber sei auf ein bis drei Jahre befristet, könne aber verlängert werden. Asylbewerber, deren Antrag noch nicht abschließend entschieden ist, befänden sich im Status der Duldung (Aussetzung der Abschiebung). Sie kenne einen Aylbewerber, der seit 19 Jahren geduldet wird. Geduldete Asylbewerber müssten sich alle drei Monate bei der Ausländerbehörde vorstellen, dürften sich frei bewegen und arbeiten.

In Eckernförde kümmert sich neben der Stadt auch UTS sowie viele Ehrenamtliche um die Betreuung der derzeit 70 Flüchtlinge. Sie würden auf vielfältigste Weise unterstützt. „Wer nach Eckernförde kommt, hat einen Lottogewinn“, sagte Sabine Bleyer, die die „nette Aufnahmegesellschaft“ im Ostseebad lobte. Sprachkurse – auch für Asylbewerber, die offiziell noch keinen Anspruch darauf haben –, Integrationsmaßnahmen, Vermittlung in den Arbeitsmarkt und Begleitung bei Behördengängen seien wichtig für die Eingliederung in die Gesellschaft vor Ort. 30 bis 60 Prozent der Asylbewerber wollen bleiben“, sagte Bleyer. Nach drei Monaten Aufenthalt sei es für Asylbewerber möglich, eine Ausbildung zu beginnen. Schlecht wäre es, wenn mittendrin die Abschiebung droht. Nach 15 Monaten beginnen für Asylbewerber die Arbeitsgenehmigungsverfahren. „Sie freuen sich, wenn sie endlich arbeiten dürfen“, sagte die UTS-Koordinatorin. „Super wichtig“ seien neben dem Erwerb von Sprachkenntnissen Sozialkontakte und Perspektiven. Die Betreuung in Eckernförde – Sprachkurse, Willkommens-Café, Kulturangebote – durch ehrenamtliche Helfer und Einrichtungen wie dem Baltic Sea International Campus sei hervorragend. Gleichwohl könne sie sich eine noch stärkere finanzielle Unterstützung durch die Wirtschaft, intensivere Sprachkurse sowie durch eine hauptamtliche Betreuerin der Stadt vorstellen (siehe Bericht rechts). „2015 wird sich im Stadtbild etwas verändern“, sagte Bleyer angesichts der spürbaren Erhöhung der Asylbewerberzahl.>

www.willkommen-in-eckernfoerde.de

 

 

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 21.Mär.2015 | 06:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen