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Eckernförde-Lexikon : Eckernförde von A(kkenulle) bis Z(wangsarbeiter)

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Heimatgemeinschaft Eckernförde und die Christian-Albrechts-Universität arbeiten am „Eckernförde-Lexikon“ mit über 600 Stichwörtern. Über 60 Autoren und Studenten sichten das Material und verfassen Stichworttexte.

Es geht zügig voran: Die Heimatgemeinschaft Eckernförde, in Zusammenarbeit mit der Christian Albrecht Universität Kiel, Abteilung für Regionalgeschichte, kann beim Großprojekt „Eckernförde-Lexikon“ auf ein stolzes Zwischenergebnis blicken: Mehr als 600 Stichwörter zur Hafenstadt an der Ostsee wurden festgelegt. Von der Aalregatta und Achterstraat bis hin zu Zinngießer und Zwangsarbeiter reicht die Liste. Eine Herkulesaufgabe für die rund 60 Autoren, denn die Stichwörter erhalten genaue Vorgaben für die Texte, Zeichenumfang und andere Kriterien.

Bei Dr. Telse Stoy, Vorsitzende der Heimatgemeinschaft Eckernförde sind inzwischen über 320 Stichwort-Texte eingetroffen, das sind mehr als 50 Prozent. In Zusammenarbeit mit der Redaktion, der die Vorsitzende, Ilse Rathjen-Couscherung, Dr. Heinrich Mehl und Christel Fries angehören, haben Kieler Studenten einige Texte zur Geschichte Eckernfördes verfasst. Hierzu hat Prof. Oliver Auge speziell ein Hauptseminar „Wir schreiben das Eckernförde Lexikon“ eingerichtet. Die Ordnung der Texte, ihre Korrektur, die Auswahl der Abbildungen, dies alles wird noch viele Monate konzentrierter Arbeit bedürfen. Daher werden alle Autoren gebeten, den Abgabetermin 1. November 2013 einzuhalten. Gerne nimmt die Redaktion des „Eckernförde Lexikons“ weitere interessante Stichwörter zur Stadtgeschichte, Wirtschaft, Handwerk, Vereinsleben, Schulen, Kunst und vielen, anderen Bereichen. Einsehbar ist die Gesamtliste der Stichwörter zu Eckernförde unter www.Heimatgemeinschaft-eck.de-Aktuelles-Projekte-Eckernförde-Lexikon.

Zwei ausgewählte Beispiele zeigen, wie detailliert die Themen in der Koproduktion Heimatgemeinschaft / Universität aufgearbeitet werden. Die Recherchen über „Akkenulle“ stellte Ilse Rathjen-Couscherung an, der Text über das Nagelbild stammt von Heinrich Mehl.

>Akkenulle: Alles fing mit dem Eiswagen an, den Wilhelm Gauert am Strand entlang schob. Sein Eis schmeckte den Eckernfördern so gut, dass er 1922 an der Südost-Eecke des Exers eine kleine hölzerne Eisverkaufshalle bauen konnte. Die wurde bald vergrößert, und 1928 entstand ein Steinbau mit schmuckem Reetdach, ein Strandcafé, das mehrfach erweitert und 1959 zu einem Hotel umgebaut wurde. Wie es zu dem Spitznamen Akkenulle kam, weiß keiner so richtig. Ob das auf das lateinische „aqua nulla“ zurückgeht oder eher, wie einige meinen, auf Ahmann Ullah, ist wohl nicht mehr aufzuklären. Ahmann Ullah war ein afghanischer König, der im Jahr der Café-Gründung unter anderem Kiel besuchte und den Gauert sehr verehrt haben soll. Wilhelm Gauert war ein großzügiger Wirt. Er soll nach dem Zweiten Weltkrieg ältere Gäste, vor allem Frauen, deren Männer im Krieg gefallen waren, mit einem Stück Platenkuchen und einer Tasse Kaffee kostenlos bewirtet haben. 2005 wurde aus Akkenulle das griechische Restaurant Kreta.

>Nagelbild: Im 1. Weltkrieg gab es den Brauch, durch „Nagelbilder“ Geldmittel für Kriegsopfer zu sammeln. Auch Eckernförde schuf sich einen solchen „Opferstock“: Für Spenden von 50 Pfennig bis 100 Mark erwarb man einen Nagel – in den Farben schwarz, silbern oder vergoldet – und durfte ihn in das Bild einschlagen. Mit Blick auf die Torpedoversuchsanstalt am Südufer wählte man als Motiv ein Unterseeboot, verziert mit Stadtwappen und dem Spruch „Isern dat Schipp und isern de Tid, Herrgott in´n Heben, sta Du uns to sid!“ 1915 wurde das Schnitzbild auf Eichenbohlen über den zwei Rundbogentoren am Alten Rathaus feierlich aufgehängt; zu Kaisers Geburtstag 1916 sollen 2000 Nägel und 12 000 Mark Spenden gezählt worden sein. Es heißt, dass der goldfarbene Nagel in der Flagge des U-Bootes von Prinz Heinrich persönlich stammt. Nach 1918 wurde das Bild abgehängt und in die Kirche St. Nicolai verbracht. Seit 1986 hat es seinen Platz im Stabsgebäude des 3. U-Bootgeschwaders im Kranzfelder Hafen.

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erstellt am 28.Sep.2013 | 06:14 Uhr

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