zur Navigation springen

Schutzfrist zuEnde : Eckernförde schützt auch seine kleinen Bäume

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ab 1. Oktober dürfen Bäume und Gehölze wieder gefällt werden – aber nicht willkürlich: In Eckernförde gelten die Regelungen der städtischen Baumschutzsatzung. Und die sind strenger als die Richtlinien des Landes, betont Naturschutzbeauftragter Michael Packschies.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 05:34 Uhr

Heute endet die Schutzfrist für Bäume und Gehölze. Bis zum 15. März darf gefällt werden. Um unerlaubten Kahlschlag zu verhindern, hat die Untere Naturschutzbehörde (UNB) die Baumschutzregelungen des Landes in einem Merkblatt dokumentiert (wie gestern berichtet). Diese gelten jedoch nicht für Eckernförde. Denn die Stadt hat seit 1988 eine eigene Baumschutzsatzung – und die legt weit strengere Richtlinien fest: Schon ab einem Umfang von 80 Zentimetern in einem Meter Höhe muss demnach ein Fällantrag gestellt werden. Nach den Vorschriften des Landesnaturschutzgesetzes ist dies erst ab einem Umfang von zwei Metern erforderlich.

„Die Bürger müssen wissen, dass in Eckernförde unsere Baumschutzsatzung greift“, betont Michael Packschies, Leiter der Abteilung für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt. „Es hat deshalb gestern bereits einige Nachfragen gegeben.“ Auch kleinere Bäume dürfen in Eckernförde also nicht ohne Sondergenehmigung abgeholzt werden. Bei Eiben und Stechpalmen liege die Marke sogar bei 50 Zentimetern – gemessen in einen Meter Höhe. „Ab diesem Umfang muss ein Antrag beim Bauamt gestellt werden“, so Packschies. Gleiches gilt für Bäume, die unterhalb von einem Meter Höhe mehrere Stämme ausbilden, sofern deren Umfang in der Summe mindestens 80 Zentimeter, beziehungsweise 50 Zentimeter beträgt. Voraussetzung ist hier zudem, dass einer der Stämme mindestens 50 beziehungsweise bei Eiben und Ilex 30 Zentimeter Umfang hat. Fichten und Obstbäume fallen nicht unter die städtische Baumschutzsatzung.

„Bei dem Landesnaturschutzgesetz geht es um landschafts- oder ortschaftsbestimmende Bäume und Naturdenkmäler“, erklärt Packschies. Kommunen und Städten stehe es aber frei, eigene Richtlinien aufzustellen. „Für das Stadtbild und die Lufthygiene sind auch kleinere Bäume sehr wichtig und müssen geschützt werden.“

Zusammen mit Sylvia Bent, Leiterin der Stadtgärtnerei, entscheidet Packschies über die Einzelfälle. „Wir schauen uns die Bäume vor Ort an.“ Nicht nur Krankheiten oder Umsturzgefahr seien dabei Gründe, einem Fällantrag stattzugeben. „Auch wenn etwa Gebäude oder Rohrleitungen beschädigt werden, dürfen Bäume entfernt werden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen