Geburtshilfe: Ärztestab steht : Eckernförde: Optimismus pur in der Frauenklinik

Mit Dr. Ralf Kröger und Tom Martin (2. und 3. v. l.) an der Spitze haben Imland-Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen (r.) und der Kaufmännische Leiter, Dr. Wolf Steinborn (l.) eine neue Hauptabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe in Eckernförde aufgebaut.
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Mit Dr. Ralf Kröger und Tom Martin (2. und 3. v. l.) an der Spitze haben Imland-Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen (r.) und der Kaufmännische Leiter, Dr. Wolf Steinborn (l.) eine neue Hauptabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe in Eckernförde aufgebaut.

Die Imland Klinik Eckernförde verfügt in Kürze über ein zehnköpfiges Ärzteteam in der neuen Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe. Chefärzte blicken optimistisch in die Zukunft.

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13. Januar 2018, 06:00 Uhr

Eckernförde | Die teilweise schweren Turbulenzen rund um die Geburtshilfe und Kinderstation der vergangenen Jahre sind überwunden. Innerhalb kurzer Zeit ist es der Imland Klinik Eckernförde gelungen, mit der Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe eine neue Frauenklinik mit dem Schwerpunkt Geburtshilfe an den Start zu bringen, die in ihrer Konstellation einmalig in Schleswig-Holstein sein dürfte. Unter der Leitung der niedergelassenen Eckernförder Frauenärzte Dr. Ralf Kröger und Tom Martin, die sich die Chefarztstelle teilen, kümmert sich ein Stab von zehn angestellten Ärzten um die gebärenden Frauen und gynäkologischen Patientinnen. Da einige Mediziner in Teilzeit arbeiten, entspricht dies rund sieben Vollzeitstellen.

Ihnen sowie natürlich in erster Linie den Müttern und Neugeborenen stehen zwölf Beleghebammen zur Seite, die weiterhin eine 1:1-Betreuung der Mütter von der Schwangerschaft bis weit nach der Geburt ermöglichen. Zehn Kinderkrankenschwestern sowie 14 weitere Pflegekräfte vom Flurnachbarn „ok Centrum“ (Operatives Kurzzeitcentrum) sind dort ebenfalls rund um die Uhr im Einsatz und komplettieren das ganz auf die Mütter und Neugeborenen abgestimmte Versorgungsangebot. Eng verzahnt ist die Hauptabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe mit dem Netzwerk der Spezialisten in der Imland Klinik Rendsburg sowie den niedergelassenen Kinderärzten in Eckernförde, Dr. Sven-Arne Zeller und Dr. Maik Welzel, die nahezu täglich im Klinik-Einsatz sind.

Medizinische Rundum-Versorgung

Der personelle Aufbau der Frauenklinik ist bis auf die Besetzung von zwei Stellen abgeschlossen. Den Müttern und Neugeborenen sowie den übrigen Patientinnen kann somit eine medizinische Rundum-Versorgung im gynäkologischen und geburtshilflichen Bereich angeboten werden. Bei den Geburten in der „Level 4-Klinik“ gibt es zwar gewisse Einschränkungen, aber für die „normale“, komplikationsarme Geburt bietet das bei werdenden Eltern im ganzen Land sehr beliebte Haus besondere Vorzüge und Annehmlichkeiten. Auch die operativen Möglichkeiten sollen erweitert werden, so dass in der Frauenklinik bis auf Karzinom-Operationen alle gängigen gynäkologischen Eingriffe vorgenommen werden können, sagt Tom Martin.

„Wir haben unser Versprechen umgesetzt und ein engmaschiges Versorgungsnetz aufgebaut“, sagt Imland-Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen. Der Kaufmännische Leiter der Imland Klinik Eckernförde, Dr. Wolf Steinborn, ist erleichtert, „dass in kürzester Zeit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gewachsen ist“. Johannsen und Steinborn danken in erster Linie den beiden Chefärzten, die auch in schwerer Zeit den Betrieb in der Gynäkologie und Geburtshilfe aufrechterhalten hätten.

Ralf Kröger und Tom Martin geben das Lob weiter an ihre künftig nicht mehr benötigten Honorararzt-Kollegen, vor allem aber an die hochmotivierten Hebammen und Krankenschwestern, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. „Wenn wir keine Lust auf Geburtshilfe in Eckernförde gehabt hätten, wage ich zu bezweifeln, dass es diese Abteilung in dieser Form noch gegeben hätte“, weist Chefarzt Dr. Kröger auf die bei ihm, seinen Kollegen und dem ganzen Stab vorherrschende Motivation und das Verantwortungsgefühl hin.

Realistisch: 600 Geburten pro Jahr

Sein Chefarztkollege lobt die Neuausrichtung und blickt optimistisch in die Zukunft: „Wenn das bereits jetzt gut funktionierende Team vollständig ist und sich eingearbeitet hat, sind wir eine tolle Abteilung“. 600 Geburten pro Jahr hält er für ein realistisches Ziel sein, zumal sich auch der räumliche und bauliche Zustand seiner Abteilung und des gesamten Standortes deutlich verbessern soll – die Mittel sind beantragt.

Aufgrund des bereits erteilten zusätzlichen Versorgungsauftrags im Bereich der Geriatrie – auch das ein Positivum – steigt die Gesamtbettenkapazität in Eckernförde gegen den Trend um 20 auf 226 Betten, so Geschäftsführer Johannsen.

Der erfahrene Frauenarzt Dr. Ralf Kröger hat über Jahre hinweg mit hohem persönlichen Einsatz das Belegarztsystem in der Imland Klinik als tragende Säule und mit wechselnder kollegialer Unterstützung am Laufen gehalten. Tom Martin ist vor ein paar Jahren dazugestoßen. Ausgelöst durch eine Gesetzesänderung hat die Klinik aus juristischen Gründen keine Möglichkeit mehr gesehen, das erfolgreich praktizierte Belegarztsystem mit der Übernahme der extrem hohen Berufshaftpflichtbeiträge aufrechtzuerhalten und sich nach vielen Diskussionen zum Aufbau einer Hauptabteilung mit angestellten Ärzten entschieden.

Am 15. August 2017 haben Ralf Kröger und Tom Martin den neuen Chefarzt-Posten übernommen. Im September erfolgten die Stellenausschreibungen, die unerwartet schnell gefruchtet haben. Sechs Fachärzte sind bereits eingestellt, mit zwei weiteren laufen die Gespräche. Kommen auch die, steht das zehnköpfige Team.

Am 1. Februar wird der Leitende Oberarzt seine Tätigkeit aufnehmen, der zuvor in Emden und Bremen tätig war. Im März stoßen zwei Oberärzte dazu, die speziell wegen der 1:1-Betreuung und der Aufbruchstimmung den Weg nach Eckernförde gefunden haben. Fünf weitere Stationsärzte komplettieren das neue Ärzte-Team. Alle haben einen Migrationshintergrund, leben und arbeiten aber teilweise schon lange in Deutschland, verfügen über hier erteilte Approbationen und Berufserfahrung und sprechen deutsch, versichern die Chefärzte. „Wir sind jetzt multilingualer aufgestellt“, wertet Ralf Kröger dies durchaus positiv.

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