zur Navigation springen

Radverkehrskonzept : Eckernförde holt die Radler auf die Straße

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das neue Radverkehrskonzept ist im Bauausschuss einstimmig empfohlen worden. Verkehrsexperten versprechen sich mehr Sicherheit von Radfahrstreifen auf der Fahrbahn. Abgestimmt wird in der Ratsversammlung am 3. November.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 06:55 Uhr

Der Radverkehr gehört im Regelfall auf die Fahrbahn. So steht es in der Straßenverkehrsordnung, und zwar schon seit 1997. Nur an der Umsetzung hapert es. Auch in Eckernförde. Daher haben Politik und Verwaltung Experten mit der Aufgabe betraut, ein neues Radverkehrskonzept zu erarbeiten. Planungsingenieur Arne Rohkohl vom Wasser- und Verkehrs-Kontor, Ingenieurwissen für das Bauwesen (WVK) aus Neumünster hat sich in den vergangenen Monaten damit beschäftigt und hat seinen Abschlussbericht am Dienstagabend im Bauausschuss vorgestellt.

Im Zuge dessen soll auch das Radwegenetz attraktiver und qualitativ verbessert werden. Das bedeutet: Aufhebung nicht mehr zeitgemäßer Benutzungspflichten von Radwegen sowie Ausweisung von Radfahr- und Schutzstreifen an den Fahrbahnrändern. Dort, so die Experten, würden Fahrradfahrer von den Autofahrern besser gesehen und wahrgenommen und könnten sich somit sicherer im Straßenverkehr bewegen. „Es ist wichtig, dass Fahrradfahrer sichtbar gemacht werden – das gilt besonders für Kreuzungen, einmündende Straßen und Grundstückseinfahrten“, sagte Rohkohl, der deshalb auch „weniger Konflikte“ zwischen Rad- und Autofahrern erwartet. Das funktioniere bei Straßen mit leichter und mittlerer Verkehrsdichte, nur bei sehr stark befahrenen Straßen ab 20.000 Kfz/Tag wie zum Beispiel in der Eckernförder Gaehtjestraße empfehlen die Experten aus Sicherheitsgründen abgetrennte, separate Radwege. Nach eingehender Diskussion hat der Ausschuss das neue Radverkehrskonzept, das unter anderem auch der Polizei und dem ADFC vorgelegt wurde, einstimmig zur Annahme empfohlen, der Vollzug soll in der Ratsversammlung am 3. November erfolgen. Die im Konzept enthaltenen 30 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtkostenvolumen von 3,6 Millionen Euro sollen dann einer Prioritätenliste folgend sukzessive umgesetzt werden.

Planungsingenieur Rohkohl benannte einige der „konstruktiven Musterlösungen“. So soll die Tunnelunterführung für Radfahrer und Fußgänger unter der B 76 / Lornsenplatz durch eine veränderte, begradigte Ein- und Ausfahrt entschärft werden. In der Sauerstraße sollen zusätzliche Schutz- und Radfahrstreifen angelegt werden, auf Wunsch der Schulen soll östlich des Kreisverkehrs eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden. In der Gaehtjestraße ist auf der südlichen Seite ein 1,85 Meter breiter benutzungspflichtiger Radfahrstreifen vorgesehen, und am Mühlenberg soll die konfliktträchtige Enge zwischen Fußgänger, Rad- und Autofahrer durch einen stadteinwärts führenden 1,50 Meter breiten Schutzstreifen für Radfahrer entschärft werden. Da der Radweg nicht als benutzungspflichtig beschildert ist, könnten Radfahrer dort im Übrigen auch auf der Fahrbahn fahren, sagte Bauamtsmitarbeiter Axel Sperber. Derzeit herrschten am Mühlenberg durch die zeitweilige Sperrung des stadtauswärts führenden Rad- und Gehweges „chaotische Verhältnisse“, ergänzte Frauke Piechatzek (SPD). Der verkehrsberuhigte Ausbau der Reeperbahn könnte zudem als Pilotprojekt entwickelt und mit beidseitig zwei Meter breiten Radfahrstreifen ausgestattet werden.

>Der Entwurf des Radverkehrskonzepts ist auf der Homepage der Stadt nachzulesen: www.stadt-eckernfoerde.de

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen