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Flüchtlinge : Eckernförde erwartet 225 Flüchtlinge

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Zuteilungsquote für 2015 musste zweimal nach oben korrigiert werden. Bürgermeister Sibbel appelliert an die Bürger, freien Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

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erstellt am 05.Sep.2015 | 06:16 Uhr

Die Dezember-Prognose für die Zahl der ankommenden Flüchtlinge in Eckernförde ist längst überholt. Am 31. Dezember 2014 lebten 105 Flüchtlinge und Asylbewerber in Eckernförde, weitere 80, so hieß es, sollten bis Ende 2015 dazukommen. Nachdem dieses erste Quote bereits im März auf 152 neue Flüchtlinge und Asylbewerber angehoben worden war, gab Bürgermeister Jörg Sibbel am Donnerstagabend im Hauptausschuss nun die am 26. August mitgeteilte erneut nach oben korrigierte Zahl der bis Ende 2015 neu ankommenden Flüchtlinge und Asylbewerber bekannt: 225. 122 von ihnen sind bereits im Ostseebad eingetroffen, untergebracht und versorgt worden, sagte Sibbel. Auch kreisweit hat sich die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber verdreifacht: von 900 auf 2700 Flüchtlinge Ende 2015.

Die Flüchtlinge, die in Eckernförde landen, werden dezentral in Wohnungen untergebracht, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Allein am 1. September hat die Stadt 22 neue Mietverträge abgeschlossen. Nach Eckernförde kämen überwiegend Erwachsene und überwiegend alleinstehende Männer, berichtete der Bürgermeister. Die Zuweisungen erfolgten täglich. Das allerdings soll nach einem Krisengespräch geändert werden: Der Kreis hat das Kreisgebiet in vier Sektoren mit festgelegten Zuteilungstagen aufgeteilt, um die Arbeitsbelastung in den Kommunen jedenfalls etwas zu begrenzen. „Die Verwaltung ist durch die Flüchtlingsaufnahme sehr stark belastet“, räumte Bürgermeister Sibbel ein. Für Eckernförde im Nord-Sektor bedeutet das: Die Zuweisung erfolgt immer dienstags sowie in jeder vierten Woche auch freitags. Dann können sich die Mitarbeiter der Verwaltung besser darauf einstellen.

Bürgermeister Sibbel appellierte nochmals eindringlich an die Besitzer von Immobilien, freien Wohnraum für die Flüchtlingsunterbringung bei der Stadt zu melden. Bisher funktioniere die dezentrale Unterbringung auch dank des Gemeinnützigen Wohnungsunternehmens (GWU). Auf diese Weise könne die Unterbringung in Zentralunterkünften bis hin zu Sporthallen vermieden werden. Die Herausforderungen für die Kommunen durch die Flüchtlingsströme seien sehr hoch, sagte Sibbel, und ein Ende sei nicht in Sicht.

Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ist der Kreis für die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern zuständig, er ist Kostenträger. Das Land erstattet 70 Prozent der Kosten, 30 Prozent verbleiben beim Kreis. Für die Kommunen sollen keine Kosten anfallen. „Das ist aber nur die halbe Wahrheit“, erklärte der Bürgermeister. In der Praxis sehe es so aus, dass die Stadt bei der Wohnungsanmietung und -ausstattung in Vorleistung treten, Mietsicherheiten stellen und Maklercourtagen zahlen müsse. „Das erstattet uns keiner“, so Sibbel.

Zudem habe das Land die Finanzierung für die haupt- und ehrenamtliche Betreuung von regelmäßigen Pauschalen zum 1. Juli auf eine einmalige Pauschale in Höhe von 900 Euro pro Flüchtling umgestellt. „Von dem Geld ist bei uns noch nichts angekommen“, sagte der Bürgermeister. Die Stadt hat im ersten Nachtragshaushalt 100  000 Euro als Einnahmeerwartung und 100  000 Euro als Aufwand eingestellt, hinzu kämen 40  000 Euro für zusätzlichen personellen Aufwand. „Wir haben die Lage im Moment im Griff“, sagte Sibbel. Auf Nachfrage von Ralph Krüger (CDU) wollte er nicht ausschließen, dass die Stadt bei Bedarf auch auf freiwerdende Liegenschaften wie zum Beispiel die in den nächsten Jahren nicht mehr militärisch genutzte Preußerkaserne zurückgreifen würde, falls es die Lage erfordert.

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