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Ins Netz gegangen : Eckernförde: Der zweite Thunfisch – der selbe Fischer

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nebenerwerbsfischer Matthias Bleibohm fängt seinen zweiten Thunfisch vor Eckernförde.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 06:22 Uhr

Eckernförde | Fast auf den Tag genau ist es drei Jahre her, dass dem Nebenerwerbsfischer Matthias Bleibohm ein Thunfisch ins Netz gegangen ist. Gestern dann dachte er zunächst an einen Seelachs, als er den grauen Rücken des Fisches in seinem Stellnetz sah. Beim zweiten Blick wusste er: Schon wieder hat er einen Thunfisch gefangen.

Bei dem knapp 60 Zentimeter langen Tier handelt es sich um eine Pelamide (Sarda sarda), auch Atlantischer Bonito genannt. Die Fische leben im östlichen Atlantik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer und kommen in kleiner Stückzahl auch in der Nordsee vor, allerdings für gewöhnlich nicht in der Ostsee, was den Fang so ungewöhnlich macht. Der pfeilschnelle Räuber aus der Familie der Makrelen und Thunfische (Scombridae) hatte sich zusammen mit Dorsch und Butt im Stellnetz nur wenige hundert Meter vor dem Kurstrand in etwa 11 Metern Tiefe im Stellnetz verfangen.

Matthias Bleibohm, 46-jähriger Nebenerwerbsfischer und im Hauptberuf Glas- und Gebäudereiniger, meldete sich gleich bei dem Eckernförder Fischexperten Manfred Zuther, der den Fang bestätigte. Charakteristisch sind neben der spindelförmigen Körperform die sieben bis neun dunklen Schrägstreifen auf der oberen Körperhälfte. Normalerweise lebt die Thunfischart in Tiefen von 80 bis 200 Metern im mittleren Temperaturbereich zwischen 12 und 27 Grad. Der Raubfisch ernährt sich von kleineren Fischen, darunter auch kleine Artgenossen, in der Ostsee dürften auch Heringe, Makrelen und Meeräschen auf seinem Speiseplan stehen. Mit seinen langen, spitzen Zähnen ist der ausgezeichnete Schwimmer in der Lage, auch größere Beutetiere zu überwältigen.

Für Claus Müller, den Leiter des Ostsee Info-Centers, ist der Fang gar nicht so ungewöhnlich. „Seit der starken Weststürme wie ’Christian’ vor zwei Jahren hat sich der Salzgehalt der westlichen Ostsee verdoppelt“, erklärt er. „Damit sind auch Fische hergekommen, die normalerweise nicht hier leben.“ Immer wieder hat es in den vergangenen Jahren Sichtungen von Delfinen oder Finnwalen in der Ostsee gegeben, es hat sich sogar ein Bestand an Seelachsen (Köhlern) in der Eckernförder Bucht aufgebaut. Wie lange sich der allerdings halten wird, kann Claus Müller nicht sagen. „Der Salzgehalt des Wassers geht langsam zurück.“ Normal seien 14 Promille, nach Christian seien es 28 Promille gewesen, zurzeit liegt der Salzgehalt bei 20 bis 22 Promille. „Jede Fischart hat ihre Toleranzgrenze. Wenn die überschritten wird, geht so ein Bestand auch wieder zurück.“

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