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Eckernförde baut Schulden ab, muss aber weiter Maß halten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Haushaltsentwurf 2015 kommt ohne Schuldenaufnahme aus / Kein Ende der Haushaushaltskonsolidierung

von
erstellt am 11.Okt.2014 | 06:31 Uhr

1000 Seiten und riesige Zahlenkolonnen umfasst der Haushaltsentwurf 2015. 38 Millionen Euro sind darin an Einnahmen und Ausgaben verplant und den entsprechenden Positionen im Ergebnis- und Finanzplan zugeordnet. Bürgermeister Jörg Sibbel gab am Donnerstagabend im Hauptausschuss einen ersten Einblick in die Zusammenstellung der Kämmerei. Der Haushaltsentwurf wird Anfang nächster Woche an die Ratsmitglieder verschickt und traditionell in der Dezembersitzung der Ratsversammlung diskutiert und verabschiedet.

Mit 38 Millionen Euro entspricht das Haushaltsvolumen dem des Vorjahres. Bürgermeister Sibbel wies auf einige Eckdaten hin, die den Haushaltsentwurf 2015 prägen. An Investitionen sind 4,2 Millionen Euro vorgesehen, ferner sind Abschreibungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro verplant, die im doppischen Haushalt als Werteverzehr im Sinne der Generationengerechtigkeit ausgewiesen werden müssen. Man habe den Haushalt „mit einigem Aufwand“ ausgleichen können, sagte Sibbel, am Ende stehe ein kleiner Überschuss und somit eine „schwarze Null“.

Erfreut stellte der Verwaltungschef fest, dass 2015 keine neuen Schulden hinzukämen und keine weitere Kreditaufnahme geplant sei. Man sei sogar in der Lage, „alte Schulden zurückzuzahlen“, was statt zu einem Anwachsen des Schuldenbergs zu einem Abschmelzen führt: Von den 8,9 Millionen Euro am Jahresende 2014 könnten bis Ende 2015 600 000 Euro an Verbindlichkeiten abgebaut werden. „Das ist in der heutigen Zeit ungewöhnlich“, sagte Sibbel. Er verwies in diesem Zusammenhang ferner darauf, dass zwei Drittel des 2015 geplanten Schuldendienstes in Höhe von 943 000 Euro Tilgungsleistungen und nur ein Drittel Zinsaufwendungen seien. Die auf prognostizierte 8,3 Millionen Euro geschrumpften Schulden lasse die Pro-Kopf-Verschuldung mit 394 Euro wieder unter die 400-Euro-Marke sinken.

Die vergleichsweise gute Finanzlage sei zwar 2015 „ganz okay, aber kein Anlass zur Entwarnung oder ein Zeichen, die Haushaltskonsolidierung zu beenden“, sagte der Bürgermeister. „Wir werden auch in Zukunft genau darauf zu achten haben, was wir uns leisten können. Wermutstropfen sind die Finanzprognosen und die mittelfristige Finanzplanung: „Die sehen nicht so rosig aus“, erklärte Sibbel. Es stünden erhebliche Investitionen an, beispielsweise im Zuge der Umsetzung des Schulentwicklungsplans, der Klärwerkserweiterung, der Ersatzbeschaffungen für die Feuerwehr oder den Umbau der Willers-Jessen-Schule. Zudem würden die Zuwächse durch das Finanzausgleichsgesetz (FAG) in Höhe von 930 000 Euro durch den durch den Zensus festgestellten Verlust von 591 Einwohnern wieder aufgezehrt, sagte Sibbel. Und: Sollte das FAG doch noch scheitern, fehlten Eckernförde fast eine Million Euro.

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