Green Screen 2018 : Eckernförd: Naturfilm-Festival unter freiem Himmel

Die Besucher genießen beim Räuchereikino des Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen die besondere Atmosphäre in der alten Fischräucherei, die laue Abendluft und die Naturdokumentationen.
Die Besucher genießen beim Räuchereikino des Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen die besondere Atmosphäre in der alten Fischräucherei, die laue Abendluft und die Naturdokumentationen.

Green Screen-Film „Supermann mit Flossen“ im Räuchereikino. Beste Werbung für das anstehende Festival im September.

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07. August 2018, 06:41 Uhr

Eckernförde | Es ist jedes Jahr eine Art erste Auftaktveranstaltung für das Internationale Naturfilmfestival Green Screen: Zum dritten Mal fand jetzt das Räuchereikino in der Alten Fischräucherei in der Gudewerdtstraße statt. „Das Festival ist mit Eckernförde verbunden“, sagte Festivalleiter Dirk Steffens, „daher finden die Vorführabende an besonderen Orten statt, die typisch für Eckernförde sind.“

Auch für die Eckernförder selbst wollen die Organisatoren im Vorfeld des Green-Screen-Festivals, zu dem zigtausende Besucher kommen, auf das Festival einstimmen und etwas nur für die Bürger der Stadt tun. 309 Filme aus 71 Ländern wurden in diesem Jahr eingereicht. „Das muss man sich erst einmal vorstellen“, ist Steffens sichtlich begeistert. Neben dem Räuchereikino gibt es auch das Strand- und Bonbonkino.

Die Alte Fischräucherei hat einen gemütlichen Innenhof. Gäste der Filmvorführung kennen und begrüßen sich. Inmitten der Museums-Anlage wurden Sitzreihen unter einem Birnenbaum aufgestellt und auch die Leinwand stand parat. Um Katharina Mahrt, die Vorsitzende des Fördervereins der Alten Fischräucherei, bewirtete ein Team von acht Ehrenamtlern die Gäste. Mit der Gründung 2009 wollten die Mitglieder das alte Handwerk erhalten und zeigen, wie die Arbeitsbedingungen waren. Um 1920 gab es fast 40 Räuchereien in Eckernförde. Man lebte vom Fisch. Das Ziel des Vereins ist die Museums-Räucherei vollständig aufzubauen und an alte Lebensweise zu erinnern. Viele Sanierungsarbeiten sind geschafft. Jetzt steht der letzte Bauabschnitt im Obergeschoss an. „Das Meer geht uns auch etwas an“, findet Mahrt, „daher wollen wir Green Screen unterstützen, indem wir unseren Innenhof zur Verfügung stellen.“

Bei sommerlichen Temperaturen zu sitzen und dabei noch einen Naturfilm zu sehen, sei fantastisch, so die Mitglieder.

Carsten Füg steuert die Technische Organisation im Rahmen des Green Screen Festivals: „Wir wollten natürlich hier in der Fischräucherei auch etwas über Fische zeigen und haben durch einen glücklichen Zufall einen Film von Ulf Marquardt bekommen.“

Film ab! Da die Dunkelheit noch auf sich warten ließ, wurden vor dem Hauptfilm einige Highlights aus verschiedenen Naturdokumentationen gezeigt. Darunter wurde über die Ansiedlung der aus dem Mittelmeer stammenden Rippenqualle in der Ostsee berichtet. Diese lege täglich über 10 000 Eier und gefährde bei zunehmender Population die Tier- und Pflanzenwelt. Kitesurfer Mario Rodwald machte auf die Müllberge in den Meeren aufmerksam. Und es wurden bisher einzigartige Aufnahmen von Fischen gezeigt. Im zweiten Teil gab es eine kurze Dokumentation von Jugendfilmern über den Wolf in Deutschland.

Mit Einbruch der Dunkelheit führten dann einzigartige Aufnahmen an den Meeresgrund. Gezeigt wurde der Film „Supermann mit Flossen“ von Ulf Marquardt über den Rotfeuerfisch. Die Fischart lebt im Indo-Pazifik und wurde durch unachtsame Menschen an die nordamerikanische Küste eingeschleppt. Da er kaum Fressfeinde hat, breitet er sich dort bedenklich aus. Der Rotfeuerfisch ist ein „40 Zentimeter großes Multitalent“, wie im Film gezeigt wurde. Trotz seiner „bizarren Schönheit“ mit den wehende Bannern und den 18 Giftstacheln sei der getigerte Fisch ein Jäger und bedrohe die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Eins steht fest: Ob in Wäldern oder Meeren, die Ökosysteme der Erde sind durcheinander geraten. Sie zu erhalten und auf die Bedrohung der Artenvielfalt aufmerksam zu machen, engagiert sich Green Screen.

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