Eckernfööör

Zur „Ö“-Frage bei Eckernfö(ö)r

shz.de von
22. Dezember 2016, 06:59 Uhr

Die plattdeutsche Sprache ist eine vorwiegend gesprochene Sprache. Ob Eckernförde nun mit einem oder zwei „ö“ geschrieben wird, kann man beim Sprechen nicht hören. Platt gesagt: Wen interessiert es also? Wer der niederdeutschen Zunge nicht mächtig ist oder nichts mit plattdeutscher Vereinsmeierei zu tun hat, wundert sich über die Eskalation im unwichtigen Streit um einen Buchstaben. Schreibt Eckernfööör doch mit drei „ööö“! Wen juckt’s?

Nichtsdestotrotz zeigen die emotionalen Reaktionen, dass das Thema ins Blut und auch an die Nieren geht. Heimat und Tradition werden angesprochen – Werte, die vielen wichtig sind. Wie denn nun? Eckernför oder Eckernföör? Das Argument mit dem Eigennamen zieht: Schließlich werden Uwe Voß und Sabine Saß auch nach einer Rechtschreibreform noch mit ß und nicht mit ss geschrieben. Die beste Lösung: Die Mitglieder der Plattdüütsch Gill stimmen ab und die Mehrheit entscheidet. Nur: Die Ortstafeln betrifft das nicht. Der Kulturausschuss hat einen Antrag der Ein-ö-Fraktion, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen, abgelehnt. Wahrscheinlich war es ihm zu unwichtig.

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