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Schiffsmotor : Ecke-Motor für den Mühlenverein Rieseby

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Verein für Museums- und Chronikarbeit Rieseby hat einen Schiffsmotor der Marke Rehbehn von 1950 geschenkt bekommen.

Rieseby | Er hat nur 10 PS, aber sein Klang ist einmalig und unverkennbar, sagt Karl-Heinz Lappöhn von Verein für Museums- und Chronikarbeit Rieseby. Vor ihm steht ein „Ecke“-Motor, Produktionsnummer 110, Baujahr 1950 aus der Eckernförde Motorfabrik von Karl (Ecke) Rehbehn.

Der Schiffsmotor, der früher vermutlich auf einem Fischkutter durch die Ostsee schipperte, gehört nun dem Mühlenverein. Er ist eine Schenkung von Hans Kölln aus Hitzhusen. Über Albert Koss, der selber lange Zeit bei Rehbehn in Eckernförde arbeitete und die legendären Glühkopfmotoren herstellte, kam der Kontakt zum Mühlenverein zustande, berichtete Lappöhn. Kölln habe das gute Stück in guten Händen wissen wollen, so Lappöhn weiter, der selber begeistert an alten Standmotoren arbeitet. Lappöhn hatte vor wenigen Jahren die Betreuung der Standmotoren von Erwin Nazarenus übernommen, der ebenfalls bei Rehbehn in Eckernförde gearbeitet hatte.

Der Motor wiegt rund 810 Kilogramm und verfügt über einen mächtigen Zylinder. Mit einer schweren Schwungscheibe ausgestattet leistet er im Dauerbetrieb zehn PS. Als der Motor im Herbst nach Rieseby kam, war er in gutem Zustand. Einige Kleinigkeiten besserte Lappöhn aus oder ersetzte Leitungen. Angeworfen hat er den Motor noch nicht, aber er soll laufen. „Der springt mir davon“, so Lappöhns Befürchtung, dass der Motor von dem Holzbock stürzt. Aus Erfahrung wisse er, dass solche Motoren in Betrieb stark in Schwingung geraten Aber Lappöhn hat schon eine Idee. Er hat einen Einachser Anhänger organisiert, auf dem er den Motor installieren will. So sei er beim Betrieb besser zu handhaben, und der Motor könne bequem bewegt werden.

Mit dem Bau der Glühkopfmotoren speziell für die Fischerei begann Karl Rehbehn, den alle „Karl-Ecke“ nannten 1922. Bis 1964 wurden 350 derartige Motoren mit verschiedene Leistungen gebaut, heißt es in einer Fachzeitschrift der Interessengemeinschaft historische Motoren Deutschland. „Ein seltenes Stück“, sagt Lappöhn und freut sich über die Schenkung.

Gezeigt werden soll der Motor auf jeden Fall beim Standmotorentag im September an der Mühle Anna. Dort war der Motor vor Jahren auch schon mal vom Stifter Kölln ausgestellt worden. Wer mehr zu dem Motor sagen kann, wendet sich an Karl-Heinz Lappöhn unter Tel. 04355/ 1244.

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erstellt am 27.Dez.2015 | 16:10 Uhr

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