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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 00:25 Uhr

"Ecke 100" liegt auf dem Trockenen

vom

100 Jahre alter Fischkutter ist das neue Spielgerät am Eckernförder Strand neben der Galerie Nemo / Ideenwettbewerb für einen neuen Namen

Eckernförde | Viel länger hätte der Kutter "Ecke 100" nicht im Hafenbecken bleiben können. Das Holz zog immer mehr Wasser, das sieben Meter lange Boot drohte zu sinken. Das war rund zweieinhalb Jahren. Gestern wurde der Fischkutter mit vereinten Kräften auf dem Kinderspielplatz neben der Galerie Nemo aufgestellt. Wieder hergerichtet wurde der Kutter in den vergangenen gut drei Monaten in der Halle von Bootsbauer Gernot Gaenssle in Fellhorst bei Hummelfeld. Jetzt soll er wieder genutzt werden, allerdings nicht für die Fischerei, sondern als Spielgerät für die Kinder am Strand.

Als der Betreiber des Hafens, die Stadtwerke, auf das marode Boot aufmerksam wurden, forderten sie den Besitzer auf, "Ecke 100" aus dem Wasser zu holen. Claus Müller vom Ostsee-Info-Center (OIC) bekam von der Notlage mit und kaufte den Kutter, der Preis: 1 Euro. "Im Boot fanden sich sogar noch verrostete 1,75 Euro", erinnert sich der Käufer an den unerwarteten "Gewinn".

Im April 2011 wurde "Ecke 100" mit einem Kran aus dem Hafenbecken geholt. "Was damit passieren sollte, wussten wir zu dem Zeitpunkt nicht", so Müller. In der Lütten Werft wurde zunächst die Maschine ausgebaut. "Die Idee, das Boot wieder flott zu kriegen, zerschlug sich schnell", sagte Müller, der seinen Freund Gernot Gaennsle ansprach. Als dieser dann noch in seiner Bootshalle auf alte Blaupausen stieß, unter anderem auf die Pläne vom selben Bootstyp, ging alles ganz schnell. In Fellhorst wurde "Ecke 100" komplett entkernt und wieder aufgebaut. "Das Boot ist im Laufe der Jahre mehrfach umgebaut worden", berichtet Müller, jetzt sei es wieder in dem Zustand wie vor über 100 Jahren. In den kommenden zwei Wochen soll noch das Kutterhaus mit Steuerrad und Ruderblatt auf den Schiffskörper gesetzt werden.

Mit dem Spielplatz am Strand, wo auch vor einiger Zeit die Reuse als Spielgerät installiert wurde, hat der Kutter einen würdigen Platz gefunden, findet auch Stefan Borgmann. "Der Platz wurde früher zum Trocknen der Fischnetze genutzt", sagt der Touristik-Chef. "Was die Kinder am Eckernförder Hafen sehen, können sie hier nachspielen."

Die Kosten für den Umbau, Transport und die Herrichtung des Standortes in Höhe von rund 12 000 Euro übernehmen neben der Touristik und Marketing GmbH, die Elisabeth-Eifert-Stiftung und die Förde Sparkasse.

Der Name "Ecke 100" wird nicht übernommen. "Wir rufen zu einem Ideenwettbewerb auf", sagt Borgmann. Namensvorschläge können in den nächsten zwei Wochen bei der Sparkasse abgegeben werden. Dann soll es eine richtige Bootstaufe geben.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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